Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. „Wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war eine Meisterleistung“
  3. Homosexualität: Gott-gewollt oder Darwinischer Irrtum?
  4. Zitat: „Explizit wie nie zuvor wird Vielfalt in kirchlichen Einrichtungen als Bereicherung anerkannt
  5. Callboys, Nutten und Drogenjunkies - Wie wärs mit einem (Neben-)Job in der ‚deutschen Kirche‘?
  6. "Maßgebliche Kritiker sprechen offen von einem latenten Schisma"!
  7. Deutsche Bischöfe kehren angeschlagen aus Rom zurück
  8. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  9. Papst an Theologen: Kreative Treue zu Tradition bei Gender-Thema
  10. Roma locuta causa finita
  11. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  12. Italien: "Singende Nonne" Suor Cristina ist aus ihrem Orden ausgetreten
  13. Hat Kardinal Marx dem Papst erneut den Rücktritt angeboten?
  14. "Bei den einen ist das todesmutig, bei den anderen ganz und gar nicht"
  15. „Ist unsere Verwirrung berechtigt? Fragen zu einer umstrittenen Personal-Entscheidung des Papstes“

Pater Kraschl: Der politischen Instrumentalisierung des Glaubens wehren

vor 4 Tagen in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Frag den Theologen – „Die Versuchung, die Religion vor den Karren der Politik zu spannen, hat es zu allen Zeiten gegeben.“


Salzburg (kath.net/Antonius) kath.net übernimmt den Beitrag von Pater DDr. habil. Dominikus Kraschl OFM aus dem „Antonius“ in voller Länge und dankt der Zeitschrift der österreichischen Franziskaner für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung.

Sehr geehrter P. Dominikus, im Sommer bezeichnete ein katholischer Publizist in den USA Gläubige, die offensiv den Rosenkranz beten, als "rechtsgerichtet". Vor einigen Jahren schwenkte ein Politiker in Italien bei einer Kundgebung ostentativ einen Rosenkranz und erntete dafür Kritik. Es sind gewiss nicht alle Rosenkranzbeter politisch bedenklich, aber wer definiert die Grenze zum Untragbaren, und wo liegt sie? Peter A. (64), Bruck a. d. M.

P. Dominikus: Sie sprechen die Problematik der Aneignung religiöser Symbole durch Vertreter der Politik und ihre Verzweckung für politische Interessen an. Allgemeiner gesprochen handelt es sich um die Versuchung, die Religion vor den Karren der Politik zu spannen. Diese Versuchung hat es zu allen Zeiten gegeben.

Sie stellen die Frage nach der Grenze zwischen berechtigter Kooperation und unverantwortlicher Instrumentalisierung. Eine differenzierte Antwort bedürfte einer Klärung der Aufgaben von Politik und Religion sowie des Verhältnisses beider.

Von der Theokratie bis hin zum Laizismus

Das Spektrum möglicher Verhältnisbestimmungen ist breit. Es reicht vom theokratischen bis hin zum laizistischen Staatsmodell. Theokratische Staaten (wie der Iran) erachten Religion und Politik als unauflösliche Einheit. Nach diesem Modell sind es religiöse Größen, die politische Herrschaft legitimieren. Hingegen verfolgen laizistische Staaten (wie Frankreich) eine strikte Trennung von Politik und Religion. Dabei wird der politische Raum als religionsfreier Raum aufgefasst. Man könnte sagen: Während im ersten Fall der Eigenlogik der Bereiche von Religion und Politik zu wenig Rechnung getragen wird, drohen im zweiten Fall die Wechselbeziehungen und Verflechtungen zwischen beiden unterbelichtet zu bleiben.

Der dritte Weg jenseits von Vermischung und Trennung

Es kommt deshalb nicht von Ungefähr, dass moderne Staaten in der Regel einen dritten Weg jenseits von Trennung und Vermischung eingeschlagen haben. Dieser Weg setzt geklärte Rollenverständnisse voraus. So bedingt die Eigenständigkeit der beiden Bereiche etwa, dass Politiker sich nicht in die Belange der Religionen einmischen und Geistliche auf der Kanzel nicht Wahlkampf betreiben sollen. Die Verflechtungen der beiden Bereiche bedingen hingegen, dass Staatsbürger auch religiös konnotierte Überzeugungen, Normen und Werte in den gesellschaftspolitischen Diskurs einbringen können.

Eine Schnittstelle zwischen Religion und Politik sind fundamentale Normen und Werte, wie sie in den Menschenrechten zum Ausdruck kommen. Sie bilden nicht nur die Grundlage unseres Zusammenlebens, sondern auch des demokratischen Verfassungsstaats westlicher Tradition. Dieser achtet und schützt sie als ihm vorausliegendes und ihn ermöglichendes Fundament. Wenn es um die Rechtfertigung der Normen und Werte geht, die in den Menschenrechten kodifiziert sind, dann können auch religiöse Denk- und Begründungsfiguren in den gesellschaftspolitischen Diskurs eingebracht werden.

Rollenklarheit

Die Frage ist so gesehen nicht, ob Politiker zu Fragen der Religion und Geistliche zu Fragen der Politik Stellung nehmen dürfen. Die Frage ist vielmehr, wie das im Rahmen der übernommenen Aufgabe und Rolle angemessen getan werden kann. Die Aufgabe von Politikern ist ja nicht etwa die Verkündigung des Evangeliums und die Aufgabe von Geistlichen nicht, Wahlpropaganda zu betreiben. Gleichwohl kann und darf Politik vom christlichen Glauben her inspiriert sein oder eine Predigt die Vereinbarkeit politischer Überzeugungen und Entscheidungen mit christlichen Glaubensüberzeugungen thematisieren.

Grenzüberschreitungen kritisieren

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Die Grenze zwischen berechtigter Kooperation und unverantwortlicher Instrumentalisierung ist nicht leicht zu ziehen. Sie ergibt sich nicht zuletzt aus der relativen Autonomie der Bereiche von Politik und Religion und ihrer Funktion innerhalb eines Staatswesens. Grenzüberschreitungen lassen sich in einem demokratischen Verfassungsstaat zwar nur schwer sanktionieren; gleichwohl lassen sie sich kritisieren. Und gewählte Repräsentanten des Volkes können in einer Demokratie Gott sei Dank auch wieder abgewählt werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Väterchen Frost vor 4 Tagen 
 

Es ist wirklich krank,

dass man heute so tut, als müsse jeder seine zeitgeistigen Moralvorstellungen bei jedem Event demonstrieren, indem er andere boykottiert oder auf einem Bein hüpft und sich dabei filmt.


0
 
 Jothekieker vor 4 Tagen 
 

Beispiel Fußball

Wohin es führt, sich politisch vereinnahmen zu lassen, hat die deutsche Fußballmannschaft gestern eindringlich demonstriert.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  3. „Wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war eine Meisterleistung“
  4. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  5. Der verunglückte Rombesuch der deutschen Bischöfe
  6. Eine einmalige kath.net-Reise ans Ende der Welt - NORDKAP + LOFOTEN
  7. Deutsche Bischöfe kehren angeschlagen aus Rom zurück
  8. "Maßgebliche Kritiker sprechen offen von einem latenten Schisma"!
  9. Homosexualität: Gott-gewollt oder Darwinischer Irrtum?
  10. Callboys, Nutten und Drogenjunkies - Wie wärs mit einem (Neben-)Job in der ‚deutschen Kirche‘?
  11. Italien: "Singende Nonne" Suor Cristina ist aus ihrem Orden ausgetreten
  12. Roma locuta causa finita
  13. "Gott bewahre mich vor jemand, der nur EIN Büchlein gelesen hat" (Thomas von Aquin)
  14. Zitat: „Explizit wie nie zuvor wird Vielfalt in kirchlichen Einrichtungen als Bereicherung anerkannt
  15. „Ist unsere Verwirrung berechtigt? Fragen zu einer umstrittenen Personal-Entscheidung des Papstes“

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz