Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  3. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  4. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  7. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  10. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  11. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  12. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  13. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  14. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  15. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!

Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote

5. Mai 2026 in Prolife, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Priester Holland schildert im Rückblick: „Ich war, glaube ich, sehr schockiert“ –Lebensschutzbeauftragter der Erzdiözese: „Dies ist mit Sicherheit eines der erschreckendsten Beispiele für Kanadas repressives und unsensibles Sterbehilfesystem“


Vancouver (kath.net/pl) Pfr. Larry Holland, 79-jähriger Priester aus Vancouver, der sich im Krankenhaus von einem Hüftbruch erholt, berichtet, dass ihm von medizinischem Personal zweimal Sterbehilfe angeboten worden war. Das Personal wusste da bereits, dass er Priester ist und dass er gegen Sterbehilfe ist. Das schildert „B.C. Catholic“, die offizielle Wochenzeitung der römisch-katholischen Erzdiözese Vancouver (Kanada). In Kanada wird, Kritikern zufolge, medizinisches Fachpersonal zunehmend dazu angehalten, solche Gespräche zu führen.

„Es gibt Dinge, über die man mit manchen Menschen einfach nicht spricht“, sagte Pfr. Larry Holland, der im Laufe seines langen Berufslebens in zahlreichen Pfarreien der Erzdiözese Vancouver tätig gewesen war und auch selbst eine Ausbildung zum Krankenhausseelsorger abgeschlossen hatte.

Er beschrieb seine Reaktion, als ein Arzt die Möglichkeit der Sterbehilfe ansprach, falls sich sein Zustand verschlechtern sollte. „Ich war, glaube ich, sehr schockiert“, sagte er. „Das ist ein sehr sensibles Thema.“

Pfr. Holland betonte gegenüber „B.C. Catholic“, dass er weder mit frischem Hüftbruch noch jetzt im Sterben gelegen sei und die Erwähnung der Sterbehilfe durch den Arzt habe ihn einen Moment lang sprachlos gemacht. Der Arzt sprach das Thema dann erneut an und sagte, es sei „etwas, das man mit jemandem besprechen muss, der eine unheilbare Diagnose erhalten hat“.


Der Geistliche hatte dem Arzt bereits zuvor gesagt, dass er Sterbehilfe aus moralischen Gründen ablehne. Der Arzt erklärte, er habe „nur sichergehen wollen, dass ich, falls eine [unheilbare] Diagnose gestellt würde oder nicht, über die verschiedenen Hilfsangebote Bescheid wüsste, die mir zur Verfügung stünden.“

Einige Wochen später kam ein zweites Angebot für Sterbehilfe von einer Krankenschwester, die laut Aussage des Priesters sichtlich unbehaglich das Thema ansprach und dies vermutlich aus Mitleid aufgrund seiner Schmerzen tat. „Das ist eigentlich falsches Mitgefühl“, sagte er.

Pfr. Holland gibt offen zu, dass er so starke Schmerzen gehabt hatte, dass er in Versuchung geraten sei, die Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. „Das ist eine menschliche Reaktion. Wir suchen immer den einfachsten Ausweg.“ Und „sobald man die Hoffnung verliert, kommt der Teufel in verschiedenen Gestalten und fragt: ‚Willst du Sterbehilfe? Ich will nicht, dass Menschen leiden.‘“ Doch der Priester betont, dass die Ablehnung des Todes den Weg öffne zu neuen Erfahrungen. Der ertragene Schmerz „kann Wachstum fördern, er kann einen motivieren, neue Welten, neue Perspektiven, neue Möglichkeiten eröffnen“, einschließlich bereichernder Beziehungen. Er sagte, er teile seine Geschichte in der Hoffnung, dass sie anderen helfen werde. „Ich habe es durchgemacht; du kannst es auch durchmachen.“

Diese beiden Vorschläge zur Sterbehilfe an einen katholischen Priester ereigneten sich, während Kanada sich der Marke von 100.000 Fällen von assistiertem Suizid nähert.

Pfr. Larry Lynn, der Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese, zeigte sich schockiert über den Fall von Pfr. Holland: „Dies ist mit Sicherheit eines der erschreckendsten Beispiele für Kanadas repressives und unsensibles Sterbehilfesystem.“ Es sei beunruhigend, dass ein Arzt einem Patienten Sterbehilfe vorschlage, insbesondere wenn es sich um eine geweihte Person handle, die bekanntermaßen moralisch dagegen sei. „Damit wird der Arzt zum Teufel, der einen schutzbedürftigen Menschen zur Todsünde verführt“, stellt der Lebensschutzbeauftragte der Erzdiözese fest.

Ebenso beunruhigt den Pro-Life-Priester, dass kanadische Sterbehilfeanbieter Gespräche sogar mit Katholiken über die medizinische Sterbehilfe nicht ausschließen.

Das Wochenmagazin der Erzdiözese Vancouver schildert dazu als Hintergrund, dass in einem Dokument mit dem Titel „Sterbehilfe als klinische Behandlungsoption“ die kanadische Vereinigung der Sterbehilfe-Gutachter und -Anbieter davon abrät, anzunehmen, Patienten lehnten Sterbehilfe aufgrund ihres Glaubens ab. Das Dokument führt aus: „Medizinisches Fachpersonal könnte falsche Annahmen über die Einstellung einer Person zur Sterbehilfe treffen; beispielsweise könnte es annehmen, eine Patientin lehne Sterbehilfe ab, weil sie eine römisch-katholische Ordensfrau ist. Dabei haben römisch-katholische Nonnen und andere Menschen, die einem Glaubensleben verpflichtet sind, Sterbehilfe beantragt.“ Die Broschüre nennt keine Quelle für diese Information, kritisiert „B.C. Catholic“. 

Im März wurde dieses Dokument aktualisiert und der Bezug zur katholischen Kirche entfernt, gibt aber weiterhin denselben Rat, nun allgemeiner gefasst in Bezug auf Angehörige einer Glaubensgemeinschaft und sogar auf Menschen mit starkem Glauben.

Pfr. Lynn in seiner Eigenschaft als Lebensschutzbeauftragter des Erzbistums nannte es, Zitat, „diabolisch“, eine Ordensfrau als Beispiel für die Überwindung moralischer Einwände eines Patienten heranzuziehen.

Der Vorfall schockierte nicht nur Katholiken, sondern wurde teilweise auch von der allgemeinen Presse aufgegriffen.

Der Beitrag in der katholischen Wochenzeitung bringt auch aktuelle Fotos des betroffenen Priesters:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  2. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  3. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  4. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  5. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  6. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  7. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  8. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  9. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  10. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  5. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  6. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  7. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  8. Grösse
  9. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  10. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti
  11. William Donohue: Bürgermeister Mamdani soll nicht an Gedenkveranstaltung zu 9/11 teilnehmen
  12. „Warum ich katholisch bin“
  13. Was Papst Leo XIV. in Südamerika erwartet
  14. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang
  15. Wenn der Sturm den Glauben prüft - Der Friede Christi mitten im Gegenwind

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz