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Österreichische Bischöfe distanzieren sich von 'Liebeskreuzen'

6. Oktober 2004 in Österreich, keine Lesermeinung
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kath.net dokumentiert eine Stellungnahme der Österreichischen Bischofskonferenz zu "Dozulé" und den so genannten "Liebeskreuzen"


Die Stellungnahme der BIKO im Wortlaut:

Seit beinahe 30 Jahren versammeln sich Christen in Dozulé (Frankreich), um das glorreiche KreuzChristi zu verehren und für die Erlösung der Welt zu beten. Sie folgen damit der Botschaft, welchedie Seherin Madeleine Aumont Maria zugeschrieben hat, die aber von der katholischenKirche nicht offiziell anerkannt wurde. Die Privatoffenbarungen an Frau Aumont wurdenvon einer weiteren Französin, Fernanda Navarro, aufgegriffen, modifiziert und um eigene privateOffenbarungen erweitert. Ihre Privatoffenbarungen werden unter dem Pseudonym JNSR (Je NeSuis Rien = Ich bin nichts) veröffentlicht. In diesen, von der Kirche ebenfalls nicht anerkannten,Privatoffenbarungen wird die weltweite Errichtung von speziellen Kreuzen, so genannten„Liebeskreuzen", gefordert. Nach verschiedenen Anfragen veröffentlicht die Österreichische Bischofskonferenz(ÖBK) folgende Stellungnahme:

Am 24. Juni 1985 hat Msgr. Jean Badré, Bischofvon Bayeux und Lisieux (Diözese, in der sichDozulé befindet) erklärt, dass er Dozulé bezugnehmendauf Can. 1230 CIC nicht als Heiligtumanerkenne (vgl. Documentation Catholique Nr.1911, 2.2.1986, S. 169-170). Mit Brief vom 25.Oktober 1985 an Msgr. Badré hat KardinalJoseph Ratzinger, Präfekt der Kongregation fürdie Glaubenslehre, explizit das vom Ordinariusvon Bayeux und Lisieux eingeleitete Verfahrensowie auch die von ihm getroffenen Maßnahmenim Rahmen seiner pastoralen Verantwortungnach Can. 381 § 1 approbiert. Der Bischof vonBayeux und Lisieux erinnert ständig an dieseTatsache.

Neben lobenswerten Aufrufen zur Bekehrung,Verehrung der Eucharistie beinhalten die imZusammenhang mit Dozulé und den „Liebeskreuzen"publizierten Schriften unannehmbareElemente und Forderungen (vgl. Erklärung vonMsgr. Badré vom 8. Dezember 1985): die einzigauf Dozulé und die „Liebeskreuze" bezogeneAusschließlichkeit des Heils; der endgültige undausschließliche Charakter der Botschaft; diezweifelhafte und unverhältnismäßige Lehre vomewigen Leben; klare Irrlehren und Formen desAberglaubens; das Aufstellen von leuchtendenKreuzen ohne Rücksichtnahme auf die religiöseSensibilität benachbarter Bewohner und auf dasRisiko von kostspieligen und kontraproduktivengerichtlichen Verfahren.

Im Einverständnis mit dem Lehramt derUniversalkirche distanziert sich die ÖBK formellvom Projekt Dozulé, das im Wesentlichen imAufstellen der „Liebeskreuze" und den damitverbundenen Lehren und Praktiken von FrauMadeleine Aumont und Frau Fernanda Navarrobesteht. Einige Gläubige werden vielleicht durchdiese Klarstellung verunsichert sein und Mühehaben, sie zu akzeptieren. Die Bischöfe laden sieein, ihre Frömmigkeit und das Zeugnis ihresGlaubens auf das authentische Geheimnis desKreuzes des Erlösers immer wieder neu auszurichten.In den Sakramenten und durch sie sollendie Quellen unserer Bekehrung und jene der Weltgesucht werden. In ihnen und durch sie bestärkenwir unsere Hoffnung in der Kirche auf dieWiederkehr des Herrn.

Es ist auch im Sinne der Kirche von Österreich,dass das Kreuz als Symbol unseres Glaubens inder Öffentlichkeit präsent ist, allerdings fordernwir die Gläubigen auf, einerseits schon bestehendeKreuze zu pflegen und zu erhalten und andererseitsetwaige neu zu errichtende Kreuze inortsüblicher Form zu gestalten.



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