Einsatz für die Demokratie, gegen Rechtspopulismus und für das Klima seien der Evangelischen Kirche und der katholischen Kirche in Deutschlands wichtiger als die Verkündigung des Evangeliums.
Berlin (kath.net/jg)
„Deutschland entchristianisiert sich – und die Kirchen sorgen für diese Entchristianisierung“, sagt der katholische Journalist Alexander Kissler in einem fünf Minuten dauernden Videokommentar, veröffentlicht auf seinem YouTube-Kanal „Kissler Kompakt“ angesichts der hohen Austrittszahlen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Kirche würden zu dieser Entwicklung beitragen, indem sie sich an die Mächtigen im Staat anbiedern und dabei die Verkündigung des Evangeliums vergessen.
„Die Funktionäre der Kirchensteuerkirchen lassen keinen Zweifel, worauf es ihnen ankommt: Auf den Einsatz für die Demokratie, gegen Rechtspopulismus und für das Klima. So steht es oben auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Deutschland“, sagt Kissler wörtlich und verweist im nächsten Satz darauf, dass hier die Ökumene mit der katholischen Kirche gut funktioniere. „Beide Kirchensteuerkirchen wollen geliebt werden – von der Regierung“, kommentiert er.
Das Bündnis von Thron und Altar sei zurück und nenne sich jetzt „zivilgesellschaftliche Partnerschaft der demokratischen Mitte“, wobei unter der „demokratischen Mitte“ die etablierten Parteien zu verstehen seien.
Im Verhältnis der EKD und der katholischen Kirche zum Islam vermisst Kissler ebenfalls das christliche Profil. Fast alle Kirchenobere würden den Muslimen zu Beginn und Ende des Ramadan gratulieren, Bischof Bätzing fordere zu mehr interreligiösem Dialog auf. Was fehle, sei den Muslimen den christlichen Glauben anzubieten, was ein überzeugter Christ tun müsse, sagt der Journalist. Missionierung finde nur mehr zum klimaneutralen Verhalten und zur Wahl der richtigen Partei statt.
Mutige Schritte und neue Wege, wie sie Bischof Bätzing angesichts der hohen Austrittszahlen fordere, wären nach Kisslers Ansicht ein Selbstverständnis der Kirchen als Glaubensgemeinschaften, die ihren missionarischen Auftrag ernst nehmen.
Herr Kissler hat völlig Recht! Die Kirche fördert das Denken von Politikern, die Gottes Ordnung nicht respektieren, sondern die Gestaltung der Welt nach eigenem Gusto und dem vieler anderer Bürger bevorzugen. Diejenigen, die ernsthaft nach dem Evangelium leben wollen, lässt sie eher im Regen stehen: sie hat der "Ehe für alle", die es vor Gott nicht geben kann, nicht ernsthaft widersprochen; "Sondersegen" für solche, die in sündhafter Gemeinschaft leben, bekämpft sie nicht; sie schweigt zur Gleichgültigkeit gegenüber der Sonntagspflicht und anderer Unordnung in der Kirche. Wenn Christi Stellvertreter auf Erden uns einsäuselt, Gottes Barmherzigkeit sei unendlich und die Unordnung nicht anprangert, wird daraus der Schluss gezogen bei Bischöfen und Gottesvolk: "Alles halb so wild. Gott versteht uns schon!" Priester dagegen, die Gottes Wort ernst nehmen und es so verkünden, werden zu Prügelknaben. Das Ergebnis: Kirche spaltet sich, wird schwach und kann nicht mehr zur Heiligkeit erziehen.
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Versusdeum vor 13 Stunden
Einsatz von Kirchengertretern für oder gegen die Demokratie?
Wie stets brillant. Doch beim durchaus wichtigen "Einsatz für die Demokratie" sollte sich die Kirche fragen, ob sie wirklich weiter denjenigen den Steigbügelhalter machen will, die Demokratie und Freiheit im Namen der "Rettung der Demokratie" salamtikatisch demontieren, oder ob sie nicht eher ein Korrektiv sein sollte. Denn inzwischen wird die Demokratie ja sogar nicht mehr nur der facto eingeschränkt, sondern immer offener auch durch ideologisch motivierte Gesetze.
Im Übrigen wäre ein politisch gewolltes AfD-Verbot nicht nur das Ende der Demokratie, sondern es würde auch eine radikal linke Regierung zur Folge haben, da dann ja jenseits von stramm links nur noch die Union übrig bliebe. Dann wäre Merz auch de Jury nicht mehr der Herr im Haus (vorausgesetzt, er wird Kanzler, obwohl er für dieses Ziel ja buchstäblich alles opfert, so wie damals Merkel)
Und wieder wird man einst fragen: "Wie hatte es nur so weit kommen können". Voilà: Wir erleben es gerade live!
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Hängematte vor 14 Stunden
Danke ZdK, danke "synodaler Weg"
Muß die Kirche in Deutschland alle Fehler der Katholiken in den Niederlanden nachmachen?
Nach einem Riesen-Aderlass ist Inzwischen die Kirche in den Niederlanden auf dem Weg der Umkehr
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