Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  6. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  9. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  10. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  11. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  12. R.I.P. Martin Lohmann
  13. "Hassprediger und Hofnarr"
  14. Britische Gesundheitsbehörde gibt Zahlen zu Covid-Impfung und Übersterblichkeit nicht bekannt
  15. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“

Lackner: Corona-Krise lehrt Gesellschaft mehr Kooperationswilligkeit

7. April 2021 in Österreich, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Salzburger Erzbischof in "Salzburger Nachrichten"-Interview über Gemeinwohl, Jugend und dem Wert des Lebens


Salzburg (kath.net/KAP) "Die Kirche ist ein stabiler Faktor mit einer langen Geschichte, die viele Epidemien durchlebt hat und irgendwie ist das in ihren Genen verankert": Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Samstag) betont. Die Kirche sei immer noch eine "Halt- und Hoffnungsgeberin", auch wenn das kirchliche Leben coronabedingt stark eingeschränkt worden sei. Sorgen mache dem Bischof jedoch das Auseinanderdriften der Gesellschaft als Folge der Corona-Krise: So gebe es entweder sehr ängstliche Menschen oder "jene, die fast alles ablehnen". Eine der großen Lehren aus der Krise sei daher, "dass jeder Einzelne für das Allgemeinwohl kooperationswillig sein muss und da und dort nachzugeben und vielleicht sogar einen kleinen Nachteil zu akzeptieren hat".

"Man soll nicht allein tun, was man zu zweit besser schafft", meinte Lackner, der damit auf ein soziologisches Prinzip verwies. Nichtsdestotrotz habe das Corona-Virus die Gesellschaft "im Schwitzkasten". Der Erzbischof wandte jedoch ein, dass er als Bischof nicht so große Sorgen habe "wie viele andere Menschen, wirtschaftlicher Natur oder Arbeitslosigkeit". Wenn man diese Zeit jedoch "mitfühlend erlebe", dann sei es "höchste Zeit, dass diese Krise bald vorübergeht".


Mahnende Worte richtete der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz in Richtung dem Aufrechnen von Wirtschaft gegen Menschenleben. Der Mensch sei ein "kostbares Wesen und jeder einzelne ist wichtig und einzigartig". Es dürfe daher nicht hingenommen werden, "dass man den Tod von Menschen in Kauf nimmt und nicht alles tut, um Leben zu retten". Lackner weiter: "Wir protestieren dagegen und dürfen keine Kompromisse eingehen."

Als übertrieben bewertete der Salzburger Erzbischof den Begriff der coronabedingten "verlorenen Generation". Zwar seien die Jungen in ihrer Entwicklung stark eingeschränkt worden, trotzdem glaube er nicht, dass eine Spaltung zwischen den Generationen entstanden sei. Man müsse aber überlegen, "wie man Anreize schaffen kann und wie ein Ausgleich möglich ist". Als Möglichkeit nannte Lackner etwa einen Generationenvertrag mit jungen Menschen. Vonseiten der Kirche bedeute dies etwa Entscheidungen zu treffen für eine Kirche, "in der andere leben werden"; er bereite als Bischof daher bewusst Entscheidungen gemeinsam mit jungen Menschen vor.

Segen ist Grundnahrungsmittel

Auf die Frage, was er tun würde, wenn er von homosexuellen Paaren um einen Segen gebeten werde, meinte Lackner: "In der Seelsorge gibt es die Herausforderung, dass man im Augenblick gefordert ist, wie es aus der Distanz zur direkten Berührung nicht regelbar ist." Er könne daher nicht "von vornherein sagen, dass ich ein Paar wegschicken würde oder sage, das mit dem Segen machen wir schon". Grundsätzlich sei ein Segen jedoch eine Art "Grundnahrungsmittel, wie es Brot ist. Das sollte man niemandem vorenthalten". Trotzdem gebe es als Folge des vatikanischen Neins zur Segnung homosexueller Paare eine intensive Beschäftigung, wie die Kirche homosexuellen Paaren liturgisch begegnen könne. Lackner stellte aber klar, dass es einen Unterschied gebe zwischen der Idealgestalt sexuellen Lebens - aus katholischer Sicht zwischen Mann und Frau - und abweichenden Formen. "Ich lebe auch nicht diese Idealgestalt, es muss sie nicht jeder leben. Es gibt auch andere Formen, die man leben kann", so der Erzbischof.

Priester, die künftig homosexuelle Paare segnen, würde Lackner daher fragen, "wie sie die kirchliche Seite, wie von mir beschrieben, präsent haben". Jedoch gestehe er Priestern eine "Erstzuständigkeit vor Ort" zu. Er selbst sei jedenfalls noch nie von homosexuellen Paaren um einen Segen gefragt worden, meinte Lackner.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Paul Wuthe


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. "Hassprediger und Hofnarr"
  11. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"
  15. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz