Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  9. Wir können NICHT schweigen!
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  13. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  14. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  15. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'

‚Welt‘-Kolumnist Martenstein: ‚Gott wären deutsche Kirchentage peinlich‘

7. Mai 2025 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Gläubigen laufen der Kirche davon, weil das Bedürfnis nach Spiritualität nicht ausreichend gestillt werde, schreibt Martenstein in einem Kommentar zum Evangelischen Kirchentag.


Hannover (kath.net/jg)
Am Deutschen Evangelischen Kirchentag, der von 30. April bis 4. Mai in Hannover stattgefunden hat, zeige sich, warum die Gläubigen in Scharen austreten. Die Kirche sei eine NGO unter NGOs geworden und erfülle das Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität nicht mehr, schreibt der Kolumnist und Schriftsteller Harald Martenstein in einem Kommentar für die Zeitung Welt.

Er sei schon auf einigen Kirchentagen gewesen, katholischen und evangelischen. Auf den diesjährigen evangelischen Kirchentag wollte er nicht. Er habe den „heimlichen Verdacht, dass sogar Gott sich bei deutschen Kirchentagen inzwischen nicht mehr blicken lässt. Es wäre ihm peinlich“, schreibt er wörtlich.


Zentrales Thema des Kirchentages war „Demokratie“. Demokratie bedeute Streit, Christentum bedeute unter anderem, sogar seine Feinde zu lieben. Eine christliche Veranstaltung, die diesen Namen verdiene, wäre beispielsweise ein Streitgespräch zwischen einem Vertreter der AfD und einem Vertreter des auf dem Kirchentag stark präsenten Medienunternehmens „Correctiv“ gewesen. Jesus habe kein Problem damit gehabt, mit den Verachteten seiner Zeit zu sprechen, erinnert Martenstein.

Veranstaltungen wie „BDSM und Christsein“ (BDSM umfasst eine Gruppe von Sexualpräferenzen, die mit Bondage, Disziplin, Sadismus und Masochismus zu tun haben) oder „Die Bibel queer gelesen“ wären vor 40 Jahren eine „Großtat der Toleranz“ gewesen. Heute seien sie nur noch eine „Anschleimerei an etwas, das die evangelische Kirche irrtümlich für den Zeitgeist hält“, schreibt Martenstein wörtlich.

Sein Fazit: Die Gläubigen laufen der Kirche davon, weil das Bedürfnis nach Spiritualität nicht ausreichend gestillt werde. Daher sei es kein Wunder, wenn Ersatzreligionen wie etwa die „Klimareligion“ mit ihrer „Weltuntergangserzählung, mit Heiligen, Sündenkatalogen und Bußritualen“, blühen.

Die „Großkirchen“, die katholische wie die evangelische, seien mehrheitlich fast immer auf der Seite der Mächtigen gestanden. Doch hätten sie noch etwas anderes geboten als die Herrschenden: Den Glauben an etwas Ewiges, an Erlösung, eine höhere Instanz, deren Urteil sich letztendlich auch die Mächtigen beugen müssen. „Eine Kirche ohne Glauben braucht kein Mensch“, schreibt Martenstein wörtlich.

Abschließend wagt er ein Gedankenexperiment: „Wenn es irgendwann bei uns ein gefestigtes ultrarechtes Regime gäbe, wäre die evangelische Kirche nach aller historischen Erfahrung unter den Ersten, die sich unterordnen.“

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  3. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  4. Jakobsweg steuert auf neues Pilger-Rekordjahr zu
  5. Finnische Langzeitstudie: Anstieg an psychiatrischen Erkrankungen nach ‚Geschlechtsumwandlung‘
  6. Neuer Eichstätter Bischof Würtz will jetzt beim deutsch-synodalen Irrweg mitmachen
  7. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  8. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  9. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  10. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  11. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  12. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  13. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  14. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  15. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz