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„Wir wollen Frieden aus ganzem Herzen und ganzer Seele“

12. September 2024 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Bischof Bätzing und Großerzbischof Shevchuk sprechen auf St. Michael-Jahresempfang - Shevchuk warnt davor, dass weder die Demokratien der Welt noch die Kirche einen Frieden gutheißen dürften, der Aggression als erfolgreiche Methode akzeptiere


Berlin (kath.net/DBK) „Zum Wohl unserer Gesellschaft werden wir sorgsam darauf achten müssen, dass wir uns bei der Suche nach Lösungen nicht gegeneinander aufwiegeln lassen und dass Polarisierungen nicht weiter zunehmen. Der politische und gesellschaftliche Dialog muss mit der notwendigen Sachlichkeit und Differenziertheit, die die Themen nun einmal verlangen, geführt werden. Wir wissen aus unserer Geschichte um die Gefährdungen der Demokratie.“ Mit diesen Worten hat heute (10. September 2024) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, den St. Michael-Jahresempfang in Berlin eröffnet. Vor rund 550 geladenen Gästen, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere Mitglieder der Bundesregierung sowie Vertreter der Religionen und der Ökumene, erinnerte Bischof Bätzing daran, „was für ein Glück Freiheit und Demokratie, ein vereintes Europa und eine europäische Friedensordnung für uns alle bedeuten.

Vor allem an gewaltsamen Auseinandersetzungen zeige sich die wachsende Unordnung in der Welt, „in der das Völkerrecht und anerkannte Ordnungsprinzipien infrage gestellt und sogar offensiv missachtet werden; eine(r) Welt, in der internationale Organisationen und das Prinzip der Kooperation zunehmend gering geschätzt werden. Das ist eine Welt, in der mehr und mehr wieder das Recht des Stärkeren gilt und nicht eine Welt, in der die Interessen der Einzelnen mit dem Weltgemeinwohl verbunden sind“, so Bischof Bätzing. Die Kirche trete dafür ein, das Weltgemeinwohl zu stärken: „Wir engagieren uns für die Einhaltung des Völkerrechts. Wir bekennen uns zum Prinzip der Unverletzlichkeit der Grenzen. Wir bejahen regelbasierte Ordnungen in allen Bereichen des Zusammenlebens der Völker und Staaten. (…) Wir bekräftigen die Verpflichtung der Staaten und der internationalen Gemeinschaft, diese Rechte zu achten und zu schützen – nicht zuletzt die Rechte der Ärmsten auf der Welt und der Geflüchteten.“ Diese grundsätzlichen Markierungen, so Bischof Bätzing, seien keine parteipolitischen Programmsätze: „Wir Christen sind keine politische Partei, sondern wir versuchen, das christliche Ethos in den politischen Diskurs einzutragen.“ Es lohne sich, für eine menschengerechte Gesellschaft und für eine menschengerechte Welt zu streiten.


Mit Blick auf die Ukraine betonte Bischof Bätzing, dass mit dem russischen Angriffskrieg die europäische Friedensordnung missachtet und grundlegend beschädigt worden sei: „Wer auf Völkerrecht setzt und darin einen Eckstein des internationalen Gemeinwohls sieht, vermag leicht zu erkennen, welche Dynamiken der russische Tabu-Bruch ausgelöst hat. Für die katholische Kirche will ich hier sagen: Wir stehen weiter solidarisch an der Seite des angegriffenen Landes. Die Selbstverteidigung der Ukraine ist legitim – und ebenso die Unterstützung Ihres Landes durch große Teile der internationalen Gemeinschaft.“

Über die aktuelle Situation in der Ukraine sprach beim St. Michael-Jahresempfang der Großerzbischof von Kiew, Sviatoslav Shevchuk, der zugleich das Oberhaupt der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche ist. Er dankte der Bundesrepublik für den Einsatz zur Unterstützung der Ukraine: „Sie helfen der ukrainischen Armee, Unschuldige zu verteidigen. Sie stellen sich der Tyrannei und internationalen Aggression entgegen. Sie unterstützen einen wahrhaft gerechten Frieden. Sie arbeiten unermüdlich für die europäische Einheit und internationale Gerechtigkeit.“ Unmissverständlich führte der Großerzbischof angesichts des russischen Krieges aus: „Mein Wunsch ist es, Hoffnung zu machen und die Quelle für unsere Stärke und Widerstandskraft mit Ihnen zu teilen. Wir haben eine Aufgabe, die wir gemeinsam zu Ende bringen müssen. Hitlers und Stalins Völkermorde dürfen sich nicht wiederholen.“ Dabei erinnerte er an den Krieg, der bereits vor zehn Jahren mit der Annexion der Krim begonnen hatte: „Im jetzigen Stadium hat sich der Krieg in einen Marathon verwandelt, bei dem die Ukrainerinnen und Ukrainer permanent im Sprinttempo laufen müssen, um in diesem Todesrennen nicht geschlagen zu werden. Ich bitte Sie, mit uns zu laufen – schnell, standhaft und furchtlos.“

Großerzbischof Shevchuk warnte vor der weiteren Zerstörung von Kirchen. „Sollte es Putin gelingen, die gesamte Ukraine zu besetzen, werden alle ukrainischen Kirchen ausradiert. Unsere Kirche ist in den besetzten Teilen der Ukraine bereits verboten worden. Fast alle unsere Pfarreien wurden zerstört, Kirchen und Klöster wurden konfisziert und deren Eigentum wurde beschlagnahmt.“ Niemand, so das Oberhaupt der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, wolle den Frieden mehr als die Ukrainerinnen und Ukrainer: „Nach unserer Befreiung vom Roten Reich des Bösen haben wir uns aufgemacht und uns den Demokratien in Europa und der Welt angeschlossen, für die Freiheit, Gerechtigkeit und die Achtung der Rechte und Würde von Menschen und Völkern als Tugenden maßgeblich sind. Wir haben auf einzigartige, visionäre Weise zum Aufbau von Frieden und Freiheit in der Welt beigetragen.“ Großerzbischof Shevchuk betonte: „Wir wollen Frieden aus ganzem Herzen und ganzer Seele – aber einen gerechten Frieden, weil nur ein gerechter Frieden authentisch und nachhaltig sein wird.“ Er warnte ausdrücklich davor, dass weder die Demokratien der Welt noch die Kirche einen Frieden gutheißen dürften, der Aggression als erfolgreiche Methode akzeptiere. Russland weigere sich, die Ukraine rechtlich als Staat anzuerkennen und verwehre ihr ein ureigenes Existenzrecht: „Es ist daher politisch verfehlt und strategisch unklug, zu glauben, die Logik, die demokratische Nationen und Völker leitet, gelte auch für totalitäre Machthaber und Diktatoren oder würde diese beeinflussen.“ Deshalb bedürfe es eines Bekenntnisses zur Demokratie: Die Demokratie sei es wert, „auch um den Preis des eigenen Wohlbefindens, der eigenen Gesundheit und sogar des eigenen Lebens verteidigt zu werden. So können wir uns gegenseitig helfen, aus den richtigen Gründen und für den richtigen Zweck für die Demokratie einzutreten und sie zu fördern. Aber zuerst muss die Ukraine Frieden finden“.

Hintergrund

Großerzbischof Sviatoslav Shevchuk wurde 1970 in Stryj (Ukraine, damals Sowjetunion) geboren. 1994 wurde er zum Priester geweiht und promovierte 1999 in Rom. Mehrere Jahre war er in der Priesterausbildung tätig. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2009 zum Weihbischof der Ukrainischen griechisch-katholischen Eparchie von Buenos Aires. Am 23. März 2011 wählte ihn die Synode der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Lemberg zum Großerzbischof von Kiew.

 


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