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Muezzin-Rufe in Köln – Politik hofiert „radikalen Kopftuch-Islam“ – Messer im Rücken der Integration

26. Oktober 2021 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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„Es ist auch ein Statement gegen liberale Muslime und Ex-Muslime, die vor Islamisten nach Deutschland geflohen sind.“ Gastbeitrag von Seyran Ateş/Katholische SonntagsZeitung


Augsburg-Berlin (kath.net/Katholische SonntagsZeitung/Neue Bildpost) kath.net dokumentiert den Gastbeitrag der Rechtsanwältin, Moschee-Gründerin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş zu den Plänen der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, in Köln künftig Muezzin-Rufe zu genehmigen, in voller Länge und dankt der Katholischen Sonntagszeitung Augsburg für die freundliche Erlaubnis zum Abdruck.

Ich bin Muslimin und Gründerin einer Moschee. Ich liebe den Gebetsruf, den Adhan – aber ich brauche keinen Muezzin, der die Stadt und Nachbarschaft damit beschallt. In unserer Moschee rufen nicht nur Männer, sondern auch Frauen zum Freitagsgebet. Sie rufen in der Moschee, um das Freitagsgebet einzuläuten, um die Menschen in der Moschee auf die folgenden spirituellen Momente einzustimmen. Man kann sich den Ruf der Frauen auch auf YouTube anhören.


Neben vielen positiven Reaktionen erhalten wir auch Ablehnung. So schrieb jemand: „Boah, ich bekomme Ohrenschmerzen vom Gesang.“ Ein anderer kommentierte unter dem Video mit dem Ruf einer Iranerin, die in unserer Moschee gerufen hat: „Als Frau ist es nicht gestattet, den Quran laut zu rezitieren.“

Seit 2017 existiert unsere liberale Moschee. Wir werden von der Mehrheit der sogenannten konservativen Muslime und der Mehrheit der deutschen Politik als „Randerscheinung“ behandelt, diskriminiert und sind schlimmsten Anfeindungen durch den politischen Islam ausgesetzt. Aktionen wie jetzt in Köln, den Muezzin vom Minarett rufen zu lassen, dienen weder der Integration noch einem friedlichen Miteinander!

Diese vorgeblich tolerante und weltoffene Politik ist nicht die erste Anbiederung der Politik, vor allem der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, seine Moschee in Köln und den politischen Islam. Es ist auch ein Statement gegen liberale Muslime und Ex-Muslime, die vor Islamisten nach Deutschland geflohen sind.

Seit mehr als 40 Jahren sind wir einer deutschen Machtpolitik ausgesetzt, die sich für einen konservativen, radikalen, politischen Kopftuch-Islam einsetzt. Aus all den Moscheen, die Frau Reker hofiert, wird keine Frau rufen. Denn dort herrschen patriarchale Strukturen, gegen die wir liberale Muslime ankämpfen. Die Entscheider in Köln haben uns ein weiteres Messer in den Rücken gerammt und den politischen Islam gestärkt. Ich habe aufgegeben, die Messer zu zählen.

Symbolbild: Verschleierte Schaufensterpuppen


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