SucheSuchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:
Top-15meist-diskutiert- Medien: Vatikan gab grünes Licht für 'Homo-Wallfahrt' zum Heiligen Jahr
- Merkel verteidigt ihre fatale Flüchtlingspolitik von 2015
- Truthahn, Zahnschmerzen und die Schwiegermutter
- Moschee unter Salafismus-Verdacht zitiert Koranstelle mit Aufforderung zur Tötung Ungläubiger
- Alexander Kissler: "Ich finde mittlerweile, @Pontifex schadet seiner Kirche"
- SPD definiert Familie ohne ‚Vater‘, ‚Mutter‘ und ‚Kinder‘
- Kardinal Schönborn: Zeit der traditionellen europäischen Kardinalssitze vorbei
- "Der Synodale Weg nimmt sich selbst nicht mehr ernst"
- Nick Vujicic: Manche Kirchen sind wie ein Country Club
- Zerstörte Linzer "Marienstatue" - Zwei Verdächtige entlastet
- Papst beim Rückflug von Korsika: „Haben Sie gesehen, wie viele Kinder da waren?“
- Nach Beschädigung der Schwarzen Madonna/Einsiedeln: Strafverfahren wurde eröffnet
- Wie tief kann eine evangelische Kirche noch sinken? - Weihnachtsmarkt mit Hamas-Symbolen!
- Enthauptet! - Papst Franziskus erklärt 16 französische Ordensfrauen zu Heiligen
- Geschenk zum 88er: Autobiografie des Papstes soll verfilmt werden
|
"Marsch fürs Leben": Bischof warnt vor falscher Barmherzigkeit7. Oktober 2024 in Prolife, 1 Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
St. Pöltner Altbischof Küng hinterfragt bei Messe in Karlskirche "Perspektivenwechsel in öffentlicher Wahrnehmung" - Schwangere in Not und Frauen auch nach Abtreibung unterstützen.
Wien (kath.net/ KAP)
"Geht es da wirklich um Barmherzigkeit?" - Diese kritische Anfrage hat der St. Pöltener Altbischof Klaus Küng am Samstag bei einem Gottesdienst anlässlich des "Marsches fürs Leben" an jene gestellt, die in Abtreibung oder Sterbehilfe die vermeintlich bessere Lösung in Konflikt- oder Notsituationen sehen. In seiner Predigt in der Wiener Karlskirche beklagte er "eine Art Perspektivenwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung", der es schwer mache, für Lebensschutz einzutreten. Der Bischof sieht hier einen Zusammenhang mit dem "bei vielen Menschen fehlenden Gottesbezug", verbunden mit einem verkürzten Menschenbild.
Wenn durch ungewollte Schwangerschaften Notlagen entstehen, berufliche Pläne in Frage gestellt werden oder ein Konfliktpotenzial auf der Beziehungsebene besteht, "erscheint Abtreibung, auch wenn man es eigentlich gar nicht möchte, als die naheliegende, nicht selten die einzige Lösung". Viele fordern deshalb zumindest die Möglichkeit zur Kindstötung, "nicht wenige wollen darin sogar ein Recht sehen", so Küng. Für manche Ärzte und andere Beteiligte sei es dann "beinahe eine Frage der Barmherzigkeit, dem Willen derer zu entsprechen, die in solchen Situationen Hilfe suchen. Noch stärker gelte das, wenn Menschen bei Vorliegen einer schweren, unheilbaren Erkrankung von Ärzten Unterstützung bei der Selbsttötung verlangen.
Der Bischof verwies demgegenüber auf die Heilige Faustina Kowalska, auf deren Gedächtnistag der diesjährige Marsch des Lebens fällt. Die polnische Ordensfrau habe die wichtige Botschaft vermittelt, dass die Liebe Jesu "für jeden Menschen, auch für den allerschwächsten und den allerschlimmsten", eine heilende Kraft sei. Und Faustina habe erfasst, was wahre Barmherzigkeit bedeutet: Sie stehe "nie im Widerspruch zur Wahrheit, im Gegenteil", sagte Küng: "Nie führt wahre Barmherzigkeit dazu, in falsche Handlungen einzuwilligen oder solche zu bagatellisieren oder sie gar aus falsch verstandener Barmherzigkeit selbst durchzuführen."
Diese Haltung wahrer Barmherzigkeit wecke Hilfsbereitschaft, verwies der ehemalige Familienbischof auf kirchliche oder kirchennahe Initiativen für Schwangere wie die Stiftung St. Elisabeth, die Caritas, Jugend für das Leben, die Aktion Leben oder "YoungMum".
Der beste Lebensschutz sowohl in Bezug auf den Anfang als auch in Bezug auf das Ende des menschlichen Lebens sind nach Überzeugung Küngs christliche Familien, in denen Barmherzigkeit und Liebe eng miteinander verknüpft seien. "Eltern werden ihrer Tochter immer helfen, auch wenn sie vielleicht ein Kind nach Hause bringt, das nicht von ihrem Mann ist", so Küng wörtlich. "Und die gleiche Barmherzigkeit bewirkt, dass wir jeder Frau, die einmal oder mehrmals abgetrieben hat, liebevoll und mit großem Verständnis beistehen", rief der Bischof auf. Betroffenen solle die Verzeihung Gottes zugesagt werden, "und wir werden sie ermutigen, sich auch selber zu verzeihen".
Wahre Barmherzigkeit zeige sich auch beim Umgang mit Sterbenden, erst recht bei schwerer Krankheit: "Wir werden dafür sorgen, dass ärztliche Hilfe unnötiges Leiden vermeidet, aber mit Achtung vor dem Leben", wie Küng betonte: "Gott allein ist Herr über Leben und Tod."
Auch politisch aktiv werden
Als Staatsbürger gelte es, die Stimme zu erheben, allem voran, um die Gewissensfreiheit von Arzt, Krankenschwester, Hebamme zu verteidigen. "Ebenso müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass Krankenhäuser, Seniorenheime und ähnliche Einrichtungen unter Druck gesetzt werden, Handlungen zuzulassen oder mit eigenem Personal durchzuführen, die mit den Grundrechten des Menschen im Widerspruch stehen." Und: Einem behinderten Kind müsse wenigstens genauso viel staatliche Unterstützung zukommen wie anderen. "Es liegt nicht in unserer Hand zu entscheiden, welches Leben lebenswert ist und welches nicht", betonte Küng.
Nach dem Gottesdienst war vor der Karlskirche die Kundgebung zum Marsch fürs Leben unter dem Motto "#UnbornLivesMatter" geplant, danach ab 13 Uhr ein Zug zum Stephansplatz. Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, übermittelte den Veranstaltern ein Grußwort. Der Marsch fürs Leben "erinnert uns an den unermesslichen Wert und die Würde jedes menschlichen Lebens - von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod", hielt der Papstbotschafter darin fest.
An dem Marsch nehmen stets mehrere tausend Menschen teil, meist finden auch Gegenproteste statt. Zu einem Zwischenfall kam es am Donnerstag in den frühen Morgenstunden, als ein auf der Balustrade der Wiener Karlskirche befestigter Banner mit einem Hinweis für den "Marsch des Lebens" und dem Slogan "#UnbornLivesMatter" von vermummten Personen mit Kletterausrüstung "mutwillig entfernt" wurde.
Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
Lesermeinungen | gebsy 7. Oktober 2024 | | | Vergelt's Gott Exzellenz! Worte eines in Wahrheit Berufenen als Arzt und Hirte.
"Der beste Lebensschutz sowohl in Bezug auf den Anfang als auch in Bezug auf das Ende des menschlichen Lebens sind nach Überzeugung Küngs christliche Familien, in denen Barmherzigkeit und Liebe eng miteinander verknüpft seien."
Welche "ZUTATEN" sind für die christliche Familie unverzichtbar?
Kindliches Gottvertrauen und Treue im Gebet | 1
| |
Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. |
Mehr zu |
Top-15meist-gelesen- Große Baltikum-Reise mit kath.net - Spätsommer 2025 - JETZT ANMELDEN und PLATZ SICHERN!
- DRINGEND - Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE für das Heilige Jahr 2025
- Alexander Kissler: "Ich finde mittlerweile, @Pontifex schadet seiner Kirche"
- Medien: Vatikan gab grünes Licht für 'Homo-Wallfahrt' zum Heiligen Jahr
- "Der Synodale Weg nimmt sich selbst nicht mehr ernst"
- O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodiisti
- Paris: Die Dornenkrone ist zurück in Notre-Dame
- O Adonai, et Dux domus Israel
- Moschee unter Salafismus-Verdacht zitiert Koranstelle mit Aufforderung zur Tötung Ungläubiger
- Kardinal Schönborn: Zeit der traditionellen europäischen Kardinalssitze vorbei
- Merkel verteidigt ihre fatale Flüchtlingspolitik von 2015
- Weihnachtswunder‘: US-Pilger aus syrischem Gefängnis befreit
- O radix Jesse
- O clavis David
- „Hängt Gott nicht an eure Leine!“
|