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'Ich denke einfach, dass Gott unser Bestes verdient'

22. November 2024 in Familie, 14 Lesermeinungen
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Kostüm oder Jumpsuit? Gedanken zum Dresscode bei der Sonntagsmesse von Father Mike Schmitz.


Saint Paul (kath.net / pk) Anzug oder Jeans, Hoodie oder Bluse? Gibt es eigentlich einen Dresscode für die Teilnahme an einer Messfeier? In einem neuen You-Tube-Video teilt Father Mike Schmitz seine Gedanken zu diesem Thema. Eine seiner Lieblingsstellen im Alten Testament stamme aus dem ersten Buch Samuel, wo der Prophet Samuel zu Isai geht, um einen seiner Söhne zum nächsten König zu salben, erzählt Father Schmitz. Als Samuel den ersten Sohn sah, war er beeindruckt und dachte, er würde König. In Samuel 16 heißt es dazu: „Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ „Wenn das Herz letztlich zählt, ist es dann auch wahr, dass nur das Herz zählt?“, führt Schmitz den Gedanken weiter. Manchmal sei es so, dass das Äußere das Innere verdeckt, etwa bei einem Heuchler. Er gibt vor, etwas zu sein, das er innerlich gar nicht ist. „In diesem Fall verdeckt das Äußere das Innere“, erläutert der Priester.


Dies sei die Gefahr, in die jeder geraten kann. Auf der anderen Seite sei es wichtig zu begreifen, dass unsere äußere Erscheinung auch unser Innenleben reflektiere. Wer wisse, wie unendlich wichtig Anbetung sei, wer würde dann nicht wollen, dass dies auch nach außen sichtbar wird, fragt Schmitz. „Wir wissen, dass im Letzten das Innere zählt“, räumt er ein. „Aber ist es das Einzige, das zählt? Ich glaube das nicht.“ Er erinnert an Jesu Gleichnis vom Festmahl, wo Jesus alle einlädt. Als ein Gast ohne Festgewand erscheint, darf er jedoch nicht teilnehmen. Hier gehe es nicht unbedingt um die Kleidung sondern um die „innere Disposition“, erklärt Schmitz. „Ich habe den Eindruck, dass Jesus eine Verbindung zwischen unserer inneren Einstellung und unserer äußeren Realität herstellt.“

Die äußere Kleidung könne von Ort zu Ort, von Kultur zu Kultur variieren; die Sonntagskleidung in Downtown Manhattan sei nicht unbedingt die Sonntagskleidung in Simbabwe, jene in Kiew anders als jene in Bogota. „Aber in all diesen Fällen möchte ich mein Bestes tragen“, betont Schmitz. Auch dies sei individuell. „Mein Bestes ist vielleicht nicht dasselbe wie das Beste von jemand anderem. Vielleicht besitze ich nur zerrissene Jeans und trage aber meine schönsten zerrissenen Jeans…“ „Es gibt keine Regel dazu, was man anziehen muss“, meint Schmitz. „Ich denke einfach, dass Gott unser Bestes verdient. Deshalb geben wir ihm unser Herz, und das ist das, was er mehr als alles andere will. Ich gebe ihm mein bestes Selbst, aber ich muss auch bereit sein ihm mein schlechtestes Selbst zu geben. Selbst wenn es um Äußerlichkeiten geht, gebe ich ihm mein Bestes. Natürlich könnt ihr euch auch von eurer schlechtesten Seite zeigen, mit eurer schlechtesten Kleidung – aber mit eurem besten Herzen. Gott nimmt alles, weil er euch alle will und alles von euch.“ Seine Einladung sei, sich nicht von der Messe abhalten zu lassen, nur weil man keine schönen Kleider habe. „Verurteile keinen, weil er keine schönen Kleider trägt. Es geht nicht um die Kleidung, es geht um das Herz. Aber deckt mein Äußeres das innere Herz zu oder vermittelt mein Äußeres das, was in meinem Herzen drinnen ist?“

 

 


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