Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Schokolade in der Fastenzeit

21. Februar 2025 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nutzen wir die Fastenzeit 2025, um Land zu erringen in der unsichtbaren Welt und frei, unabhängig und gelassen zu werden. Benedicta am Freitag von Petra Knapp.


Wien (kath.net) Die katholische Kirche hat relativ wenige Bestimmungen rund um das Thema Fasten. Gottseidank, finde ich. Nie schmeckte mir die Schokolade besser, als in der Fastenzeit. Ein ganzes Jahr lang habe ich nicht so viel Kekse und Kuchen gegessen wie in der Zeit vor Ostern.

Das ist schräg. Das ist bitter. Es bereitet mir nach wie vor Kopfzerbrechen. In manchen Jahren habe ich mich deswegen verurteilt, dass ich es einfach nicht hinkriege, und dann habe ich einfach aufgegeben. Kein Vorsatz, kein Scheitern. Diese einfache Formel hat mich in so mancher Fastenzeit begleitet.

Trotzdem lässt es mich bis heute nicht los. Was hat es mit dem Fasten auf sich? Worum geht es wirklich? Die Bibel verrät uns, dass es im Letzten immer um unser Herz geht. Woran hängst du? Was sind deine kleinen, süßen Gewohnheiten? Das tägliche Bier, der tägliche Nachmittagskuchen, die abendliche Fernsehserie…

Die kirchliche Tradition zeigt, dass auch Heilige durchaus unterschiedlich fasteten. Manche ernährten sich tagelang von Brot und Wasser. Andere verzichteten bis zum Abend auf jegliche Nahrung. Andere, etwa der Pfarrer von Ars, aß hauptsächlich kalte Kartoffeln, die er jeweils für mehrere Tage vorkochte. Katholiken sind also keineswegs verpflichtet, immer auf dieselbe Weise zu fasten.


Kreativität ist gefragt. Eine Alternative zum normalen Fasten – also Verzicht auf Nahrung – könnte beispielsweise sein, dass man darauf verzichtet, wählerisch zu sein. Für manche ist dies herausfordernder als auf Essen zu verzichten. Es geht bei dieser Art des Fastens darum, Essen zu akzeptieren, welches man vorgesetzt bekommt – ohne zu nörgeln oder auszusortieren, was einem schmeckt und nicht schmeckt.

 „Der Schlüssel zum Fasten liegt nicht in der Art der vermiedenen Nahrung, sondern in dem Geist, der dahintersteht“, heißt es in einem Beitrag auf „Aleteia“. Das scheint auf den ersten Blick nicht sehr schwierig zu sein. Aber oft ist es unser Egoismus, der uns am meisten blockiert. „Vielleicht wollen wir unser Essen immer auf eine bestimmte Art und Weise zubereiten, oder wir essen nur eine kleine Auswahl von Lebensmitteln, die uns schmecken…“

Der heilige Franz von Sales ermutigt zu dieser Art des Fastens. „Meines Erachtens ist es tugendhafter, das zu essen, was einem angeboten wird, ganz gleich, ob es einem schmeckt oder nicht, als immer das Schlechteste zu wählen“, schreibt er in der „Philothea“. „Denn obwohl der letztere Weg asketischer erscheinen mag, bedeutet der erstere eine größere Unterwerfung des Willens, weil man damit nicht nur seinen Geschmack, sondern auch seine Wahl aufgibt; und es ist keine geringe Strenge, seine Vorlieben in der Hand zu halten und sie allen möglichen Zufällen auszusetzen.“

Im Letzten geht es darum, in einer ganz konkreten Situation deinen Willen dem Willen Gottes unterzuordnen. Das ist das kleine Rädchen, das eine freudige Flutwelle des Heils in der unsichtbaren Welt auslöst. Wenn die Schokolade deine persönliche Herausforderung ist, dann kannst du zur Tafel mit 80prozentigem Kakaoanteil greifen und die süße bunte Schokolade liegen lassen. Keiner wird es merken.

Aber das Reich Gottes lebt davon, dass die ganz wichtigen Dinge zunächst im Verborgenen geschehen. Keiner sieht zu, wie der Engel zu Maria kommt, und niemand ist bei Mose, als Gott zu ihm spricht. Und noch mehr: Jesus betont, wie wichtig es ist, uns zum persönlichen Beten zu isolieren, in unsere Kammer zu gehen, dorthin, wo keiner uns sieht, wo wir weder Schulterklopfen noch Beförderung erhalten.

Das verborgene Gebet und dein kleines Opfer haben das Potential, zu deiner persönlichen Powerbank werden, die dir unglaubliche Dinge ermöglicht, sobald du deine Kammer verlässt. Du bekommst viel, viel mehr zurück als du eingesetzt hast. Deine fünf Minuten werden zu Gold. Aber nicht nur du – auch alle rund um dich profitieren davon. Mit Fasten und Gebet lassen sich Dämonen austreiben, heißt es in der Bibel.

So stark ist die Kraft eines Verzichtes, der aus freien Stücken und aus Liebe zu Gott geschieht. Das ist eine Hammer-Botschaft. Lassen wir diese Fastenzeit 2025 nicht ungenutzt verstreichen. Es ist die Gelegenheit, Land zu erringen in der unsichtbaren Welt und selbst wieder ein Stück weit frei, unabhängig und gelassen zu werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

BeneDicta

  1. Wenn das Nein nicht mehr zählt
  2. Technisch brillant, geistig obdachlos
  3. Beschließen ohne zu entscheiden?
  4. Die große Täuschung
  5. Hoffnung schlägt Optimismus
  6. Kirche zwischen Riss und Rückbindung
  7. Freu dich, Gott liebt dich
  8. 'Sommer ist, was in deinem Kopf passiert'
  9. Denn der Glaube ist kein Leistungssport
  10. Das Glück dieser Welt kauft man nicht mit Geld







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  3. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  4. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  5. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  6. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  7. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  8. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  9. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  10. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  11. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  12. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  13. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  14. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz