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Neuer Prediger des Päpstlichen Hauses relativiert kirchliche Lehre zur Homosexualität

20. November 2024 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
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Die Bibel enthalte keine Verurteilung homosexueller Neigung oder Orientierung, meint P. Roberto Pasolini OFMCap. Die Glaubenskongregation hat hingegen homosexuelle Neigungen als ‚objektiv ungeordnet’ bezeichnet.


Vatikan (kath.net/jg)
Das Vatikanische Presseamt hat am 9. November bekannt gegeben, dass P. Roberto Pasolini OFMCap Prediger des Päpstlichen Hauses ist. Er löst den mittlerweile 90-jährigen P. Raniero Cantalamessa ab, der diese Aufgabe seit 1980 wahrgenommen hat.

Pasolini hat in der Vergangenheit mehrmals die Lehre der Kirche über Homosexualität relativiert, indem er behauptet hat, die Autoren der Bibel hätten Homosexualität nicht als „Orientierung“ gesehen, da es dieses Konzept in der Kultur dieser Zeit nicht gegeben habe.

Die katholische Kirche hat homosexuelle Handlungen von Beginn an klar verurteilt. Eine der frühesten Quellen ist im 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther zu finden, wo es heißt: „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.“ (1 Kor 6,9)


Bei einem Vortrag im Februar 2024 stellte Pasolini die Frage, ob es in der Heiligen Schrift irgendeine Form von Zustimmung zu homosexuellen Beziehungen gibt. Die Antwort sei „nicht einfach nein, weil es diese Geschichten gibt.“

Er brachte als Beispiele Beziehungen zwischen Männern im Alten und Neuen Testament, etwa zwischen David und Jonathan. Ohne diesen direkt eine homosexuelle Beziehung zu unterstellen, betonte Pasolini, dass die Bibel verurteile, „was wir Homosexualität nennen könnten“. Das Wort „Homosexualität“ bezeichne Dinge, welche die Bibel verurteile, nämlich homosexuelle Handlungen.

Die Bibel spreche aber nie von Homosexualität in allgemeinen Begriffen. Es gebe kein Urteil über homosexuelle Orientierung, über Menschen, die gleichgeschlechtliche Neigungen „auf emotionaler, psychologischer Ebene“ erfahren und sich von diesen „nicht lösen können oder wollen“. Die Bibel kenne nur heterosexuelle Neigungen, da diese die einzigen seien, welche die Kultur dieser Zeit gekannt habe. „Homosexuelle Menschen“ würden in der Bibel daher im Gegensatz zu unserer Zeit nicht vorkommen.

Die Glaubenskongregation hat in einem „Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen“ im Jahr 1986 festgestellt: „Die spezifische Neigung der homosexuellen Person ist zwar in sich nicht sündhaft, begründet aber eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist. Aus diesem Grunde muß die Neigung selbst als objektiv ungeordnet angesehen werden.“

Diesen Menschen müsse man sich „mit besonderem seelsorglichen Eifer“ annehmen, „damit sie nicht zu der Meinung verleitet werden, die Aktuierung einer solchen Neigung in homosexuellen Beziehungen sei eine moralisch annehmbare Entscheidung“, heißt es in dem von Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation unterzeichneten und von Papst Johannes Paul II. gebilligten Schreiben.

 


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