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Papst Franziskus warnt vor der allgegenwärtigen Versuchung der Häresie der Gnosis

4. Mai 2022 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Papst sagt in Generalaudienz: In vielen Tendenzen unserer Gesellschaft und Kultur werde die Ausübung des Glaubens negativ dargestellt, manchmal in Form von kultureller Ironie, manchmal in Form einer versteckten Marginalisierung. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Unter den angesehensten Schriftgelehrten war Eleasar, ein Mann von schon hohem Alter und sehr edlen Gesichtszügen. Man sperrte ihm den Mund auf und wollte ihn zwingen, Schweinefleisch zu essen. [...] Er aber fasste einen edlen Entschluss, wie es sich gehörte für einen Mann, der so alt und wegen seines Alters angesehen war, in lange bewährter Würde ergraut, der von Jugend an aufs Vorbildlichste gelebt und - was noch wichtiger ist - den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hatte. So erklärte er ohne Umschweife, man solle ihn ruhig zur Unterwelt schicken. Wer so alt ist wie ich, soll sich nicht verstellen. Viele junge Leute könnten sonst glauben, Eleasar sei mit seinen neunzig Jahren noch zu der fremden Lebensart übergegangen. Wenn ich jetzt heuchelte, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, leitete ich sie irre, brächte meinem Alter aber Schimpf und Schande“ (2 Makk 6,18.23-25).

Siebzehnte Generalaudienz des Jahres 2022 mit Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe zum Alter fort. Die achte Katechese stand unter dem Thema: „Eleasar – die Beständigkeit des Glaubens, Vermächtnis der Ehre“.

Die Lesung heute, so der Papst, erzähle von Eleasar, der sich dem Befehl des Königs widersetzt und sich aus Respekt vor den Regeln seines Glaubens geweigert habe, Götzenopferfleisch zu essen.

Weil er überall beliebt gewesen sei, hätten ihm sogar die Beamten des Königsgeraten, er solle einfach so tun, als äße er von dem Fleisch; so könne er sein Leben retten. Eleasar lasse sich auf solche Heuchelei aber nicht ein. Dies wäre Verrat an Gott und zudem gäbe er der jungen Generation ein schlechtes Beispiel.


Die Jungen sollten nicht auf den verkehrten Gedanken kommen, es käme allein auf die innere Einstellung an und die äußere Glaubenspraxis sei demgegenüber sekundär und müsse nicht unbedingt beachtet werden. Klar, der Glaube dürfe nicht auf die Einhaltung irgendwelcher Speisevorschriften und andere äußere Bestimmungen reduziert werden, zugleich aber sei christlicher Glaube nie etwas rein Geistiges. Er werde immer den Weg des Herrn gehen, den Weg der Inkarnation.

Auch heute erlebten wir, dass viele die konkrete Glaubenspraxis für entbehrlich hielten oder sie gar als schädliche Äußerlichkeit ansähen, als ein Relikt der Vergangenheit, als abergläubisches Ritual – als etwas für alte Leute. Unser Glaube wolle sowohl in seiner geistigen wie auch in seiner praktischen Dimension beachtet werden.

Auf diese Weise „kann er unser Leben verändern, unseren Geist läutern und uns die Anbetung Gottes wie auch die Liebe zum Nächsten lehren. Ein solcher konkreter Glaube ist ein Segen für alle“ also.

Gerade das Alter erscheine hier als der entscheidende, unersetzliche Ort für dieses Zeugnis. Ein älterer Mensch, der aufgrund seiner Verletzlichkeit akzeptiere, dass die Ausübung des Glaubens irrelevant sei, würde junge Menschen dazu verleiten zu glauben, dass der Glaube keine wirkliche Beziehung zum Leben habe.

Die antike heterodoxe Gnosis, die für das frühe Christentum eine sehr mächtige und verführerische Falle gewesen sei, habe genau diese Theorie aufgestellt: „dass der Glaube eine Spiritualität ist, keine Praxis; eine Kraft des Geistes, keine Lebensform“. Die Treue und die Ehre des Glaubens hätten nach dieser Häresie nichts mit den Verhaltensweisen des Lebens, den Institutionen der Gemeinschaft, den Symbolen des Leibes zu tun.

„Die Verlockung dieser Perspektive ist groß“, so Franziskus, „denn sie interpretiert auf ihre Weise eine unbestreitbare Wahrheit: dass der Glaube niemals auf eine Reihe von Ernährungsregeln oder sozialen Praktiken reduziert werden kann“. Das Problem sei, dass die gnostische Radikalisierung dieser Wahrheit den Realismus des christlichen Glaubens zunichte mache, der ja immer durch die Inkarnation gehen müsse. Sie entleere auch ihr Zeugnis, das die konkreten Zeichen Gottes im Leben der Gemeinschaft zeigt und den Perversionen des Geistes durch die Gesten des Körpers widersteht.

Die gnostische Versuchung bleibe allgegenwärtig. In vielen Tendenzen unserer Gesellschaft und Kultur werde die Ausübung des Glaubens negativ dargestellt, manchmal in Form von kultureller Ironie, manchmal in Form einer versteckten Marginalisierung. Die Praxis des Glaubens werde so als unnützes und sogar schädliches Äußeres betrachtet, als antiquiertes Überbleibsel, als verkappter Aberglaub: „kurz gesagt, etwas für alte die Alten“.

Der Druck, den diese undifferenzierte Kritik auf die jüngeren Generationen ausübe, sei stark. Natürlich wüssten wir, dass die Praxis des Glaubens zu einem seelenlosen Äußeren werden könne. Aber „an sich ist sie nicht seelenlos. Vielleicht ist es an uns Älteren, dem Glauben seine Ehre zurückzugeben“. Die Praxis des Glaubens sei nicht das Symbol unserer Schwäche, sondern vielmehr das Zeichen unserer Stärke: „wir sind keine Jungen mehr. Wir haben nicht gescherzt, als wir uns auf den Weg des Herrn gemacht haben!“.

Der Glaube also verdiene Respekt und Ehre: „er hat unser Leben verändert, unseren Geist geläutert, uns gelehrt, Gott anzubeten und unseren Nächsten zu lieben. Er ist ein Segen für alle! Wir werden unseren Glauben nicht für eine Handvoll ruhiger Tage eintauschen. Wir werden in aller Bescheidenheit und Festigkeit bis ins hohe Alter zeigen, dass der Glaube nichts für ‚die Alten’ ist. Und der Heilige Geist, der alles neu macht, wird uns gerne helfen“.

Die Pilger und Besucher sowie die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, der Monat Mai ist der Gottesmutter Maria geweiht, die auch unsere Mutter ist. Ich lade euch ein, sie vertrauensvoll um ihre Fürsprache zu bitten: in euren persönlichen Anliegen, in den Anliegen der Kirche und für den Frieden in der Welt.


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Lesermeinungen

 Cosmas 4. Mai 2022 
 

PF sollte auch vor der eigenen Türe kehren - in modernistischen politischen "Theologien" seckt viel

Nach dem Philosophen Eric Voegelin gibt es sechs Merkmale, welche die Gnosis auszeichnen:

Der Gnostiker zeigt eine Unzufriedenheit mit seiner Lage in der Welt.
Der Gnostiker glaubt, die Welt sei schlecht beschaffen, aber er glaubt nicht an die Unzulänglichkeit des Menschen.
Der Gnostiker glaubt, vom Übel der Welt erlöst werden zu können.
Der Gnostiker glaubt, die Seinsordnung könne in einem historischen Prozess verändert werden.
Der Gnostiker glaubt, die erlösende Änderung könne durch eigene Tat des Menschen erfolgen.
Der Gnostiker glaubt sich im Besitz des Wissens um die Methode dieser Änderung, erstellt von diesem Standpunkt aus Rezepte zur Selbst- und Welterlösung und verkündet prophetisch der Menschheit sein Erlösungswissen.


2
 
 Chris2 4. Mai 2022 
 

Viel schlimmer als äußere Bedrohungen

ist der innere Zerfall und die aktive Unterwanderung der Kirche, deren äußere Zeichen vor allem der Missbrauchsskandal und der "Synodale Weg". Umso absurder, verblendeter oder gar verlogener, wenn letztere ihre Homo-Agenda ausgerechnet mit dem Missbrauchsskandal zu begründen versuchen, dessen Täter fast nur Buben zum Opfer fielen...


2
 
 Seeker2000 4. Mai 2022 
 

Hat es Erinnerungslücken oder Verdrängungsphantasien?

"Die Praxis des Glaubens werde so als unnützes und sogar schädliches Äußeres betrachtet" sagt PF hier. Aha?!
Was hat die Kirche, vertreten durch ihre Hirten zu Coroa denn überall verkündet?
Den Glauben in der Praxis auszuüben ist nicht notwendig, das verschieben wir auf "nach der Pandemie". Jeder Fussballverein hat mehr für seine Mitglieder getan als die Kirche! Geimeinschaftliche Ausübung des Glabuens überflüssig, sogar SCHÄDLICH ! Glaubenspraxis - möglicht gemeinschaftlich - macht krank und ist ein tödliches Risiko!
Vielleicht wäre es wirklich an den Hirten dem Glauben die "Treue und Ehre zurückzugeben", die ihm gebührt!
Aber auf diese Einsicht werden wir wohl bis in alle Ewigkeit warten müssen.


3
 

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  13. Persil, da weiß man, was man hat!
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