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Für viele wirst du das einzige Zeugnis von IHM sein, dem sie je begegnen werden

6. Juli 2024 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Darum versuch dein Bestes ein gutes Zeugnis zu sein und Gott wird den Rest machen - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Was säen wir? Es sind die kleinen Dinge, die Frucht tragen. Es sind jene Momente, in denen wir wirklich christlich leben – jene Momente, in denen wir jemanden, der uns verletzt oder geschadet hat mit Erbarmen und Vergebung begegnen, jene Momente, in denen wir für jemanden da sind, ihm Wertschätzung und Liebe schenken.

Das sind oft ganz kurze Momente, mitten im Alltag – würde uns jemand dabei beobachten, würden die Momente vielleicht gar nicht auffallen und doch: Diese kleinen Momente, in denen wir handeln wie Christus, sind jene Momente, die in der Seele unseres Gegenübers in den Ackerboden fallen und Frucht bringen werden. Denn das sind jene Momente, in denen Christus durch uns handelt und in uns sichtbar wird. Diese Momente werden die Seele unseres Gegenübers mehr über unseren Glauben lehren können als es theologische Inhalte je könnten. Das hat einen ganz simplen Grund: Das Christentum muss man leben, so wie Christus lebt – damit er auch zunehmend in uns leben kann. Davon ausgehend wird er Herzen durch uns an sich ziehen, so wie damals als er noch auf dieser Welt umhergezogen ist und die Schar um ihn immer größer wurde.


Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auch Theologie betreiben können oder sollten, aber dass der Kern des christlichen Lebens im aktiven Tun beginnt: Dort, wo ich da bin, dort, wo ich jemanden so begegne wie es Christus getan hätte. Im Hier und Jetzt ganz konkret. Denn für jeden von uns gilt: Wo ich bin, kann Christus sichtbar werden – durch mich. Und genau dazu beruft er uns ja in der Schule seiner Jüngerschaft.

Im Hier und Jetzt müssen wir unsere Seele so erziehen, dass sie immer mehr das Abbild Jesu wird. Das wird sich im Außen konkretisieren – unsere Seele wird so für Christus durchscheinend werden und in unserm Tun ihn widerspiegeln. Sie wird Abbild Christi – so wie wir ja eigentlich geschaffen wurden und so wie wir ja eigentlich leben sollten bis unsere Seele bei ihm in der ewigen Vollendung ist.

„Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.” (Gal 2,20) – so treffend hält es der Apostel Paulus fest. Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Was für eine gewaltige Aussage! Was für ein Lebensziel für jeden von uns! Das Beste daran ist: Wir können jetzt damit beginnen, diesem Ziel näher zu kommen und wir sollten sogar jetzt damit beginnen.

„Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ Das zeigt sich an dem, wie wir uns unserem Gott, unserem Nächsten und auch uns selbst gegenüber verhalten. Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe darf nicht einfach formlos in der Luft hängen, sondern es muss konkretisiert werden im Hier und Jetzt, denn im Hier und Jetzt können Menschen durch dich Gott kennenlernen und ihm begegnen. Für viele wirst du das einzige Zeugnis von ihm sein, dem sie je begegnen werden. Darum versuch dein Bestes ein gutes Zeugnis zu sein und Gott wird den Rest machen. Säe du die Gottes- und Nächstenliebe in deinem Leben so gut, wie du es vermagst, und er wird die Frucht – jene, die ihre Wurzeln im Himmelreich hat und die dorthin führen wird – gedeihen lassen, in seinem perfekten Timing.


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