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„Mensch, höre Mich“

2. Juli 2022 in Jugend, 3 Lesermeinungen
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Gott weiß einfach am besten, was wir brauchen. Er möchte nur das Beste für uns und lässt verschiedene Erfahrungen zu, die uns helfen können, Ihm noch mehr zu vertrauen - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Viktoria Samp


Krakau (kath.net)

Letztens ist mir aufgefallen, wie häufig wir in Gebeten die Formel „Herr, erhöre uns!“ verwenden. Diese Worte zeugen von einer demütigen Haltung gegenüber Gott, dass wir schwach sind und Seine Hilfe brauchen, eine Haltung, die unseren Glauben an Ihn und Seine Allmacht zeigt und zugleich unser Vertrauen, dass das Gebet nicht ins Leere laufen wird.

Dennoch haben wir häufig den Eindruck, dass unser Gebet doch nicht erhört wird, dass wir um Gesundheit und Heilung beten, aber weiter krank sind oder gar jemand verstirbt, dass wir um Kraft beten, aber doch schwach bleiben oder dass es uns sogar trotz ständigen Gebets nicht besser geht als zuvor. Erhört uns Gott also nicht? Oder zumindest nicht immer? Weiß und sieht Er nicht, wie sehr wir Ihn und Seine Hilfe brauchen?


Natürlich weiß Er das alles. Ich würde sogar sagen, Er weiß es besser, als wir. Gott weiß einfach am besten, was wir brauchen. Er möchte nur das Beste für uns und lässt verschiedene Erfahrungen zu, die uns helfen können, Ihm noch mehr zu vertrauen. Unser Gebet, in dem wir Ihn um etwas bitten, zeugt von unserem Glauben und vertrauen, aber wichtig ist, auch nicht zu vergessen, dass auch Gott von uns erhört werden möchte. Noch bevor wir Ihn um irgendetwas gebeten haben, hat Er uns schon eine ganze Reihe von Anweisungen gegeben, wie wir ein glückliches Leben führen können. So heißt es im Kontext der Zehn Gebote „Höre, Israel!“ (Dtn 6,4). Gottes Ratschlag für uns und auch Seine Antwort auf unser Bitten und Flehen ist „Mensch, erhöre Mich!“

Ein großer Teil unseres Gebetes ist die Formel „Herr, erhöre uns“, dabei vergessen wir aber häufig zu fragen, worum Gott uns bittet. Seine Antworten finden wir in der Heiligen Schrift. Und genauso, wie wir von Gott erwarten, dass Er unser Gebet erhört, müssen wir uns auch bemühen, Ihn zu erhören. Interessant ist, dass das Ziel beider Seiten dasselbe ist – unser und unserer Nächsten Wohlergehen. Gottes Liebe bewirkt, dass das, worum Er uns bittet, nicht Ihm selber dient, sondern uns! Seine Gebete zu erhören, ist uns selber keine Last, sondern ein Segen. Wenn wir Seine Gebote erfüllen, werden wir unter allen Umständen wirklich glücklich sein. Ich bin überzeugt davon, dass die Heilige Schrift inhaltlich so reich ist, dass sie eine Antwort auf alle Lebenslagen liefern kann und als wahrer Ratgeber dienen kann.  


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