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Fan oder Freund?

12. März 2021 in Kommentar, 1 Lesermeinung
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Kennst Du mich? Über Fans, youtube-Stars und echte Freundschaft - Benedicta am Freitag von Linda Noé


Linz (kath.net)

Meine mittlere Tochter mag eine dieser großen Kinder youtube- stars so richtig gerne, derer es (für einen 90er Jahre Teen wie mich immer wieder zum hellen Erstaunen), gar nicht wenig allein im deutschsprachigen Raum gibt. Dreizehn Jahre ist das bekannte Mädchen namens Mavie N. alt- und sie hat 700.000 follower alleine auf youtube, Wahnsinn. Zuletzt, als ich eines ihrer Videos mitgeschaute, wurde das kamerasouveräne junge Mädchen dabei begleitet, wie sie ihre Fans- ja, tatsächlich, FANS, zuhause überrascht. Das Video hat mich seltsam berührt- einerseits, weil die 13jährige Vloggerin sich mit derart großem Selbstverständnis vor anderen Kindern als die tollste Überraschung des Lebens präsentiert. Andererseits, weil es auch rührend ist, was es für die (meist ziemlich gleichaltrigen) Teenies bedeutet, wenn sie die Türe aufmachen und ihr Star auf einmal leibhaftig vor der Türe steht. Da kann man wiederum von Glück reden, dass die junge Mavie als Star bereits so souverän ist. Denn so mancher Fan ist dann plötzlich schockstarr und weiß gar nicht mehr, was er mit dem angeschwärmten Gegenüber in Wahrheit sprechen soll, wenn sie dann auf einmal nicht mehr nur durch die Linse des Internets zu sehen ist, sondern tatsächlich anwesend und Austausch möchte, Fragen stellt. Fans haben bekanntermaßen oft das Gefühl, ihren Star gut zu kennen, und sämtliche Klatschzeitschriften verdanken ihren Erfolg diesem Phänomen. In Wahrheit stimmt das natürlich nicht, das wird in einer realen Begegnung spätestens auf einmal sehr deutlich. „Den Star in und auswendig kennen“ stellt sich schnell als eine bloße Ansammlung von eher oberflächlichem Wissen heraus, und das Gegenüber selbst hat, so hart es auch ist für die Gefühle eines Fans sein mag, vorher noch nicht mal gewusst, dass der Fan überhaupt existiert. Das Gefühl der Nähe zuvor- war wohl eher Teil eines Wunschtraums oder eine Illusion, um das eigene Leben besser ertragen zu können.

Dieses Video hat mich dazu bewegt, in diesem Licht auch über meine Nähe und Freundschaft zu Gott nachzudenken. Wir denken vielleicht: Natürlich kennt Gott mich, Er ist ja kein youtube- Star, den ich aus der Ferne bewundere. Er kennt jeden einzelnen Menschen, weil er ihn erschaffen hat, und weiß alles. Das stimmt natürlich. Aber doch: laut Jesus in Matthäus 7,21-23 ist es sehr wohl möglich, dass Jesus einen Menschen am Ende nicht kennt- sogar einen solchen, der ihn im Leben mit „Herr“ angesprochen hat: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: ICH KENNE EUCH NICHT. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Hervorhebung von mir)


Das ist ein echt harter Schlag, machen wir uns nichts vor. Dämonen auszutreiben und prophetisch zu beten ist beides, unter Anderem, ja durchaus ein Auftrag Jesu an die Jünger, bevor er in den Himmel auffährt. Das Problem ist also wohl nicht, dass diese „falschen Jünger“ den Willen Gottes in gar keiner Weise je ausgeführt hätten. Vielleicht aber war es, dass sie hauptsächlich „MACHER“ gewesen sind, anstatt Jesus auch im Verborgenen, im Inneren, wirklich zu suchen, zu lieben, Zeit mit ihm verbringen, ihn zu KENNEN und von Ihm GEKANNT werden zu wollen, selbst dort, wo man sich nicht so gerne herzeigt. Gott sucht nicht nach Menschen, die alle Fakten über Ihn auswendig hersagen können und in wildem Aktionismus umherrennen, der am Ende vielleicht nur das eigene Ego füttert (ich muss zugeben, ein gewisser synodaler Weg kommt mir da gleich beispielhaft vor Augen...)

Jesus sucht keine Fans in der Ferne, die schockiert sind, wenn er dann eines Tages- und der Tag kommt- wirklich vor ihrer Türe steht. Er suchte und sucht Jünger, die ihm zu Freunden werden. Denen er den Vater offenbaren kann und die ihrerseits nichts von ihm fernhalten, sondern ihr Leben mit ihm teilen, auch im Verborgenen. Natürlich weiß Gott alles von uns und kennt uns, so wie er jeden Menschen bis ins Innerste kennt: auch die, die nichts von Ihm wissen wollen. Freundschaft mit Gott, einander wirklich zu kennen, beginnt aber erst dort, wo es wirkliche Begegnung zwischen zwei Personen gibt, die sich austauschen, in beide Richtungen. Dort, wo wir bewusst unser Leben mit Jesus teilen. Wir müssen das von uns aus täglich neu wählen und üben, auch wenn Gott bereits weiß, was wir Ihm sagen werden. Dafür muss man keine hochgeistigen komplizierten geheimen Wege gehen, sondern vielleicht darüber nachdenken, wie wir mit einem Menschen eine echte, tiefe Freundschaft leben. Die Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten haben viel miteinander zu tun und spiegeln sich gegenseitig. Benedikt XVI. sagt es in der Fastenbotschaft 2013 so schön: „Ausgehend von der grundlegenden Aussage des Apostels Johannes: „Wir haben die Liebe erkannt, die Gott zu uns hat, und ihr geglaubt“ (1 Joh 4,16), erinnerte ich daran, dass „am Anfang des Christseins nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee steht, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt. [...] Die Liebe ist nun dadurch, dass Gott uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,10), nicht mehr nur ein »Gebot«, sondern Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, mit dem Gott uns entgegengeht“

Um Liebe und die Antwort darauf geht es, das dürfen wir nie vergessen auf unserem Weg. Das ist und bleibt für uns irdisch Lebenden herausfordernd: jemand zu lieben und sich von ihm lieben zu lassen, den man mit den Augen nicht sehen kann. Und jetzt muss diese Begegnung für jeden von uns (ja, auch für die alten Hasen im Glauben neu) praktisch werden, und nicht nur beim Kopfnicken und Lesen bleiben. Hier ein paar Tipps dazu, deren Grundzüge ich kürzlich gelesen, und mich angesprochen haben:

1.) Lass uns ECHT sein (und manchmal braucht es eine Zeit, überhaupt zu bemerken, wo man selbst gerade wirklich steht). Sagen wir Gott nicht, was wir denken, dass er hören will, sondern was uns wirklich auf dem Herzen liegt, auch wenn es uns vielleicht zu banal erscheint. Verletzlichkeit und Aufrichtigkeit sind Zeichen eines offenen Herzens, das dem Herrn gefällt.

2.) Seien wir ehrfürchtig und respektvoll. Gott mag unser bester Freund sein, aber Er bleibt der Schöpfer des Universums. Der Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht (Sprichwörter 9:10)

3.) Seien wir bereit auch zu hören. Wenn wir mit Gott im Gebet sprechen, bereiten wir uns darauf vor, dass auch Er uns Dinge sagen wird.

4.) Es geht nicht darum, wie lange wir beten. Es geht darum, wer mir antwortet. Lassen wir uns nicht am Gebet hindern, nur weil wir gerade wenig Zeit haben.

5.) Beten wir nicht, um Andere zu beeindrucken, uns darzustellen oder uns von anderen Menschen abzugrenzen. Gebet ist weder Wettbewerb noch Zeichen von überlegener Spiritualität.

6.) Gott ist nicht nur eine Krisenhotline. Wenn wir nur mit Gott sprechen, wenn wir ein Problem haben, können wir davon ausgehen, dass Er uns genügend liebt, um uns weiter darin zu belassen.

7.) Gott weiß, was wir brauchen. Das Bittgebet aber versetzt uns in eine Haltung des erwartungsvollen Glaubens, die Ihm gefällt (Hebräer 11,6).

8.) Beten wir TROTZDEM.

Eine letzte Erinnerung zum Schluss: egal ob wir den Herrn seit Jahren kennen, oder ob wir Ihm noch nie wirklich begegnet sind: Er spricht HEUTE diese Worte über jeden von uns:  "Ich warte auf dich.“ Mögen wir den Mut finden, HEUTE mit offenem Herzen zu Jesus zu kommen, ihn kennen zu lernen und uns von ihm (er)kennen zu lassen.

 

Alt und so attraktiv? - Café zu den 7 Posaunen mit Linda Noé und Christof Z.-Zellenberg!

 


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Lesermeinungen

 winthir 13. März 2021 

"wow!" (sagt man das neuerdings so?)

danke, Linda, für diesen Artikel.

Du hast hier nicht nur "es", sondern sehr Vieles "auf den Punkt" gebracht.

Und das noch in einer Sprache, die ich als "Normalmensch" verstehen kann.

und mir viele "Denk-Anstöße" geschenkt.

winthir.


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