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| ![]() Berliner Jusos für Abschaffung der Ehevor 2 Stunden in Deutschland, keine Lesermeinung Der Landesverband hat einen entsprechenden Antrag beim Landesparteitag der SPD Berlin eingebracht. Die Ehe soll durch eine ‚Verantwortungsgemeinschaft‘ ersetzt werden. Berlin (kath.net/jg) Die sozialistischen Jungpolitiker begründen ihren Vorstoß unter anderem damit, dass die Zivilehe „patriarchalische Machtstrukturen“ vertiefe und Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen „durch ihren Anspruch auf dauerhaftes Verhalten“ einschränke. „Auch wenn es viele Menschen gibt, die in der Ehe eine romantische Verbindung sehen und in dieser glücklich sind, ist Emanzipation und Überwindung von Heteropatriarchat und Kapitalismus nur durch radikale und solidarische Veränderung möglich.“ Die Ehe diene dem „chauvinistischen, kapitalistischen Nationalstaat als Durchsetzungsinstrument frauenfeindlicher, queerfeindlicher, klassistischer und rassistischer Politik“, zitiert der FOCUS aus dem Antrag. An die Stelle der Ehe sollen so genannte „Verantwortungsgemeinschaften“ treten, die beim Standesamt nur mehr angezeigt werden. „In diesen können Menschen anlass-, verwandtschafts-, gender- und anzahlunabhängig Verantwortung füreinander und Angehörige übernehmen“. Bestehende Ehen sollen bleiben, können aber auf Antrag in Verantwortungsgemeinschaften umgewandelt werden. In der Verantwortungsgemeinschaften sollen Fürsorge, Erbfragen und Aufenthalt geregelt werden. Nach Vorstellungen der Jusos soll auch eine Probezeit möglich sein. Wer will, kann die Verantwortungsgemeinschaft durch eine einfache Erklärung auch wieder verlassen. Die Formalitäten sollen gebührenfrei sein und sich damit von teuren Ehescheidungen unterscheiden. Der Landesparteitag soll vor allem das Programm für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September im Blick haben. Der Antrag der Jusos auf Aufhebung der Ehe wird daher auf das kommende Jahr vertagt werden. Die Ehe steht in Deutschland vom Grundgesetz geschützt. Im Artikel 6 heißt es: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“. Die Jusos sehen sich „nicht als brave Partei- oder Regierungsjugend, die zu Wahlkampfzeiten nur Plakate klebt. Vielmehr sind wir unserer Mutterpartei in kritischer Solidarität verbunden“.
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