Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. THESE: Warum die UNO weg muss!
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. Verteidigung der Meinungsfreiheit – USA entwickeln offenbar Plattform zur Umgehung von Zensur

"Ich bin sicher, dass Kardinal Parolin ihm gesagt hat, mich nicht zu sehen. Unfassbar!"

17. November 2020 in Interview, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Sie folgen einer 'Ostpolitik', einer Politik von Kompromissen mit Kommunisten, einer Politik der Aufgabe. Unglücklicherweise folgt auch Franziskus jetzt dieser Linie und ich weiß nicht, warum." - kath.net-Interview mit Kardinal Zen - Von Roland Noé


Wien-Hongkong (kath.net/rn) „Da das Abkommen geheim ist, nützt die Regierung dies, um die Menschen zu täuschen. Dabei werden die Menschen aufgefordert, Sachen zu machen, die von Benedikt XVI. eindeutig nicht erlaubt wurden.“ Das sagt Joseph Kardinal Zen Ze-kiun SDB im Interview mit kath.net. Der emeritierte Bischof von Hongkong kritisiert die Geheimhaltung des Abkommens zwischen der chinesischen Regierung und dem Vatikan: „Nach der Unterzeichnung des Abkommens sahen wir keine Verbesserung, die Verfolgung ist sogar härter geworden, sowohl für die Untergrundkirche als auch für die Kirche, die unter staatliche Kontrolle steht.“

kath.net: Der umstrittene Deal zwischen dem Vatikan und China wurde vor einigen Tagen erneuert. Könnten Sie noch einmal in aller Kürze uns mitteilen, was Sie daran kritisieren?


Kardinal Zen: Mein Haupt-Kritikpunkt ist: Warum wird alles geheim gehalten. Nicht einmal ich als chinesischer Kardinal kann den Inhalt einsehen. Sie sagen, dass es gut ist. Ich glaube dies aber nicht, solange ich den Inhalt nicht in chinesischer Sprache gesehen habe. Aber der Vatikan erklärt uns dann, dass sogar ein schlechtes Abkommen besser als gar keines sei. Das kann ich nicht verstehen. Ich kann ein nicht perfektes Abkommen akzeptieren, aber ich kann kein schlechtes Abkommen akzeptieren, welches gegen unseren Glauben und die Kirchendisziplin agiert.


Da das Abkommen geheim ist, nützt die Regierung dies, um die Menschen zu täuschen. Dabei werden die Menschen aufgefordert, Sachen zu machen, die von Benedikt XVI. eindeutig nicht erlaubt wurden. Sie sagen nun, dass Papst Franziskus sagt, dass dies ok ist. Die Menschen sind verwirrt. Nach der Unterzeichnung des Abkommens sahen wir keine Verbesserung, die Verfolgung ist sogar härter geworden, sowohl für die Untergrundkirche als auch für die Kirche, die unter staatliche Kontrolle steht.

kath.net: Sie waren vor einigen Tagen in Rom und bekamen dort keinen Gesprächstermin bei Papst Franziskus. Warum?

Kardinal Zen: Seit zwei Jahren warten wir in Hongkong auf einen neuen Bischof. Jetzt sagen sie uns, dass dies nicht ohne dem Segen aus Peking möglich ist. Ich reiste nach Rom und bat darum, den Papst zu sehen. Das war nicht möglich. Ich bin sicher, dass Kardinal Parolin ihm gesagt hat, mich nicht zu sehen. Unglaublich!

kath.net: Sie kritisieren ja immer wieder Kardinal Parolin und vertreten die Ansicht, dass der Kardinalstaatssekretär die Politik von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. in Bezug auf die Chinapolitik manipuliert. Wäre es nicht eine Alternative, wenn der Vatikan auf eine Chinapolitik zurückkehrt, die auf dem berühmten Brief von Benedikt XVI. vom 27. Mai 2007 beruht?

Kardinal Zen: Unglücklicherweise folgt Kardinal Parolin nicht dem Brief von Benedikt XVI. Sie folgen einer „Ostpolitik“, einer Politik von Kompromissen mit den Kommunisten, einer Politik der Aufgabe. Unglücklicherweise folgt auch Franziskus jetzt dieser Linie und ich weiß nicht warum. Papst Franziskus hatte immer viel Empathie für mich, aber er folgte nicht meinem Rat.

kath.net: Wie können gläubige Menschen Ihnen helfen? Was können wir für Sie tun?

Kardinal Zen: Information ist sehr wichtig. Sie machen eine großartige Arbeit. Sie finden viele Informationen auch auf meinem Blog. Sie können diese gerne für Ihre Leser übersetzen. Es gibt auch ein Buch (in chinesischer, englischer und italienischer Sprache) „Für die Liebe meines Volkes werde ich nicht schweigen.“ Darum geht es darum, was Benedikt XVI. für die Kirche in China gemacht hat.

kath.net: Ganz herzlichen Dank für das Interview. Gottes Segen für Ihr Wirken!

BLOG KARDINAL ZEN

 

 

 

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

China

  1. "Ein tragisches Unrecht"
  2. Chinas Bevölkerung wird nächstes Jahr um 3,2 Millionen schrumpfen
  3. China schränkt Aktivitäten ausländischer Christen weiter ein
  4. Chinesischer Bischof wegen ‚illegaler‘ Messe verhaftet
  5. GfbV kritisiert Wiederwahl von China in den UN-Menschenrechtsrat scharf
  6. China reagiert auf Grußtelegramm von Papst Franziskus
  7. China steuert auf Bevölkerungskrise zu
  8. Peking düpiert Vatikan mit Bischofsernennung
  9. Vatikan kritisiert unerlaubte Bischofsernennung in China
  10. Vatikan verlängert skandalöses China-Abkommen







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  9. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  10. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  14. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  15. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz