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Lackner: Corona-Krise lehrt Gesellschaft mehr Kooperationswilligkeit

7. April 2021 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Salzburger Erzbischof in "Salzburger Nachrichten"-Interview über Gemeinwohl, Jugend und dem Wert des Lebens


Salzburg (kath.net/KAP) "Die Kirche ist ein stabiler Faktor mit einer langen Geschichte, die viele Epidemien durchlebt hat und irgendwie ist das in ihren Genen verankert": Das hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner im Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Samstag) betont. Die Kirche sei immer noch eine "Halt- und Hoffnungsgeberin", auch wenn das kirchliche Leben coronabedingt stark eingeschränkt worden sei. Sorgen mache dem Bischof jedoch das Auseinanderdriften der Gesellschaft als Folge der Corona-Krise: So gebe es entweder sehr ängstliche Menschen oder "jene, die fast alles ablehnen". Eine der großen Lehren aus der Krise sei daher, "dass jeder Einzelne für das Allgemeinwohl kooperationswillig sein muss und da und dort nachzugeben und vielleicht sogar einen kleinen Nachteil zu akzeptieren hat".

"Man soll nicht allein tun, was man zu zweit besser schafft", meinte Lackner, der damit auf ein soziologisches Prinzip verwies. Nichtsdestotrotz habe das Corona-Virus die Gesellschaft "im Schwitzkasten". Der Erzbischof wandte jedoch ein, dass er als Bischof nicht so große Sorgen habe "wie viele andere Menschen, wirtschaftlicher Natur oder Arbeitslosigkeit". Wenn man diese Zeit jedoch "mitfühlend erlebe", dann sei es "höchste Zeit, dass diese Krise bald vorübergeht".


Mahnende Worte richtete der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz in Richtung dem Aufrechnen von Wirtschaft gegen Menschenleben. Der Mensch sei ein "kostbares Wesen und jeder einzelne ist wichtig und einzigartig". Es dürfe daher nicht hingenommen werden, "dass man den Tod von Menschen in Kauf nimmt und nicht alles tut, um Leben zu retten". Lackner weiter: "Wir protestieren dagegen und dürfen keine Kompromisse eingehen."

Als übertrieben bewertete der Salzburger Erzbischof den Begriff der coronabedingten "verlorenen Generation". Zwar seien die Jungen in ihrer Entwicklung stark eingeschränkt worden, trotzdem glaube er nicht, dass eine Spaltung zwischen den Generationen entstanden sei. Man müsse aber überlegen, "wie man Anreize schaffen kann und wie ein Ausgleich möglich ist". Als Möglichkeit nannte Lackner etwa einen Generationenvertrag mit jungen Menschen. Vonseiten der Kirche bedeute dies etwa Entscheidungen zu treffen für eine Kirche, "in der andere leben werden"; er bereite als Bischof daher bewusst Entscheidungen gemeinsam mit jungen Menschen vor.

Segen ist Grundnahrungsmittel

Auf die Frage, was er tun würde, wenn er von homosexuellen Paaren um einen Segen gebeten werde, meinte Lackner: "In der Seelsorge gibt es die Herausforderung, dass man im Augenblick gefordert ist, wie es aus der Distanz zur direkten Berührung nicht regelbar ist." Er könne daher nicht "von vornherein sagen, dass ich ein Paar wegschicken würde oder sage, das mit dem Segen machen wir schon". Grundsätzlich sei ein Segen jedoch eine Art "Grundnahrungsmittel, wie es Brot ist. Das sollte man niemandem vorenthalten". Trotzdem gebe es als Folge des vatikanischen Neins zur Segnung homosexueller Paare eine intensive Beschäftigung, wie die Kirche homosexuellen Paaren liturgisch begegnen könne. Lackner stellte aber klar, dass es einen Unterschied gebe zwischen der Idealgestalt sexuellen Lebens - aus katholischer Sicht zwischen Mann und Frau - und abweichenden Formen. "Ich lebe auch nicht diese Idealgestalt, es muss sie nicht jeder leben. Es gibt auch andere Formen, die man leben kann", so der Erzbischof.

Priester, die künftig homosexuelle Paare segnen, würde Lackner daher fragen, "wie sie die kirchliche Seite, wie von mir beschrieben, präsent haben". Jedoch gestehe er Priestern eine "Erstzuständigkeit vor Ort" zu. Er selbst sei jedenfalls noch nie von homosexuellen Paaren um einen Segen gefragt worden, meinte Lackner.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Paul Wuthe


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Lesermeinungen

 Matityahu 8. April 2021 
 

Nur nebenbei

Als 1995 in Österreich entschieden wurde, dass am 8.12. zukünftig alle Geschäfte offen haben dürfen (an einem der schönsten Feiertage, den wir Katholiken haben), blieb auch der Aufschrei der Kirche gegenüber des Mammons aus.
Genauso wird es auch jetzt geschehen. Die Wirtschaft wird hier über Leichen gehen.


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 Matityahu 8. April 2021 
 

@nazareth

„Endlich ist dies die Stunde der Kirche!“
Es wäre zu schön um wahr zu sein.
Dazu benötigt es aber Priester mit Rückgrat
Aber was nützt die Gesundheit ohne Glaube? Die Gesundheit, ein hohes Gut, wer sie besitzt, ist zeitlich! Der Glaube, ein noch höheres Gut, wer ihn besitzt, ist für die Ewigkeit!


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 Passero 8. April 2021 
 

Ein klares JEIN

„Großartig”, wie manche Oberhirten in verschiedenen Belangen ein klares JEIN verkünden und durch ihre Ordinariats-Funktionäre umsetzen lassen!

Apropos Ordinariate. Eine Frage an alle, die dies hier lesen: Was sagt Ihr zu folgender Maßnahme? -
Eine österr. Diözese stellt derzeit für alle ihre
Bediensteten (Priester u. Laien) die Gehaltsauszahlung von „im Voraus” auf „im Nachhinein” um. Das bedeutet konkret natürlich: ein Monatsgehalt fehlt dem Bediensteten. Er könnte (ach, wie großzügig!) um einen Vorschuss ansuchen, was ihm freilich auch nichts nützt, wenn er jeden Monat knapp kalkulieren muss.


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 nazareth 7. April 2021 
 

Trojaner? Nein! Alles bestens!

Endlich ist dies die Stunde der Kirche! Die Welt spricht von Rücksichtnahme,Zusammenhalt,gegenseitiger Hilfe, Einfachheit und Einschränkung,Solidarität.Was für eine Stunde der Kirche!Jetzt können wir als verlässlicher Partner des Staates zeigen, dass Kirche relevant ist und ihre Messbesucher auf fast alles kirchenwesentliche als Christen gerne zum Erhalt der Gesundheit der Menschen verzichten.Am Wichtigsten ist die Gesundheit.Das tragen wir natürlich mit.Es ist ja die größte Sorge der Menschen,da müssen wir schon mit.Wie kommt es, dass uns so ein Glücksfall passiert,dass wir plötzlich so gleichgeschaltet sind wie die Staatsinteressen.Na ja,die letzten Jahre hat die Kirche ja auch dazugelernt was die Begegnung mit menschlich.Bedürfnissen angeht.Da hat sich auch einiges bewegt.Kein Weihwasser,keine gemeinschaftlichen Gebete,keine Hl. Messe. Impfen mit Zelllinien von abgetriebenen Föten.Dient der Solidarität.Komisch, dass da immer noch ein ungutes Gefühl bleibt, so ganz tief drinnen.


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 garmiscj 7. April 2021 

Wenn es nur diese Bischöfe gäbe...

Ich kann im Einzelnen gar nicht immer genau sagen warum, aber ich stelle mir einen Bischof, seine Taten und Worte einfach genau gegenteilig vor. Mich persönlich, als gläubigen Menschen, hat dieses eigenartige, nichtssagende Geschwurbel vieler deutschsprachiger Bischöfe schon lange nicht mehr im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe gestärkt. Im Gegenteil. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich Priester kennen darf, bei denen genau dies aber der Fall ist.


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 stat crux dum volvitur orbis 7. April 2021 
 

Eine klare Aussage, die Exzellenz da tätigt:

"Der Mensch sei ein "kostbares Wesen und jeder einzelne ist wichtig und einzigartig". Es dürfe daher nicht hingenommen werden, "dass man den Tod von Menschen in Kauf nimmt und nicht alles tut, um Leben zu retten". Lackner weiter: "Wir protestieren dagegen und dürfen keine Kompromisse eingehen."
Leider nimmt er sich selbst nicht ernst: Kompromisse allerorten, um die schönen Worte nur ja nicht durch Taten bekräftigen zu müssen. Das käme in der Öffentlichkeit gar nicht gut an. Dabei gäbe es Themen genug, die nach Kompromisslosigkeit geradezu schreien, begonnen bei der Tötung ungeborener Kinder und endend bei der "Beihilfe" zum Selbstmord. Und dazwischen gibt es noch jede Menge "Baustellen".
Ich fürchte, Christus wird beim Jüngsten Gericht sehr viele seiner eigenen Jünger nicht kennen ...


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 Scotus 7. April 2021 

'Ay' and 'no' too was no good divinity. (King Lear)

Was die Segnung von homosexuellen Paaren angeht, sagt Erzbischof Lackner ja und nein gleichzeitig. Aber wie schon Shakespeare seinen König Lear sagen lässt, sind Ja und nein zusammen keine gute Theologie. Nicht nur Klartext zu sprechen, auch ein Zeugnis für den Glauben und die Kirche abzulegen, scheint eine Überforderung für unsere Bischöfe zu sein.


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