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Prager Kardinal Duka: Kirche ist in Pandemie starr geworden

14. September 2021 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Tschechischer Kardinal bei Eucharistischen Weltkongress in Budapest: "Eine Kirche, die für die Menschen von heute attraktiv sein kann, ist die Kirche der Eucharistie" - Zagreber Kardinal Bozanic: Sakrament der Eucharistie vereint die Welt


Budapest (kath.net/KAP) Große Hoffnungen hinsichtlich der vom Eucharistischen Weltkongress in Budapest ausgehenden Impulse hat der tschechische Kardinal Dominik Duka. "In der Zeit der Pandemie ist die Kirche ohne Eucharistie starr geworden, sie muss wieder in Bewegung kommen", betonte der Prager Erzbischof am vergangenen Freitag vor Tausenden Teilnehmern des aktuellen internationalen Kirchentreffens in der ungarischen Hauptstadt. Dazu erinnerte Duka an die Einschränkungen bei Gottesdienstfeiern während der Corona-Pandemie. Vom Weltkongress solle ein Zeugnis für die "wahre Dynamik des Lebens in Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit" ausgehen, wünschte sich der Kardinal. Das Sakrament der Eucharistie mache die Kirche dynamisch, Institutionelles hingegen schaffe eine "Kirche der Fossilien", sagte Duka in seiner Katechese in Anlehnung an Gedanken des französischen Theologen und Jesuiten Henri de Lubac (1896-1991).


Kirche solle keine politische oder wirtschaftliche Organisation sein. "Eine Kirche, die für die Menschen von heute attraktiv sein kann, ist die Kirche der Eucharistie", betonte der Kardinal. Den Eucharistischen Weltkongress bezeichnete Duka als eine Danksagung und "Feier der einzigartigen Fähigkeit Christi, sein Leben für andere zu geben". Jesus überzeuge nicht mit Demagogie, leeren Versprechungen oder Medienrummel, so der Kardinal. "Er ist der Zeuge, der uns davon überzeugt, dass Gott Liebe und Wahrheit ist." Seine immer wieder geäußerte scharfe Gesellschaftskritik bekräftigte der Prager Erzbischof auch in Budapest. Christliche Werte würden heute "durch Werte ersetzt, die nur eine Verkleidung für die Ideale des Marxismus, Maoismus und Anarchismus sind".

Um diesen "bösartigen Ideologien" zum Durchbruch zu verhelfen, werde Demagogie und Verleumdung in Medien eingesetzt, meinte Duka, Christen müssten in einer von der "Diktatur des Relativismus" beherrschten Gesellschaft "in mutiger Gelassenheit, mit Sanftmut und erhobenen Hauptes nach dem Vorbild Christi vor der Welt Zeugnis von der Wahrheit ablegen". Bozanic: Eucharistie vereint die Welt Gast beim Eucharistischen Weltkongress war am Freitag auch der kroatische Kardinal Josip Bozanic. In der Bibel seien es oft die Kleinen und Schwachen, die in allen Lebenslagen auf Gott vertrauen und in seiner Kraft Zuflucht finden können, sagte der Erzbischof von Zagreb bei einem Morgenlob am zentralen Kongressort im Budapester Messezentrum "Hungexpo".

"Die Eucharistie ist die Quelle unseres Lebens, die Eucharistie ist die Kraft der Liebe", hob Bozanic hervor. Beim ersten Eucharistischen Weltkongress in Budapest im Frühjahr 1938 habe der kroatische Kardinal Alojzije Stepinac (1898-1960) angesichts der damaligen Kriegsgefahr erinnert, dass die Menschheit daran glauben müsse, dass die göttliche Liebe die Völker der Erde einen kann. "Das ist die Liebe Christi in der Heiligen Eucharistie. Es ist der Glaube an diese Liebe, die uns heute vereint, egal aus welchem Teil der Welt wir kommen. Die Heilige Eucharistie ist die goldene Spange, die einzelnen Familien, Völker und Nationen verbindet", zitierte Bozanic aus der damaligen Ansprache seines Vorgängers auf dem Zagreber Bischofsstuhl.

 

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