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Je größer der Widerstand gegen euch, desto wichtiger seid ihr für diese Zeit!

12. April 2022 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Wir brauchen euch. Wir brauchen geistige Führer in einer Zeit der Verwirrung, wir brauchen wahre Hörer des Wortes - Ein Brief an die Priester - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Liebe Priester, heute möchte ich diese Kolumne nutzen, um ein Wort an euch zu richten. Ihr habt eine große Aufgabe, eine heilige Aufgabe. Ihr seid so vieles auf einmal – Arzt für die Seele, Führer für das geistliche Leben, Lehrer für das Wort Gottes und die Weisheit der Kirche, Hörer, Beter, oft seid ihr sogar als Manager gefordert und vor allem und in alle dem seid ihr das eine: Repräsentant Christi.

Als ich heute einen Priester auf der Kanzel stehend, in ein würdevolles Messgewand gehüllt, das Evangelium verkünden, sah, jubilierte meine Seele, denn sie erkannte: Der König. Der König, ihn repräsentiert ihr. Der König, in seinen Fußstapfen steht ihr. Der König, ihn bildet ihr ab. Ist das nicht krass?! Welch Ehre, welch Würde!

Während ich diese Zeilen schreibe, kann ich gut nachempfinden, wie sich die Jünger am Weg nach Emmaus fühlten als ihnen Jesus die Schrift erschloss. In Lk 24,32 lesen wir, dass den beiden Jüngern dabei das Herz in der Brust brannte. Meines tut es dem ihren gleich, wenn ich an das Mysterium des Priestertums denke.


Liebe Priester, ihr seid wertgeschätzt. Ihr habt eine große, eine wichtige Aufgabe. Ich weiß, in der Welt erfährt ihr oft mehr Geringschätzung als Wertschätzung, mehr Verachtung als Respekt, aber ich bin gewiss: Je größer der Widerstand gegen euch, desto wichtiger seid ihr für diese Zeit.

Wir brauchen euch. Wir brauchen geistige Führer in einer Zeit der Verwirrung, wir brauchen wahre Hörer des Wortes – und der Beichten – in einer Zeit des Lärms, wir brauchen eifrige Beter in einer Zeit der Gottvergessenheit, wir brauchen euch, denn wir brauchen Christus.

Ihr habt das Recht zu binden und zu lösen (vgl. Mt 18,18) – nutzt es. Ebnet die Bahnen ins Himmelreich. Folgt dem Beispiel Johannes des Täufers – verkündet mit Wort und Leben den einen, der das wahre Leben ist. Hört und betrachtet wie Maria, seid mutig wie Josef. Seid treu wie jene, die Jesus bis zum Kreuz gefolgt sind. „Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch eure ganze Lebensführung heilig sein. Denn es steht geschrieben: Seid heilig, weil ich heilig bin.“ (1 Petr 1,15f)

Der Anspruch an euch ist groß, doch die Gnade, die ihr empfängt, ebenso.

Eure Arbeit, euer Dienst, wird wertgeschätzt – auch wenn es sich vielleicht manchmal nicht so anfühlt, auch wenn ihr mit euren Schäfchen hin und wieder an die eigenen Grenzen stößt.

Mit aufrichtigem Herzen kann ich euch vergewissern: Ich erinnere mich an den Namen jedes einzelnen Priesters, der mich ein Stück näher zu Gott gebracht hat, der mir ein Stück mehr von Gott enthüllt hat. Ich erinnere mich an den Namen jedes einzelnen Priesters, der meinen Weg mit Gott geprägt hat. Ihr seid nicht vergessen, eure Schäfchen denken an euch und beten für euch.

Eure Aufgabe ist heilig, denn ihr prägt unsere Seelen. Ich bitte euch um eines: Haltet fest an eurem Ursprung: Dem Wort Gottes, durch das alles geworden ist, die Wahrheit, die einem Löwen gleicht – bereit auf Streifzug zu gehen, „man muss sie nicht verteidigen. Lass sie einfach los. Sie wird sich selbst verteidigen.“ (Augustinus)

Ja, ihr habt eine prägende Aufgabe – für euer Leben und für unser Leben. Vergesst nicht, dass da Schäfchen sind, die euch zuhören, die euch wertschätzen, die für euch beten und danken. Vergesst nicht, in euren Kirchen sitzen Seelen, die jubilieren, wenn einer von euch, seinen Dienst würdevoll, der Bibel und Kirchenlehre entsprechend, ausübt. Vergesst nicht, wir sind hier mit euch, denn wir sind eine Kirche. Vergesst nicht, wir brauchen euch, denn wir brauchen Christus. Diese Kirche, sie dürstet nach mehr von ihm.


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