Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  6. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  7. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  8. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  11. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  12. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  13. Die große Täuschung
  14. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  15. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit

200 Quadratmeter für den Papst

2. April 2025 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die berühmte Gemelli-Klinik in Rom ist nach einem Militärarzt benannt, der sich vom Atheisten zu einem tiefgläubigen Mann wandelte, der schließlich Priester wurde.


Rom (kath.net / aleteia) Als Papst Franziskus nach 38 Tagen aus dem römischen Gemelli-Krankenhaus entlassen wurde, mag sich mancher gefragt haben, ob der Name Gemelli – italienisch für „Zwillinge“ – eine Anspielung auf die heiligen Cosmas und Damian ist, die Zwillingsärzte und Märtyrer des frühen Christentums.

Doch das Krankenhaus ist nach einem ganz bestimmten Mann benannt: Agostino Gemelli, ein ehemaliger Atheist und Militärarzt, dessen dramatische Bekehrung und lebenslanges Streben nach Wahrheit die katholische Bildung, Wissenschaft und Gesundheitsfürsorge nachhaltig geprägt hat.

Der 1878 in Mailand geborene Edoardo Gemelli wuchs in einer streng säkularen Umgebung auf, heißt es in einem Bericht von „Aleteia“. Sein Vater war Freimaurer, und seine Familie lehnte die Religion völlig ab. Edoardo studierte Medizin an der Universität von Pavia, wo er Ludovico Necchi begegnete, einem gläubigen Katholiken, der ihn nicht durch Predigten, sondern durch tiefgründige philosophische Gespräche und wissenschaftlichen Dialog beeinflusste. Langsam begannen sich Edoardos Überzeugungen zu ändern.


Der Wendepunkt kam während des Ersten Weltkriegs, als er als Militärarzt arbeitete. In einem Mailänder Krankenhaus schaute ihn ein sterbender, durch Lepra entstellter Soldat an und sagte: „Wenn meine Mutter hier wäre, würde sie mich küssen ... Könnten Sie das?“ Edoardo war zutiefst bewegt und küsste den Mann auf die Wange. Diese einfache und doch tiefe Geste führte zu einer Bekehrung.

Am Gründonnerstag des Jahres 1903 empfing Edoardo zum ersten Mal die heilige Kommunion und beschloss, Franziskaner zu werden. Trotz des heftigen Widerstands seiner Familie – einschließlich eines Entführungsversuchs, um seinen Eintritt ins Ordensleben zu verhindern – trat er in den Orden ein und nahm den Namen Agostino an. Die Priesterweihe empfing er im Jahr 1908.

Anstatt die Wissenschaft hinter sich zu lassen, wurde Pater Gemelli ein Pionier der experimentellen Psychologie in Italien. Er gründete die „Rivista di Filosofia Neo-Scolastica“. Im Jahr 1921 gründete er mit Unterstützung von Papst Benedikt XV. die Katholische Universität vom Heiligsten Herzen in Rom, die katholische Laienintellektuelle ausbilden sollte.

Im Jahr 1964 öffnete die medizinische Fakultät der Universität die Türen zu einem der renommiertesten Krankenhäuser Italiens: der Poliklinik Agostino Gemelli. Internationale Bekanntheit erlangte das Gemelli-Krankenhaus nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981. Der polnische Papst wurde mit vier Schusswunden dorthin eingeliefert und kehrte während seines Pontifikats immer wieder dorthin zurück – insgesamt über 150 Tage. Er nannte es liebevoll „Vatikan III“, eine Anspielung auf seine anderen Residenzen im Vatikan und in Castel Gandolfo.

Auch heute noch ist eine 200 Quadratmeter große Suite im 10. Stock dauerhaft für päpstliche Zwecke reserviert. Das Gemelli-Krankenhaus ist nicht nur das größte in Rom, sondern auch eines der besten medizinischen Zentren Italiens, das für seine Spitzenleistungen in Forschung und Lehre bekannt ist.

Agostino Gemellis Weg vom Skeptiker zum heiligen Gelehrten ist ein Zeugnis für die Kraft des Zusammenwirkens von Mitgefühl und Intellekt. Sein Vermächtnis lebt in jedem Studenten weiter, der ausgebildet wird, in jedem Patienten, der geheilt wird, und in der stillen Würde, mit der die Kirche weiterhin den Kranken dient.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  10. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  15. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz