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Opfer von „Nackt-Selfie-Bischof“ Zanchetta sind über Kloster-Hausarrest empört

2. August 2022 in Aktuelles, 13 Lesermeinungen
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Die Unterbringung in einem Frauenkloster, das Kinder und vulnerable Erwachsene als Gäste hat, zeige die Macht Zanchettas durch das hinter ihm stehende Netzwerk, zu dem auch Papst Franziskus gehöre, meint ein ehemaliger Seminarist und Opfer.


Orán/Argentinien (kath.net/mk) Die zwei bekannten Opfer des Bischofs emeritus Gustavo Zanchetta haben öffentlich ihre Empörung darüber ausgesprochen, dass die viereinhalbjährige Haftstrafe des Kirchenmannes in einen Hausarrest in einem Kloster umgewandelt wurde, wie LifeSiteNews berichtet. Ein nur als „M.C.“ genannter ehemaliger Seminarist, den Zanchetta sexuell belästigt hatte, gab gegenüber der Zeitung El Tribuno an, nicht schlafen zu können und Angst zu haben, weil Zanchetta es sich angenehm richten habe können. Das Opfer des Bischofs beschuldigte auch direkt Papst Franziskus, der als enger Vertrauter und Beichtvater Zanchettas noch aus seiner argentinischen Zeit gilt. Der Papst habe bereits 2015 von Zanchettas Nackt-Selfies erfahren, aber dessen Ausflüchten geglaubt und ihn in Argentinien belassen, bevor er 2018 für ihn einen Posten in der vatikanischen Güterverwaltung „maßgeschneidert“ habe, als in Argentinien immer mehr Vorwürfe laut wurden.


Die 2019 eingeleitete kanonische Untersuchung sei laut „M.C.“ unter striktester Geheimhaltung vor sich gegangen, bis heute sei kein Ergebnis bekannt. Während Zanchetta also wegen seiner guten Beziehungen Rückendeckung aus einem bis ganz oben reichenden Netzwerk bekomme und die Kirche für seine Verteidigung und seinen „Gefängnis“aufenthalt im Kloster zahle, würden Kleriker, die für die Opfer eingetreten seien, unter die Lupe genommen werden. Bis auf drei hätten alle Seminaristen, die gegen Zanchetta ausgesagt hatten, das Seminar mittlerweile verlassen. Das Opfer Zanchettas störte sich auch daran, dass die Unterbringung des Verurteilten in einem Frauenkloster erfolgt, das auch Kinder und Erwachsene in schwierigen Lebenslagen als Gäste hat. Angesichts all dieser Unstimmigkeiten habe er sich von der Kirche „vollständig entfernt“; er bete auch nicht mehr, erklärte „M.C“.
 
Zur Chronologie der Verurteilung siehe diverse kath.net-Berichte (Link).

 


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