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Flüchtlingsdramen bei Gebäck und Kaffee

26. Juni 2015 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Christen aus Syrien laden Görlitzer Bischof Ipolt ein. Medienberichte zeichnen ein erschreckendes Bild der Lage im Bürgerkriegsland Syrien. Nun hörte der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt davon aus erster Hand. Von Markus Kremser (KNA)


Görlitz (kath.net/KNA) Flüchtlingsschicksale aus erster Hand konnte der Görlitzer katholische Bischof Wolfgang Ipolt jetzt bei Kaffee und arabischem Gebäck kennenlernen. In der Neißestadt leben 22 christliche Syrer, die in den vergangenen Monaten aus Aleppo nach Deutschland geflohen waren. Das Bistum Görlitz half, indem es ihnen Sprachkurse finanzierte. Mit der Einladung an Ipolt wollten sie für die Unterstützung danken.

«Die Initiative zu diesem Treffen ging von den Familien aus», betont der Görlitzer Christian H. (alle Namen auf Wunsch der Betroffenen geändert). Er betreut die Flüchtlinge gemeinsam mit seiner Frau seit ihrer Ankunft in Görlitz, wohin sie ihr Weg wegen familiärer Verbindungen geführt hat.


«Meine Frau stammt aus Syrien. 2013 wurde es für ihre Verwandten immer schlimmer. Also haben wir versucht, Visa zu bekommen», erklärt der Görlitzer Georg M. Der 28-Jährige berichtet von den Schwierigkeiten und der Flucht. Von Beirut aus gelangten sie schließlich mit dem Flugzeug nach Deutschland.

John A. ist ein Mitglied der Großfamilie. Der 34-Jährige berichtet von der Wahl, vor die sie Islamisten vor einem Jahr stellten. «Entweder wir entrichten eine Kopfsteuer oder wir konvertieren zum Islam oder wir fliehen.» Die Familie mit zwei Kindern entschied sich für die Flucht. Wer ebenso handelte, musste alles zurücklassen: Auto, Kleider, Geld. Über Umwege kamen sie in den Libanon.

«Heute haben Christen in Syrien nicht mehr die Wahl zwischen Steuer, Flucht oder Übertritt zum Islam», betont John A. zugleich. «Die Islamisten stellen sie vor die Alternative: Konvertiert zum Islam, oder ihr werdet getötet.» Nun ist A. froh, dass seinen Geschwistern mit ihren Familien, seiner Mutter und seiner Schwiegermutter ebenfalls die Flucht bis nach Görlitz gelungen ist. Dort leben die Familien nicht in einem Heim, sondern in Mietwohnungen. In Aleppo hatten die Familien Eigentumswohnungen. «Mein Schwager macht sich immer noch Gedanken, was nun mit den Kreditraten für die Wohnung in Syrien wird», beschreibt Georg M. die Situation der Schwebe, in der viele Flüchtlinge leben.

In Aleppo wohnte die Familie gleich neben der Kirche, berichtet Johns Ehefrau Eleonora. «Wir wollen hier nicht nur in Frieden leben, sondern auch wieder zur Gemeinde gehören», betont die Mutter zweier Kinder. Zwei Jungen der Großfamilie haben sich inzwischen den Ministranten der Heilig-Kreuz-Gemeinde angeschlossen, und Eleonora singt im Kirchenchor.

Seinen Gastgebern wurde die Existenzgrundlage entzogen, nimmt Ipolt von dem Treffen mit. «Und sie sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder.» Zugleich ist sich der Bischof gewiss: «Diese Familien sind eine Bereicherung für uns.»

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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