Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  2. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  3. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  7. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  8. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  9. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  10. "Hassprediger und Hofnarr"
  11. R.I.P. Martin Lohmann
  12. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  15. Drei Brücken zum Licht. Vom Zion zum Bosporus: Erneuerung der Einheit

"Die nächste Krise kommt bestimmt"

7. September 2021 in Kommentar, 27 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Auch wenn die Todesangst rundherum überhand nimmt, schläft Jesus im Boot" - Kommentar von Michael Koder


Wien (kath.net/mk) Es ist Krise. Immer noch, oder schon wieder. Finanz-Krise, Flüchtlings-Krise, Corona-Krise, und zunehmend auch Klima-Krise. Der ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hat kürzlich dringend verstärkte Maßnahmen zum Klimaschutz eingemahnt. Es brauche entschiedenes Handeln auf allen Ebenen. Die Kirchen appellieren an jeden einzelnen, das eigene Konsum-, Mobilitäts- und Energieverhalten zu überprüfen, und mahnen „umfassende Solidarität“ ein.

Man weiß ja gar nicht mehr, in wie vielen gleichzeitigen Krisen wir uns nun schon befinden. Die einzelnen Krisen verschmelzen zu einer Dauerkrise, und das Schlimme ist, dass sich viele Menschen schon daran gewöhnt haben, also sich ein ruhiges Leben gar nicht mehr vorstellen können. Besonders an der sogenannten „Corona-Krise“ wurde sichtbar, dass sich zahlreiche gesellschaftliche Meinungsführer an jeder noch so unwägbaren Theorie und Vermutung aufhängen, um die Massenpanik weiter zu schüren und die Krise aufrecht zu erhalten. Ob das von Menschen geplant ist, oder einfach eine List des Bösen, bleibe dahingestellt. Die Angst hat sich jedenfalls geradezu zu einem Rauschmittel entwickelt, einer neuheidnischen Religion, einer unbegrenzten „Opium-Reserve“ für das Volk.


In all den genannten „Krisen“ gibt es Fakten, die ernst zu nehmen und auf die angemessen zu reagieren ist. Das inflationär verwendete Wort Krise aber ist mit Vorsicht zu gebrauchen: es ist zu berücksichtigen, dass machthungrige Politiker ihren Hunger gerade durch eine heraufbeschworene „Krise“ stillen können, indem sie sich dann Notrechte und außerordentliche Vollmachten einräumen lassen. Außerdem treibt die Krise tendenziell die Wählergunst in die Höhe, weil „der starke Mann“ das Land (scheinbar) sicher und gut durch den Sturm geführt hat. Nicht alle Politiker sind in diesem Sinn moralisch korrumpiert. Aber wir dürfen uns durch den Schein auch nicht trügen lassen.

Solidarität ist ein weiterer Begriff, der in letzter Zeit über die Maßen ausgedehnt und verwässert worden ist. Jeder wird mir zustimmen, dass es Grenzen geben muss: wenn in Indien ein christlicher Pastor verprügelt wird, wird niemand verlangen, dass wir ins Flugzeug steigen, um der Familie beizustehen, selbst wenn diese vor Ort isoliert wäre. Genau solche Grenzen der Solidarität scheint der Zeitgeist aber nicht anzuerkennen; das Prinzip wird heute vielmehr missbraucht, um uns Schuldgefühle zu machen und nicht bestehende moralische Pflichten zu rechtfertigen. Wir sind angeblich für jedes Übel irgendwo in der „Menschheitsfamilie“ mitverantwortlich und handlungspflichtig; das ist aber so nicht richtig. Gerade die Kirche wäre dazu angehalten, ihre Soziallehre diesbezüglich zu präzisieren, und dem Begriff der Solidarität eine klare Umfassung zu geben.

Ohne das Bewusstsein der Geborgenheit in Gottes Plan wären wir wirklich in der Krise. Das will auch Jesus seinen Jüngern im Seesturm klarmachen, als er schläft, während diese in Panik geraten. „Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4, 40) Wir dürfen uns vom Gefühl des Dauer-Ausnahmezustandes nicht mitreißen lassen; wir können für uns sagen: diese oder jene Krise ist für mich ab heute vorbei. Etwa: Das Virus lässt sich zwar nicht aus der Welt schaffen und wird uns wohl noch lange Kopfzerbrechen, Sorge und vielleicht auch Schmerz bereiten; aber es ist nicht der eigentliche Feind, vor dem wir uns fürchten sollen (vgl. Mt 10, 28: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können...“). Tun wir es also Jesus gleich, legen wir uns wieder schlafen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"
  15. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz