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Vatikan antwortet auch auf Kardinal-Anfrage zu Wiederverheirateten

4. Oktober 2023 in Aktuelles, 29 Lesermeinungen
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Prager Alt-Erzbischof Duka richtete namens der Tschechischen Bischofskonferenz Fragen an vatikanische Glaubensbehörde - Antwort aus Rom bekräftigt Möglichkeit zum Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene


Vatikanstadt/Prag  (kath.net/KAP) Die "Dubia"-Anfrage von fünf konservativen Kardinälen zur Klärung zentraler Punkte in der Lehre der katholischen Kirche war nicht die Einzige, die den Vatikan kürzlich erreichte. Kurz vor Beginn der Synodenversammlung in Rom wandte sich auch der emeritierte Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka (80) namens der Tschechischen Bischofskonferenz an die zuständige Glaubensbehörde, wie am Dienstag bekannt wurde.

In seiner Anfrage an den Vatikan vom 13. Juli greift Duka eine ältere sogenannte "Dubia" wieder auf: die Spendung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene in der katholischen Kirche. Franziskus hatte in seinem 2016 veröffentlichten Schreiben "Amoris laetitia" ("Freude der Liebe") deren Kommunionempfang unter bestimmten Voraussetzungen in einer Fußnote für möglich erklärt. Auf dieses Schreiben verweist die vatikanische Glaubensbehörde in ihren zur Bestätigung auch dem Papst vorgelegten Antworten an Duka und bekräftigt die dort geschilderte Möglichkeit zum Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen.


Ebenso verfährt sie bei der Frage zu einer möglichen "Institutionalisierung" einer Genehmigung für diese Paare. Wie in dem Papstschreiben geschildert, geht der Entscheidung ein Prozess des Abwägens seitens des zuständigen Priesters voraus. Wünschenswert findet die Vatikanbehörde, dass Bischöfe für ihre jeweiligen Diözesen Regelungen zum Umgang mit dem Thema erlassen. So könnten Seelsorger interessierte Menschen im Einklang mit der Kirchenlehre begleiten. Duka hatte gefragt, ob dies einzelne Diözesen autonom entscheiden dürften. Zugleich hält es die Behörde für angebracht, seitens der Bischofskonferenzen einige Mindestkriterien festzulegen, um die Vorschläge des päpstlichen Schreibens umzusetzen.

Eine Notwendigkeit, "Amoris laetitia" seitens des Vatikans weiter zu erläutern, sieht die römische Glaubensbehörde nicht. Ausdrücklich wird in der Antwort an Duka unter anderem erneut auf jene Orientierungshilfe für Priester verwiesen, die die Bischöfe der Seelsorge-Region Buenos Aires im September 2016 publiziert hatten. Der Papst hatte schon 2017 öffentlich feststellen lassen, dass der Text "authentisches Lehramt" sei.

Inhaltlich besagt die Orientierungshilfe der argentinischen Bischöfe Folgendes: Kein "unbeschränkter Zugang zu den Sakramenten" für Katholiken in jedweden Lebensumständen; Rücksicht auf Empfindlichkeiten in Pfarrgemeinden; Festhalten an der Lehre der Unauflöslichkeit der Ehe; Ermutigung von wiederverheirateten Geschiedenen zu sexueller Enthaltsamkeit oder einer Teilnahme am kirchlichen Leben ohne Sakramente - und, in Einzelfällen sowie nach einem "Weg der Unterscheidung" zusammen mit einem Geistlichen, die Möglichkeit, die Hilfe der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie zu suchen. 

 

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