Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  14. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Schwere Vorwürfe gegen russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion

16. Juli 2024 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ehemaliger Mitarbeiter wirft dem früheren Moskauer Außenamtschef und nunmehrigen Bischof von Ungarn der russisch-orthodoxen Kirche sexuelle Belästigung vor - Metropolit Hilarion weist Vorwürfe zurück


Riga/Zürich (kaht.net/KAP) Metropolit Ilarion (Alfejev) von Budapest, der die Eparchie Ungarn der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) leitet, wird von einem früheren Mitarbeiter sexuelle Belästigung vorgeworfen, wie unter anderem der "Nachrichtendienst Östliche Kirchen" (NÖK) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Schon im März 2024 gab es demnach entsprechende Gerüchte, die aber noch kein großes Echo auslösten. Nun hat aber die regimekritische und aus Russland verbannte "Novaja Gazeta Evropa" mit dem Betroffenen gesprochen und einen ausführlichen Artikel zu seiner Geschichte publiziert. Metropolit Hilarion bestritt gegenüber der "Novaja Gazeta Evropa", deren Redaktion von Riga aus arbeitet, die Vorwürfe und beschuldigte die Mutter des mutmaßlichen Opfers, ihn erpressen zu wollen.

Hilarion hatte lange das Außenamt des Moskauer Patriarchats geleitet (zuvor auch die Russisch-orthodoxe Kirche in Österreich) und galt als zweitmächtigste Person in der ROK nach Patriarch Kyrill. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs wurde er im Juni 2022 überraschend abgesetzt, all seiner weiteren Ämter enthoben und nach Budapest versetzt. Dorthin folgte ihm Georgij Suzuki, ein 18-Jähriger aus einer japanisch-russischen Familie, um laut eigenen Angaben den Metropoliten, mit dem er zuvor in Briefkontakt gestanden hatte, zu unterstützen und sein Schüler zu werden. Die Übergriffe hätten schon bald nach seiner Ankunft in Budapest begonnen. Im Jänner 2024 sei Suzuki aus Ungarn geflüchtet und nach Japan zurückgekehrt. Dabei habe er Wertsachen und Bargeld entwendet, weswegen er in Ungarn polizeilich gesucht wird.


Aus Bildern und Videos, die Suzuki der "Novaja Gazeta Evropa" zur Verfügung gestellt hat, ist das luxuriöse Leben des Metropoliten und seiner engsten Mitarbeiter ersichtlich. Unter anderem hat Hilarion demnach eine Villa in einem Vorort von Budapest gekauft, außerdem machte er häufig Ferien. Zudem erhielt er drei Monate nach seiner Versetzung nach Budapest einen ungarischen Pass. Suzuki übergab dem Medium auch Audiomitschnitte, die er aufgenommen hatte. Darauf ist unter anderem zu hören, auf welchen verschlungenen Wegen Metropolit Hilarion den Kauf des Anwesens in Ungarn finanzierte, aber auch Drohungen gegen Suzuki.

Brisant ist laut NÖK auch eine Aufnahme, auf der Hilarion erklärt, dass die reichsten russischen Oligarchen Patriarch Kyrill unterstützten. Zudem verbiete Kyrill, dass die Oligarchen jemanden nicht über oder durch ihn unterstützten. Mit diesen Mitteln fördere Kyrill nur Projekte, die ihn persönlich interessierten. So erhalte der orthodoxe Fernsehsender "Spas" immense Summen, obwohl dort "völlig stümperhafte Inhalte" produziert würden. Kein anderer russischer Sender produziere so peinliche Inhalte wie "Spas", findet der Metropolit. Dem Patriarchen aber gefalle er, weil es dort ständig um ihn gehe. Dabei seien die Produktionen "dermaßen unprofessionell" und "von dermaßen schlechter Qualität", kritisierte Hilarion weiter, aber es würden enorme Gelder dafür ausgegeben. Im gleichen Gespräch gab er auch einen kleinen Einblick in die Finanzen des Moskauer Patriarchats.

Die Geistlichen der ungarischen Eparchie haben sich am 10. Juli mit einem offenen Brief hinter ihren Vorsteher gestellt. Sie werfen ungarischen und oppositionellen russischen Medien eine "schmutzige Verleumdungskampagne" gegen Metropolit Hilarion vor. Unterschrieben wurde der Brief laut NÖK von elf der 14 Priester und zwei der drei Diakone der Eparchie.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  5. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  6. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  10. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  11. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern
  12. Kirche statt Catwalk: Hana Nitsches radikaler Weg zu Gott
  13. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  14. „Wenn Klatsch und Tratsch Wasser wären, würden wir darin ertrinken“
  15. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz