Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  8. Menschenrecht auf Abtreibung?
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  11. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  12. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  13. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  14. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  15. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne

Lackner: Corona-Krise lehrt Gesellschaft mehr Kooperationswilligkeit

7. April 2021 in Österreich, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Salzburger Erzbischof in "Salzburger Nachrichten"-Interview über Gemeinwohl, Jugend und dem Wert des Lebens


Salzburg (kath.net/KAP) "Die Kirche ist ein stabiler Faktor mit einer langen Geschichte, die viele Epidemien durchlebt hat und irgendwie ist das in ihren Genen verankert": Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Samstag) betont. Die Kirche sei immer noch eine "Halt- und Hoffnungsgeberin", auch wenn das kirchliche Leben coronabedingt stark eingeschränkt worden sei. Sorgen mache dem Bischof jedoch das Auseinanderdriften der Gesellschaft als Folge der Corona-Krise: So gebe es entweder sehr ängstliche Menschen oder "jene, die fast alles ablehnen". Eine der großen Lehren aus der Krise sei daher, "dass jeder Einzelne für das Allgemeinwohl kooperationswillig sein muss und da und dort nachzugeben und vielleicht sogar einen kleinen Nachteil zu akzeptieren hat".

"Man soll nicht allein tun, was man zu zweit besser schafft", meinte Lackner, der damit auf ein soziologisches Prinzip verwies. Nichtsdestotrotz habe das Corona-Virus die Gesellschaft "im Schwitzkasten". Der Erzbischof wandte jedoch ein, dass er als Bischof nicht so große Sorgen habe "wie viele andere Menschen, wirtschaftlicher Natur oder Arbeitslosigkeit". Wenn man diese Zeit jedoch "mitfühlend erlebe", dann sei es "höchste Zeit, dass diese Krise bald vorübergeht".


Mahnende Worte richtete der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz in Richtung dem Aufrechnen von Wirtschaft gegen Menschenleben. Der Mensch sei ein "kostbares Wesen und jeder einzelne ist wichtig und einzigartig". Es dürfe daher nicht hingenommen werden, "dass man den Tod von Menschen in Kauf nimmt und nicht alles tut, um Leben zu retten". Lackner weiter: "Wir protestieren dagegen und dürfen keine Kompromisse eingehen."

Als übertrieben bewertete der Salzburger Erzbischof den Begriff der coronabedingten "verlorenen Generation". Zwar seien die Jungen in ihrer Entwicklung stark eingeschränkt worden, trotzdem glaube er nicht, dass eine Spaltung zwischen den Generationen entstanden sei. Man müsse aber überlegen, "wie man Anreize schaffen kann und wie ein Ausgleich möglich ist". Als Möglichkeit nannte Lackner etwa einen Generationenvertrag mit jungen Menschen. Vonseiten der Kirche bedeute dies etwa Entscheidungen zu treffen für eine Kirche, "in der andere leben werden"; er bereite als Bischof daher bewusst Entscheidungen gemeinsam mit jungen Menschen vor.

Segen ist Grundnahrungsmittel

Auf die Frage, was er tun würde, wenn er von homosexuellen Paaren um einen Segen gebeten werde, meinte Lackner: "In der Seelsorge gibt es die Herausforderung, dass man im Augenblick gefordert ist, wie es aus der Distanz zur direkten Berührung nicht regelbar ist." Er könne daher nicht "von vornherein sagen, dass ich ein Paar wegschicken würde oder sage, das mit dem Segen machen wir schon". Grundsätzlich sei ein Segen jedoch eine Art "Grundnahrungsmittel, wie es Brot ist. Das sollte man niemandem vorenthalten". Trotzdem gebe es als Folge des vatikanischen Neins zur Segnung homosexueller Paare eine intensive Beschäftigung, wie die Kirche homosexuellen Paaren liturgisch begegnen könne. Lackner stellte aber klar, dass es einen Unterschied gebe zwischen der Idealgestalt sexuellen Lebens - aus katholischer Sicht zwischen Mann und Frau - und abweichenden Formen. "Ich lebe auch nicht diese Idealgestalt, es muss sie nicht jeder leben. Es gibt auch andere Formen, die man leben kann", so der Erzbischof.

Priester, die künftig homosexuelle Paare segnen, würde Lackner daher fragen, "wie sie die kirchliche Seite, wie von mir beschrieben, präsent haben". Jedoch gestehe er Priestern eine "Erstzuständigkeit vor Ort" zu. Er selbst sei jedenfalls noch nie von homosexuellen Paaren um einen Segen gefragt worden, meinte Lackner.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Paul Wuthe


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  13. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  14. Ein Frühstück für den Verleugner
  15. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz