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Drei Minuten, die dein Leben verändern

30. Juni 2020 in Kommentar, 1 Lesermeinung
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Was hält den Tsunamis stand, die über dich herein brechen? Vom Scheitern und von der himmlischen Heimat. Benedicta von Petra Knapp-Biermeier.


Linz (www.kath.net) „Gestern sind wir zusammen gesessen und haben dann festgestellt, wenn wir auf ein paar Lebensbereiche schauen: Ein Scheitern auf allen Ebenen.“ Es knackt in der Leitung. „Bist du noch da?“ Sie kichert jetzt. Wie feiner Kies rinnt ihr Lachen hinunter, in diesen Abgrund, wo sich die Sorgen um uns winden wollen wie dünne, fasrige Schlangen.

 

Die dreihundertfünfzig Kilometer zwischen uns verfliegen. Die Zeit dehnt sich und wir sind wieder an Orten, wo wir etwas miteinander durchgestanden haben. Einen Tag durch Paris gelaufen, mit ein paar Franc in der Tasche. Genug für eine Flasche billigen Wein, Baguette und Camembert. Meinen Geburtstag haben wir dann im Nachtzug nach Wien gefeiert.

 

Ach ja, und das schäbige Youth Hostel in Avignon. Paray-le-Monial und Taizé. Verliebtheiten, Krisen, Tränen, Musik, Lachen. Ein Mensch, der dich über Jahrzehnte mit trägt, der dich noch immer aushält. Was für eine Freundschaft. Der Abgrund füllt sich, an diesem Donnerstagvormittag, wo eigentlich keiner von uns richtig Zeit hat zum Telefonieren. Aber was ist, wenn die Not wie ein Tsunami über dich hereinbricht?


 

Wenn du nicht mehr weißt, wo oben und unten ist? Da sitzen wir jetzt. Die gepackte Tasche unterm Arm drängt vergeblich. Wir lachen und weinen über unser Scheitern und über den Trost, den nur Gott uns gibt, der alle Tränen abwischen wird. Zumindest das ist definitiv. Sie hat ihr 20jähriges schwerkrankes Patenkind begleitet bis zur Todesstunde. „Das war so getragen, so friedlich, es war auch schwer, aber sie war so fröhlich, Gott war so gegenwärtig.“

 

Ich atme lange aus. Der Abgrund ebnet sich, die Schlangen sind unbemerkt geflüchtet. Für die Lügen ist jetzt kein Platz mehr, denn es schwappt jetzt ungezähmt heraus aus unseren Herzen. Gott hat das letzte Wort, er wirkt, ja! „Oh ja, unsere Heimat ist im Himmel“, raune ich ins Telefon. So oft schreibe ich diesen Satz, als wollte ich den himmelschreienden Nöten dieser Welt dieses starke, mächtige Wort entgegen halten wie ein Schild.

 

Wir kramen noch ein bisschen herum in alten Kisten, kratzen an Traumata und kleinen Neurosen, mit denen wir gelebt haben oder noch immer leben, unerfüllten Vorstellungen, dem täglichen Scheitern. Es verblasst. Denn das, was uns trägt, wird plötzlich so mächtig, so bombastisch, überdimensional und freudestrahlend. Und so bleiben wir hängen beim letzten großen Ziel. Hier wollen wir nicht scheitern.

 

Und allen Gewalten zum Trotz ermutigen wir einander, das nicht loszulassen. Den Glauben an den allmächtigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, der die Kontrolle nicht verloren hat, auch jetzt nicht. Der meine Abgründe auffüllen will mit seiner Sicherheit. Der meinen Fuß auf festen Boden stellt. Der meine Ängste wahrnimmt, ernst nimmt, der aber über mich sagt: Das ist nicht die ganze Wahrheit über dich.

 

Was ist die ganze Wahrheit über dich? Was hält den Tsunamis stand, die über dich herein brechen? Ich spreche dir jetzt zu, was Gott über dich sagt: Du bist mein Kind! Du bist geliebt! Du bist angenommen! Du bist heil! Du bist frei! Du bist sicher! Gott schaut nicht zuerst auf deine Leistung, dein Bravsein, dein Frommsein, dein Gutsein und deine Erfolge. Er schaut auf dich.

 

Er hat dich lieb. Er möchte, dass du in seine Gegenwart kommst, ein paar Minuten am Tag, damit er an dir wirken kann, damit er dich zunächst einmal nur liebt. Er wiegt dich wie eine Mama ihr Baby im Schoß hält, er tröstet, ermutigt, heilt und stärkt. Das sind die drei Minuten, die dein Leben verändern. Hier ist dein Scheitern aufgehoben. Sag ihm: „Jesus, ich übergebe dir die Herrschaft über mein Leben.“ Bei ihm bekommst du alles, was du brauchst, um neu durchzustarten. Hier ist dein Reset-Knopf, 24 Stunden täglich, sieben Mal die Woche. Er wartet auf dich.


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