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"Liebe Muttergottes, es tut mir unendlich leid, ..."

6. Juli 2024 in Kommentar, 35 Lesermeinungen
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"... dass Du mit dieser Skulptur im Dom von Linz, in der Marienkirche, in Deiner Kirche, entwürdigt, beleidigt, geschändet wurdest." - Ein Kommentar von Gabriele Kuby


Linz (kath.net)

Liebe Muttergottes, es tut mir unendlich leid, dass Du mit dieser Skulptur im Dom von Linz, in der Marienkirche, in Deiner Kirche, entwürdigt, beleidigt, geschändet wurdest. Im Namen aller, die Dich lieben und verehren, bitte ich Dich um Verzeihung. Ich pendle zwischen Trauer und Wut, zwischen Schmerz, dass Dir das angetan wurde, und Wut, dass das Heilige in den Schmutz gezogen wurde. Jemand hat Deine Nacktheit mit einer bestickten Decke verhüllt, ein wütender Gläubiger den Kopf abgesägt.

"Selig werden mich preisen alle Geschlechter" hast Du gesungen, nachdem Elisabeth, angestoßen vom Hüpfen ihres Kindes in ihrem Leib, in einem geisterfüllten Augenblick mit einem einzigen Satz die neue Ordnung erfasste, die mit der Geburt des Kindes, das Du gerade erst empfangen hattest, Wirklichkeit wurde. Sie fragt: Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Sie weiß, Du trägst den Herrn, den Messias, in Deinem Schoß, sie würdigt Dich als Seine Mutter und stellt sich unter Dich, die junge Verwandte, die in der Tür steht.

Du, Maria, weißt, wer Du bist, die Magd des Herrn, Du preist die Größe Gottes und brichst in Jubel aus, dass Er auf deine Niedrigkeit geschaut und Dich errettet hat, Er, der in Dir Mensch wird. Selig werden mich preisen alle Geschlechter – was für eine Prophetie über Dich selbst! Im Wissen um Deine Niedrigkeit, erkennst Du Deine Größe, siehst schon, dass die Welt mit Heiligtümern übersät sein wird, in denen Dich die Menschen selig preisen und zu Dir beten, denn „wer hat je umsonst deine Hilf‘ angefleht“? Die Maler aller Zeiten haben das Äußerste an Schönheit in ihre Bilder von Dir hineingelegt, und jeder, der Dich einmal geschaut hat, wenn Du Dich Menschenaugen zeigst, ist hingerissen von Deiner Schönheit.


Geheimnis umweht Dich. Du bist die Rosa Mystica, die geheimnisvolle Rose. Du warst bereits voll der Gnade, als der Engel Gabriel Dir das Unfassliche verkündet hat, die Empfängnis des Sohnes Gottes. Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? hast Du gefragt, und der Engel hat Dir geantwortet, dass der Heilige Geist Dich überschatten wird und so Deine Jungfräulichkeit gewahrt bleibt.

Wir nennen Dich Gottesgebärerin, denn Du hast Gott wirklich geboren, aber wir wissen nicht, wie es zuging, nur, dass es in einem Stall in Bethlehem geschah, geheimnisvoll. Die Kirche lehrt, dass Deine Jungfräulichkeit auch durch die Geburt nicht angetastet wurde und auch nicht später, als Du mit Josef unter einem Dach gelebt hast und ihr Jesus großgezogen habt, Jesus, der Gott ist. Auf Deine dreifach gewahrte Jungfräulichkeit weisen die drei Sterne hin, mit denen orthodoxe Marienikonen geschmückt sind.

Es ist schön, in Deinen Geheimnissen zu wohnen, sie sind unerschöpflich und eine sprudelnde Quelle für das eigene Leben. Dass Du fähig warst, unter dem Kreuz zu stehen, und das Erlöserleiden Deines Sohnes mitzuleiden – auch das Geheimnis. Dein sterbender Sohn hat Dich mit seinem letzten Lebensatem uns zur Mutter geschenkt.

Du wirst der Frau verzeihen, die nichts weiß von Dir, die in einem Zeitalter der entfesselten Schamlosigkeit, schamlose “Kunst“ produziert und sich so zur Magd der herrschenden Ideologie macht, und auch jenen, die diese Statue genehmigt, in Auftrag gegeben und aus Kirchensteuermitteln bezahlt haben. Ihr Amt wäre es, den Glauben zu verkünden und das Heilige zu hüten.

Jene, die vergessen haben, dass Kunst die Aufgabe hat, ein Abglanz des Himmels zu sein, haben vielleicht auch vergessen, dass sie einst vor Jesus hintreten werden, der seine Mutter zur Königin des Himmels erhoben hat.   

Kontakt Bischof Scheuer

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