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Dombaumeister: Krieg gefährdet auch kulturelles Erbe in Ukraine

25. Oktober 2022 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Europäische Dombaumeistervereinigung mahnt zur Einhaltung der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten.


Köln/Kiew (kath.net/ KAP)

Der Krieg in der Ukraine verursacht großes Leid in der ukrainischen Bevölkerung und bringt auch das kulturelle Erbe der Menschheit in Gefahr. Das betonen Europas Dombaumeister nach ihrer jüngsten Jahrestagung. "Dieser Krieg richtet sich gegen die Menschen in der Ukraine und die kulturellen Zeugnisse von Generationen", heißt es in der von der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister veröffentlichten Erklärung. Hunderte Gebäude und Kultureinrichtungen seien durch den Krieg bereits zerstört oder schwer beschädigt worden. Bedroht seien Kirchen, Kultur- und Kultstätten, Museen, Archive, Bibliotheken, Denkmäler und Kunstwerke, "die prägend für die ukrainische Kultur sind und große Bedeutung für Menschen aller Nationen haben".


Alle Kriegsparteien müssten die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten respektieren und einhalten, mahnen die Dombaumeisterinnen und Dombaumeister. Ausdrücklich Russland fordern sie auf, "die kriegerischen und zerstörerischen Handlungen zu beenden und zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker zurückzukehren". Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen, die Vereinten Nationen und die UNESCO müssten ihren Einfluss geltend machen, "um der Ermordung tausender unschuldiger Menschen und der Zerstörung der Kulturgüter Einhalt zu gebieten".

Im Zuge der Jahrestagung, die von 20. bis 24. September im deutschen Greifswald stattfand, stellte die Dombaumeistervereinigung auch Finanzmittel zur digitalen Vermessung der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kiewer Sophienkathedrale zur Verfügung. Experten äußerten in den vergangenen Monaten immer wieder ihre Sorge wegen einer drohenden Zerstörung des Gotteshauses, das als eines der herausragendsten Bauwerke europäisch-christlicher Kultur gilt.

In Greifswald wählte die europäische Dombaumeistervereinigung auch die Münsterbaumeisterin des Berner Münsters, Annette Loeffel, zur neuen Vorsitzenden. Sie folgt in dieser Funktion auf den Dombaumeister des Stephansdoms, Wolfgang Zehetner.

Der Europäische Dombaumeisterverein geht auf ein Treffen von elf Dombau- und Bauhüttenmeistern im Jahr 1975 zurück. In der Folge tagten die Experten jedes Jahr. 1998 wurde der Verein offiziell gegründet. Heute gehören den Angaben zufolge 150 Mitglieder aus ganz Europa der überkonfessionellen und unabhängigen Organisation an.

 

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