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Pius XII. und die Juden - Was der Papst in Rom vor dem Ghettoüberfall tat

11. September 2021 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Die "schwarze Legende" über das Schweigen von Pius XII. wird durch die Fakten widerlegt. Diakon Dominiek Oversteyns zeichnet auf der Grundlage von Primärquellen ein Bild der Aktivitäten von Pius XII. zugunsten der Juden. Von Andrea Gagliarducci


Vatikan (kath.net/ACI Stampa)

Zahlen, Daten und Zeugenaussagen zeigen, dass Pius XII. nicht erst nach dem Überfall auf das Ghetto in Rom am 16. Oktober 1943 mit der Hilfe für die Juden begonnen hatte, sondern bereits vor dem Überfall der Nazis, und ein Hilfsnetz aufgebaut hat, das in keinem anderen Land seinesgleichen kannte. Dies zeigt eine Studie von Diakon Dominiek Oversteyns von der Geistlichen Familie „Das Werk“, der ausschließlich mit Primärquellen arbeitet und dazu beiträgt, das Bild der Literatur über Pius XII. und die Juden neu zu zeichnen.

Die von Diakon Oversteyns verwendeten Primärquellen[2] sind: die Zeugnisse der italienischen Familien oder der Ordensleute der römischen Klöster, die die Juden gerettet haben und die in den Archiven der Klöster sowie in den Dokumenten des Zentrums für jüdische Kultur in Rom zu finden sind; die zahlreichen privaten Veröffentlichungen der römischen Juden in den letzten zwei Jahrzehnten; das "Buch der Erinnerung" von Liliana Picciotto, in dem die Namen aller deportierten und ermordeten italienischen Juden aufgeführt sind; die Liste im Buch "Storia degli Ebrei Italiani sotto il fascismo" von Renzo De Felice, in dem die Geschichte von 148 Klöstern beschrieben wird, die viele Juden gerettet haben.[3]

Diakon Dominiek Oversteyns verwendet eine präzise mathematische Methode, um die Daten zu lesen. Einige Daten sind durch Extrapolation definiert, aber alle beziehen sich auf konkrete Zahlen. Es handelt sich um ein wissenschaftlich-mathematisches Verfahren, das auf die Geschichte angewandt wird und auch dazu dient, alle Zweifel zu entkräften. Wir wollen nicht über Geschichten reden; wir sprechen hier über Zahlen.

Vor der Razzia vom 16. Oktober 1943[4] gab es nachweislich 8.195 Juden in Rom, aber hochgerechnete Zahlen ergeben 8.207.[5]  Von diesen waren 925 Juden mit Sicherheit bereits aus ihren persönlichen Häusern in Rom oder von außerhalb Roms geflohen, aber hochgerechnete Daten aus Quellen und Zeugenaussagen beziffern die Zahl auf 1.323.[6]


Wo haben sie Zuflucht gefunden?[7]  18 Juden gingen in den Vatikan mit seinen 26 exterritorialen Gebieten, 393 Juden begaben sich in Dörfer in den Bergen um Rom, 368 Juden fanden Zuflucht in privaten Häusern von Freunden in Rom, 500 Juden in 49 römischen Klöstern[8]  und 44 Juden in Pfarreien und päpstlichen Hochschulen in Rom.[9]  Pius XII. konnte auch 152 Juden helfen, die sich unter dem Schutz von DELASEM, der Delegation zur Unterstützung jüdischer Emigranten, in Römischen Privatwohnungen versteckt hielten. Insgesamt unterstützte Pius XII. 515 bekannte Juden, aber die Hochrechnung der Daten ergibt eine Zahl von 714 Juden. Das sind 54 Prozent der in Rom anwesenden Juden auf der Flucht vor dem Beginn der Razzia. Darüber hinaus waren 526 der 714 unterstützten Juden römische Juden. Kurz gesagt, Pius XII. half 47 % der römischen Juden auf der Flucht vor dem Anfang der Razzia im Ghetto.[10]

Und nicht nur das: Schon als Kardinal nahm Pius XII. mindestens 30 jüdische Gelehrte im Vatikan auf, wo sie arbeiteten und ihre Forschungen in den Vatikanischen Museen und Archiven fortsetzten, nachdem sie aufgrund der Rassengesetze entlassen worden waren. Menschen wie Hermine Speier (die bereits 1934 im Vatikan zu arbeiten begann), Fritz Volbach (1939 im Vatikan angestellt) oder Erwine Stuckold fanden im Vatikan die Möglichkeit, ihre Studien trotz der Rassengesetze fortzusetzen.

Nachdem die Nazis am 10. September 1943 Rom besetzt hatten, wurden viele von ihnen in Klöstern versteckt und in Autos des Vatikans wie dem von Monsignore Ottaviani transportiert. Es gibt 8 Zeugnisse, die unterstreichen, wie Pius XII. noch vor dem 16. Oktober 1943 darum bat, Klöster für jüdische Flüchtlinge zu öffnen. Es gab mindestens 49 Römische Klöster, die Pius XII. um Hilfe bat, indem er vor ihren Eingängen ein Schild anbrachte, auf dem erklärt wurde, dass sie sich in der exterritorialen Zone des Vatikans befänden – ein Zeichen dafür, dass die Juden dort geschützt würden[11]. Hermine Speier selbst wurde in einem Kloster der Oblaten-Benediktiner versteckt. Fritz Volbach (zusammen mit Senator Jacob Isaiah Levi, seiner Frau und Giacomo Terracina) wurde im Kloster Santa Bambina versteckt, wo sich 120 Flüchtlinge aufhielten, von denen vier mit Sicherheit Juden waren, doch die Extrapolation der Daten führt zu einer möglichen Zahl von 30 Juden.

Diese Zahlen zeigen, dass sich Pius XII. schon lange vor der Razzia im Ghetto für die Juden einsetzte, und das inmitten von tausend Schwierigkeiten. Es stimmt auch nicht, dass die Nazis die Klöster nicht durchsuchten oder dass es nach der Razzia keine weiteren Razzien gab[12], weil das dem Papst angekündigt worden war. Es stimmt jedoch, dass sich Pius XII. schon früh für das Schicksal der römischen Juden eingesetzt hat.

[1] Andrea Gagliarducci, Pio XII e gli Ebrei, cosa il Papa ha fatto a Roma prima della razzia del ghetto. La “leggenda nera” sul silenzio di Pio XII smentita dai fatti. Il diacono Dominiek Oversteyns, sulla base di fonti primarie, fornisce un quadro dell’attività di Pio XII in favore degli Ebrei, in: (ACI Stampa) CITTÀ DEL VATICANO, 15 luglio, 2021 / 4:00 PM; Andrea Gagliarducci, https://www.acistampa.com/story/pio-xii-e-gli-ebrei-cosa-il-papa-ha-fatto-a-roma-prima-della-razzia-del-ghetto-17580.

[2] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2020/06/Recensione-tre-volume-di-edizione-3-sul-Pio-XII-aiutando-gli-ebrei.pdf.

[3] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2020/06/La-ragione-e-il-suo-influsso-della-correzione-del-numero-totale-degli-ebrei-nascosti-in-conventi.pdf.

[4] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/09/Fig-3.1Tabella-collaiuto-di-Pio-XII-agli-ebrei-romano-prima-del-16-ottobre-1943-1.pdf.

[5] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/09/Fig-3.10-Bilancio-di-dove-sono-glii-ebrei-a-Roma-prima-della-razzia-del-16-ottobre-1943-1.pdf.

[6] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/07/otto-ragione-perch%C3%A8-ebrei-via-prima-di-16-ottobre-1943-a-Roma.pdf.

[7] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/07/Kort-1-situatie-voor-16-oktober-1943-1.pdf.

[8] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/09/Fig-3.8-Tabella-con-i-235-conventi-che-hanno-nascosti-ebrei-durante-la-persecuzione-nazita-a-Roma-2.pdf.

[9] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/approfondimenti/lopera-a-favore-degli-ebrei-di-roma/.

[10] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2019/07/Versione-finale-discorso-12-03-2014.pdf.

[11] Johan Ickx, https://holocaustremembrance.com/sites/default/files/inline-files/Refugee%20Policies%20Publication.pdf, p. 67 – 93.

[12] Dominiek Oversteyns, http://www.papapioxii.it/wp-content/uploads/2020/06/Le-61-irruzioni-dei-nazisti-fascisti-.pdf.


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Lesermeinungen

 Zeitzeuge 13. September 2021 
 

Im Link die Website einer jüdischen Stiftung, die sich sehr intensiv

mit Papst Pius XII. beschäftigt mit vielen wichtigen

Links.

Tolle et lege!

www.ptwf.org/index.php?option=com_content&view=article&id=115:investigating-the-papacy-of-pope-pius-xii&catid=90&Itemid=593


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 girsberg74 11. September 2021 
 

Pius XII. muss gegen Angriffe weder verteidigt noch gerechtfertigt werden.

Die Angriffe gelten uns Heutigen, denen man die Kirche und den Papst schlecht machen will mit scheinbarer Sachlichkeit; Hauptsache, es bleibt etwas hängen.

Insofern können Zahlen hilfreich sein, um das Ausmaß der Hilfe zu verdeutlichen, einer Riesenanstrengung damals.

Wir dürfen auf Pius XII. stolz sein; einen extra Heiligenschein hat sein Tun nicht nötig; Kleinkrämerei und Zweifel sind unangebracht.


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 J. Rückert 11. September 2021 
 

Mut aus sicherer Distanz

Der Vorwurf eines Hochhuth, der Papst hätte für die Juden mehr tun können, kann man vielen machen.
Sehen wir mal an, was es gebracht hat, dem totalitären Regime die Stirn zu bieten bzw. die Zunge zu zeigen:
1. Der Boykott deutscher Waren 1933 durch jüdische Organisationen wurde mit einem Boykott jüdischer Geschäfte im Reich beantwortet. Wer blieb obenauf?
2. Das Attentat auf den NS-Botschafter in Paris ging dem Novemberpogrom 1938 unmittelbar voraus.
3. 1942 protestierten die Bischöfe der Niederlande gegen die Nazis. Als direkte Folge kam Edith Stein ins KZ.
4. So wenig wie Lincoln zur Sklavenbefreiung in den Krieg zog, so wenig die Alliierten. Sie hätten „mehr tun können …“


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 Chris2 11. September 2021 
 

Pinchas Lapide

ging von Hunderttausenden durch die Kirche gerettete Juden aus und hat das in seinem Werk "Rom und die Juden" dokumentiert.


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