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Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus

8. Jänner 2026 in Weltkirche, 9 Lesermeinungen
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170 Kardinäle beraten seit Mittwoch im Vatikan mit Papst Leo XIV. über die Zukunft der Kirche - Als erstes mussten sie darüber entscheiden, welche Themen auf die Tagesordnung kommen


Vatikanstadt (kath.net/KAP/red/pl) Die auf Einladung von Papst Leo XIV. im Vatikan versammelten Kardinäle haben beschlossen, sich mit zwei zukunftsorientierten Themen für die Kirche in der Linie von Papst Franziskus zu befassen. Wie Vatikansprecher Matteo Bruni am Mittwochabend mitteilte, entschied das zu einem "außerordentlichen Konsistorium" einberufene Kardinalskollegium in der ersten Sitzung am Mittwochnachmittag, in den kommenden beiden Sitzungen über die Themen der Synodalität (Mitsprache) und über den missionarischen Auftrag der Kirche zu diskutieren.

Die Entscheidung sei "mit sehr großer Mehrheit" gefallen, erklärte Bruni. Teilgenommen hätten 170 Kardinäle, die in 20 Gruppen aufgeteilt waren. Die Mehrheit der Gruppen habe für die Themen "Synode und Synodalität, Instrument und Stil der Zusammenarbeit" sowie "Missionarischer Auftrag" gestimmt. Die über 80-jährigen Kardinäle waren zusammen mit den Kurienkardinälen auf elf Tische aufgeteilt. Die Kardinäle aus der Weltkirche unter 80 saßen an insgesamt neun anderen Tischen. Jeder Tisch gab ein mehrheitliches Votum ab.


Konzentration auf zwei Themen

Zwei andere vom Papst vorgeschlagene Themen fanden in der Abstimmung keine Mehrheit. Dies waren die Debatte über die Liturgie (die korrekte Form des Gottesdienstes) und die Debatte über die Struktur der Leitungsinstanz der katholischen Weltkirche, die sogenannte Kurie. Papst Franziskus hatte sie in den vergangenen Jahren im Zuge einer "Kurienreform" umgebaut.

"Ein Thema schließt ein anderes nicht aus", erklärte dann allerdings der Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, in einem Abendbriefing mit Journalisten. „Der Papst erhielt Hinweise auf eine Dringlichkeit oder das wahrgenommene Bedürfnis nach bestimmten Themen. Es wird ein Weg gefunden werden, sie innerhalb der anderen anzusprechen.“

Wegen der kurzen Zeit des auf knapp zwei Tage angesetzten Konsistoriums hatte Papst Leo die Kardinäle aufgefordert, zwei von vier möglichen Themen auszuwählen. Eine Befassung mit dem Thema Liturgie hatten vor allem einige Kreise in der katholischen Kirche gewünscht, die mehr Raum für die Feier der Liturgie in der außerordentlichen Form wünschen.

Zentrale Ideen von Papst Franziskus

Mit ihrer Themen-Auswahl knüpften die Kardinäle an zwei zentrale Ideen des verstorbenen Papstes Franziskus (2013-2025) an. Dieser hatte die Kirche zu Beginn seines Pontifikats 2013 mit der Grundsatzerklärung "Evangelii gaudium" auf eine offenere Seelsorge und eine dynamischere Verkündigung ihrer Botschaft eingeschworen. Diesen Text wollen die in Rom versammelten Kardinäle nun erneut ins Zentrum ihrer Überlegungen stellen.

In der Spätphase seines Pontifikats hatte Franziskus die Idee der "Synodilität" forciert. Mit diesem Prinzip wurden neben den Bischöfen auch anderen Mitgliedern der Kirche mehr Möglichkeiten der Mitsprache einräumt. Theologisch und kirchenrechtlich ist diese Neuerung bislang noch nicht vollständig abgesichert, so dass unter den Kardinälen hierüber noch Diskussionsbedarf besteht.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Foto aus diesem Konsistorium (c) Vatican Media


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Lesermeinungen

 Hardenberg 9. Jänner 2026 
 

@Verusdeum

Ich glaube, Sie überschätzen die Wichtigkeit der deutschen Kirche.


4
 
 Versusdeum 8. Jänner 2026 
 

@Gandalf

Vielleicht ist es ja die Sorge vor einem Schisma in Deutschland, das die Kardinäle umtrieb, das Thema Synodalität der Liturgie vorzuziehen. Doch wer das tut, verwechselt vielleicht Ursache und Wirkung und klebt Pflaster auf sprudelnde Wunden - zu denen in Deutschland definitiv auch der Zustand der Liturgie gehört, mit Wandlung und Kommunion dem großartigsten, "heiligsten und höchsten" (Kardinal Ratzinger), das wir hier auf Erden haben.


3
 
 SalvatoreMio 8. Jänner 2026 
 

Missionarische Kirche sein!

@heikostir: eine Kirche, die nicht missionarisch ist, verfehlt ihren Auftrag. Das Thema "Mission" ist unendlich wichtig und wird - soweit ich es sehe - kläglich umgesetzt!


5
 
 heikostir 8. Jänner 2026 
 

Eine kluge Wahl!

Dass es beim Thema "Synodalität" Klarstellungen geben muss (was ist damit gemeint / und was ist damit nicht gemeint: siehe Synodaler Weg in Deutschland), halte ich für wichtig. Daher finde ich es klug, dass dieses Thema beim Treffen des Papstes mit den Kardinälen ist.

Ebenso halte ich es für klug, über das Thema "missionarische Kirche" zu sprechen; ansonsten verzettelt man sich in strukturellen Fragen, die am Ende nicht weiterführen.


5
 
 barbaletta 8. Jänner 2026 
 

@ Gandalf

Das wird man im Vatikan nie verstehen, denn 95% der Kardinäle sind als junge Männer direkt vom Hotel „Mama“ zum Priesterseminar gezogen und kennen die Kirche nur von innen. Von außen kennen sie die Kirche kaum.


2
 
 borromeo 8. Jänner 2026 

Die Themenauswahl kommt nicht überraschend.

Nach meiner Information hat die Kirche derzeit 245 Kardinäle jeden Alters.

Davon hat ernannt:
Papst Johannes Paul II.: 41 (16,7 %)
Papst Benedikt XVI.: 58 (23,7 %)
Papst Franziskus: 146 (59,6 %)

Ich gehe mit einiger Berechtigung davon aus, daß die überwiegende Mehrheit der von Franziskus Ernannten aufgrund seiner Auswahl klar seine Linie vertreten und fortsetzen wollen. Das dürfte selbst für einige weitere Kardinäle gelten, die noch von JPII und BXVI kreiert wurden.

Liturgie war während des vergangenen Pontifikats kein Thema mit Ausnahme der massiven Einschränkung der TLM und der Tradition. Das spiegelt sich jetzt wider. Hier hat Papst Leo nun eine große Verantwortung, in der er seinen Primat dringend geltend machen sollte. Die Themen Liturgie und Tradition werden sonst die Kirche endlos weiterbeschäftigen und alles andere als befrieden. Und das entspricht nun gar nicht ihrem missionarischen Auftrag.


5
 
 Gandalf 8. Jänner 2026 

Das sind Themen fürs Einschlafen...

"Synode und Synodalität, Instrument und Stil der Zusammenarbeit". Es klingt blöd, aber kein normaler Katholik interessiert sich dafür, die haben alle andere Sorgen... Ob man das mal im Vatikan verstehen wird?


5
 
 kleingläubiger 8. Jänner 2026 
 

Die Kardinäle sind noch in der franziskanischen Vergangenheit behaftet. Warum haben diese überhaupt Mitspracherecht bei den Themen? Steht es dem Papst nicht frei, Themen seiner Wahl mit den Kardinälen zu besprechen?


3
 
 Elemosinarius 8. Jänner 2026 
 

Der Zug ist abgefahren

Beim so hochgelobten Konzil heißt es noch „die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt allen christlichen Lebens,“ die Kardinäle heute halten das Thema Liturgie trotz Vorschlag des Papstes offensichtlich für zweitrangig.


4
 

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