Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  5. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  6. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  9. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  10. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  11. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  12. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  13. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  14. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  15. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“

'Kirchenbeitrag' - Die von den Nazis beabsichtigte Wirkung nimmt seit Jahren zu!

9. November 2023 in Österreich, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Grazer Kirchengeschichtler Höfer kritisiert Schweigen und Nichthandeln österreichischer Bischöfe zu den vielen Kirchenaustritten. Kirchenbeitrag ist klar Motiv für zwei Drittel der Austritte: "Wer austritt, hat deswegen nicht seinen Glauben verloren"


Wien (kath.net/rn)
Der Grazer Kirchengeschichtler Rudolf K. Höfer hat in einem Gastkommentar für die "Presse" das Schweigen der österreichischen Bischöfe zu den vielen Austritten aus der katholischen Kirche kritisiert. Höfer erinnert daran, dass 2022 die Austrittszahlen so groß wie nie zuvor waren und das Kirchenbeitragsgesetz seit 1939 gelte und die von den Nazis beabsichtigte Wirkung seit Jahren zunehme. Österreich habe laut Höfer noch immer das Stigma eines NS-Gesetzes, dessen Ziel die Zerstörung der vier Religionsgemeinschaften ist. Andere Länder haben solche Gesetze längst beseitigt.

Höfer erinnert in seinem Kommentar auch an die Freiburger Studie 2019 für Deutschland, die bei angenommenen 0,9 % Austritten jährlich bis 2060 zu einer Halbierung der Mitgliederzahlen führen werde. Allerdings seien in Deutschland 2022 die Austrittszahlen beider Großkirchen auf 2,18 % gestiegen. Daher könnte die Halbierung der Kirchen schon in zwei Jahrzehnten oder sogar früher erreicht werden. In Österreich selbst war 2022 der Rückgang bei 1,96 %, 2024 könnte die Gesamtzahl der Katholiken unter 50 % sein.


Der emeritierte ao. Uniprofessor für Kirchengeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz erinnert die Bischöfe daran, dass diese bereits vor einem Vierteljahrhundert ganz klar den Kirchenbeitrag als Motiv für zwei Drittel der Austritte genannt. haben. "Wer ausgetreten ist, hat aber deshalb nicht seinen Glauben verloren, und die Taufe bleibt, auch wenn die Bischöfe mit Strafen und Sanktionen diese Menschen von der Kirche noch zusätzlich entfremden. Gemäß dem katholischen universalen Kirchenrecht sind Strafen nur nach genauer Prüfung zulässig", schreibt Höfer und verweist auf das Bistum Basel, das bereits auf die Eintragung des Austritts in das Taufbuch verzichtet.

Höfer betont dann, dass die bischöflichen Schreiben in Österreich, den Austritt innerhalb einer dreimonatigen Frist zu widerrufen, jedenfalls keine Prüfung eines Glaubensabfalls oder einer Häresie seien. Strafen wären laut dem Kirchenrecht erst erlaubt, wenn diese zwei nach dem Kirchenrecht nachgewiesen wären. Die meisten Katholiken in Österreich treten laut dem Professor nur vom Zahlen und nicht vom Glauben aus, auch wenn viele Themen Anlass dafür bieten können.

Höfer kritisiert dann auch, dass der Kirchenbeitrag von Armen Armut verschärfe, da 2,7 Millionen Menschen in Österreich ein Einkommen unter 11.000 Euro haben. Diese werden in Österreich erst nach "unwürdigem Betteln" in Kirchenbeitragsstellen von der Kirchensteuer befreit. Im Unterschied dazu werden in Deutschland diese automatisch befreit, wenn keine Steuerpflicht bestehe.

Der Theologe schlägt vor, dass auch die Bischöfe über eine Alternative zum derzeitigen System nachdenken sollten und erinnert dazu an Länder wie in Italien oder Spanien, wo man einen gewissen Teil der Steuer unter anderen den Kirchen widmen können. Die Austrittszahlen würden rapide sinken und mit einer demokratische Mitbestimmung über einen Teil des Steueraufkommens würde die Religionsgemeinschaften gleich behandelt werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Verhaftung nach Großbrand einer historisch wertvollen Holzkirche in Kanada
  3. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  4. YouTube-Philosoph Joe Schmid: „Ich spüre eine Art magnetische Anziehungskraft des Katholizismus“
  5. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  6. R.I.P. Dolly Parton
  7. 'Ich möchte meinem Vater im Himmel danken'
  8. Die US-Diözese Salt-Lake-City verzeichnet jedes Jahr hunderte neue Mitglieder
  9. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  10. Kiewer Großerzbischof Schewtschuk: "Wir bitten um Solidarität"
  11. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  12. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  13. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  14. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  15. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz