Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  12. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  13. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  14. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

'Kirchenbeitrag' - Die von den Nazis beabsichtigte Wirkung nimmt seit Jahren zu!

9. November 2023 in Österreich, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Grazer Kirchengeschichtler Höfer kritisiert Schweigen und Nichthandeln österreichischer Bischöfe zu den vielen Kirchenaustritten. Kirchenbeitrag ist klar Motiv für zwei Drittel der Austritte: "Wer austritt, hat deswegen nicht seinen Glauben verloren"


Wien (kath.net/rn)
Der Grazer Kirchengeschichtler Rudolf K. Höfer hat in einem Gastkommentar für die "Presse" das Schweigen der österreichischen Bischöfe zu den vielen Austritten aus der katholischen Kirche kritisiert. Höfer erinnert daran, dass 2022 die Austrittszahlen so groß wie nie zuvor waren und das Kirchenbeitragsgesetz seit 1939 gelte und die von den Nazis beabsichtigte Wirkung seit Jahren zunehme. Österreich habe laut Höfer noch immer das Stigma eines NS-Gesetzes, dessen Ziel die Zerstörung der vier Religionsgemeinschaften ist. Andere Länder haben solche Gesetze längst beseitigt.

Höfer erinnert in seinem Kommentar auch an die Freiburger Studie 2019 für Deutschland, die bei angenommenen 0,9 % Austritten jährlich bis 2060 zu einer Halbierung der Mitgliederzahlen führen werde. Allerdings seien in Deutschland 2022 die Austrittszahlen beider Großkirchen auf 2,18 % gestiegen. Daher könnte die Halbierung der Kirchen schon in zwei Jahrzehnten oder sogar früher erreicht werden. In Österreich selbst war 2022 der Rückgang bei 1,96 %, 2024 könnte die Gesamtzahl der Katholiken unter 50 % sein.


Der emeritierte ao. Uniprofessor für Kirchengeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz erinnert die Bischöfe daran, dass diese bereits vor einem Vierteljahrhundert ganz klar den Kirchenbeitrag als Motiv für zwei Drittel der Austritte genannt. haben. "Wer ausgetreten ist, hat aber deshalb nicht seinen Glauben verloren, und die Taufe bleibt, auch wenn die Bischöfe mit Strafen und Sanktionen diese Menschen von der Kirche noch zusätzlich entfremden. Gemäß dem katholischen universalen Kirchenrecht sind Strafen nur nach genauer Prüfung zulässig", schreibt Höfer und verweist auf das Bistum Basel, das bereits auf die Eintragung des Austritts in das Taufbuch verzichtet.

Höfer betont dann, dass die bischöflichen Schreiben in Österreich, den Austritt innerhalb einer dreimonatigen Frist zu widerrufen, jedenfalls keine Prüfung eines Glaubensabfalls oder einer Häresie seien. Strafen wären laut dem Kirchenrecht erst erlaubt, wenn diese zwei nach dem Kirchenrecht nachgewiesen wären. Die meisten Katholiken in Österreich treten laut dem Professor nur vom Zahlen und nicht vom Glauben aus, auch wenn viele Themen Anlass dafür bieten können.

Höfer kritisiert dann auch, dass der Kirchenbeitrag von Armen Armut verschärfe, da 2,7 Millionen Menschen in Österreich ein Einkommen unter 11.000 Euro haben. Diese werden in Österreich erst nach "unwürdigem Betteln" in Kirchenbeitragsstellen von der Kirchensteuer befreit. Im Unterschied dazu werden in Deutschland diese automatisch befreit, wenn keine Steuerpflicht bestehe.

Der Theologe schlägt vor, dass auch die Bischöfe über eine Alternative zum derzeitigen System nachdenken sollten und erinnert dazu an Länder wie in Italien oder Spanien, wo man einen gewissen Teil der Steuer unter anderen den Kirchen widmen können. Die Austrittszahlen würden rapide sinken und mit einer demokratische Mitbestimmung über einen Teil des Steueraufkommens würde die Religionsgemeinschaften gleich behandelt werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Das Ende von Maria 2.0“
  3. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  4. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
  9. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  10. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  11. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  12. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  13. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  14. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  15. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz