Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  9. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Wir machen da was mit Medien
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein

Papst: wir erleben den dritten Weltkrieg

29. September 2022 in Aktuelles, 23 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: es ist ein Irrtum zu glauben, es handle sich um einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine oder zwischen Guten und Bösen. Wir müssen die Herzen vom Hass befreien.


Rom (kath.net/as) Die Herzen vom Hass befreien. Mit Blick auf den anhaltenden Konflikt legte Papst Franziskus dies als erstes den 19 Jesuiten nahe, die er während seiner Apostolischen Reise nach Kasachstan in der apostolischen Nuntiatur in Nur-Sultan getroffen hatte. Das vollständige Interview wurde auf der Website von „La Civiltà Cattolica“ veröffentlicht.

„In Kriegen sind es die Menschen, die leiden. Das erzeugt Hass“, denn „wer Krieg führt, vergisst die Menschlichkeit“. „Ich denke, es ist ein Irrtum zu glauben, dass es sich um einen Cowboy-Film handelt, in dem es Gute und Böse gibt“, so Franziskus. Der Papst hat keine Zweifel: „Dies ist ein Weltkrieg“. „Wir müssen die Dynamik untersuchen, die den Konflikt ausgelöst hat“, fügte er hinzu und verwies vor allem auf die „internationalen Faktoren, die zur Auslösung des Krieges beigetragen haben“.

Franziskus erinnerte an den Besuch eines Staatschefs im Vatikan im vergangenen Dezember, am Vorabend des Ausbruchs des Konflikts, der sich sehr besorgt geäußert hatte, „weil die NATO an Russlands Tür geklopft hatte, ohne zu verstehen, dass die Russen Imperialisten sind und die Unsicherheit an ihren Grenzen fürchten“. Zu den Ursachen dieses Krieges meinte der Papst weiter, dass man es sich nicht zu einfach machen dürfe: „Ich sehe Imperialismen im Konflikt. Und wenn sie sich bedroht fühlen und zerfallen, reagieren die Imperialismen, indem sie denken, dass die Lösung darin besteht, einen Krieg zu entfesseln, um sich selbst neu zu erschaffen, und auch um Waffen zu verkaufen und zu testen“.


„Vom ersten Tag an bis gestern habe ich ständig über diesen Konflikt gesprochen und auf das Leid der Ukraine hingewiesen“, rief er den Jesuiten der russischen Region in Erinnerung und erwähnte seinen Besuch in der russischen Botschaft, der für einen Papst „ungewöhnlich“, aber von dem Wunsch beseelt war, mit Präsident Putin sprechen zu können und „ein kleines Fenster des Dialogs“ zu öffnen; seine Telefongespräche mit Präsident Zelensky; die Missionen der Kardinäle Czerny und Krajewski oder von Erzbischof Gallagher in der Ukraine; sein Engagement für die ukrainischen Gefangenen. „Ich hatte auch vor dort hinzugehen“, erklärte er erneut: „mir scheint, dass es nicht Gottes Wille ist, gerade jetzt zu gehen. Aber wir werden später sehen“.

„Ich habe den Einmarsch in die Ukraine als inakzeptable, abscheuliche, sinnlose, barbarische und frevelhafte Aggression bezeichnet“, betonte Franziskus.  „Die gewöhnlichen Menschen“, bekräftigte er, „sind die wahren Opfer, die für die Torheiten des Krieges mit ihrer Haut bezahlen“. „Ich habe mich auf das Mädchen bezogen, das in die Luft gesprengt wurde“, fügte er in Bezug auf die Worte hinzu, die nach dem Anschlag auf Darja Dugina, die Tochter des Putin-Ideologen, gefallen waren:

„An diesem Punkt vergaßen die Leute alles, was ich bis dahin gesagt hatte, und achteten nur noch auf diesen Hinweis. Aber ich verstehe die Reaktionen der Menschen, denn sie leiden sehr. Der Papst wird nicht wütend, wenn er missverstanden wird, denn ich weiß sehr wohl, welches Leid dahinter steckt“.

Den Mitgliedern der Gesellschaft Jesu empfahl Franziskus: „es geht mir nicht darum, dass ihr den Papst verteidigt, sondern dass sich die Menschen von euch, die ihr Brüder des Papstes seid, umsorgt fühlen“.

„Es geht nämlich darum, Nähe zu demonstrieren“, unterstrich Franziskus: „Die Menschen müssen spüren, dass die Kirche nahe ist. Gottes Stil ist Nähe“.

Das vollständige Interview des Papstes mit den Jesuiten in Kasachstan wurde am Donnerstag, den 29. September 2022, um 10:00 Uhr  in „La Civiltà Cattolica“ in einem Artikel des Direktors der Zeitschrift, P. Antonio Spadaro SJ, veröffentlicht.

© Foto: Vatican Media

 

kath.net-Lesetipp: Putins Netz

Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste

‎HarperCollins; 8. Edition, Gebundene Ausgabe

704 Seiten, 27 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  2. Wir machen da was mit Medien
  3. „Habe Entwicklung zur Ausblendung wichtiger Themen und der Tabuisierung von Kritik selbst erlebt“
  4. Glaubensweitergabe im Wandel der Zeit
  5. Nach Anschlag in Paris: Kritik an Macrons Aussage über religiös motivierte Gewalt
  6. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  7. Fatima-Tag in Berlin
  8. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  9. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  10. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  11. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  12. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  13. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  14. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  15. Im Licht der Liebe

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz