Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  11. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  15. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer

Beschönigt Hongkongs Kardinal Chow die religiöse Verfolgung in China?

3. Oktober 2025 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


China nehme die katholische Kirche ernst, versuche sie zu verstehen und sei gut informiert. Kardinal Chow Sau-yans Darstellung widerspreche Berichten über zunehmende Einschränkung kirchlicher Aktivitäten, wendet Edward Pentin ein.


Hongkong/Parramatta (kath.net/jg)
Viel Kritik gibt es für einen Vortrag, den Kardinal Stephen Chow Sau-yan SJ, der Bischof von Hongkong, in Parramatta (Australien) gehalten hat. Trotz gegenteiliger Berichte behauptete der Kardinal, in dem von der Volksrepublik China verwalteten Territorium gebe es keine religiöse Verfolgung und die Regierung in Peking wolle, dass die Religionsfreiheit in Hongkong „intakt“ bleibe. Dies berichtet Edward Pentin für den National Catholic Register.

Kardinal Chow lud das Publikum seines Vortrages ein, nach Hongkong zu reisen und sich selbst davon zu überzeugen, dass es keine Verfolgung gebe. „Peking möchte, dass die Religionsfreiheit in Hongkong intakt bleibt, weil Hongkong für China wichtig ist“, sagte der Kardinal wörtlich. Weiters verteidigte er das Geheimabkommen zwischen der kommunistischen Regierung in Peking und dem Vatikan. Dieses sei hoch komplex; Beobachter sollten die Fakten nicht in ein „dualistisches Paradigma“ zwängen.

China habe viele Stimmen und seine Regierung nehme die katholische Kirche ernst, versuche, sie zu verstehen und sei gut informiert. Kommunisten seien Menschen, die nach Liebe und Respekt verlangen, auch wenn er selbst nicht mit ihrer atheistischen Ideologie übereinstimme, sagte der Kardinal.


Sein Vorgänger Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (93) sei nicht so schlecht behandelt worden, wie es westliche Medien darstellen würden, sagte Kardinal Chow. Kardinal Zen sei nicht einen Tag im Gefängnis und nicht einen Tag unter Hausarrest gestanden, sagte er. Kardinal Zen wurde 2022 verurteilt, weil er eine Spende für die Demokratiebewegung nicht registrieren ließ. Der Prozess gegen Kardinal Zen wurde weithin als ungerecht und politisch motiviert wahrgenommen. 

Kardinal Chows Darstellung der Lage in Hongkong widerspreche Berichten über zunehmende Einschränkungen kirchlicher Aktivitäten und Bürgerechte in Hongkong, wendet Pentin ein.

Die Volksrepublik China habe im Jahr 2020 ein weitreichendes Gesetz für die nationale Sicherheit erlassen und 2025 weitere Gesetze beschlossen, die Einschränkungen für die Bevölkerung und religiöse Gruppen bedeuten. Dazu gehört auch die Verpflichtung für Priester, das Beichtsiegel zu brechen, wenn sie in der Beichte von einem Verdachtsfall von Verrat erfahren. Kommen sie dem nicht nach, drohen ihnen bis zu 14 Jahre Gefängnis.

Die Behörden haben katholische Priester und protestantische Pastoren gewarnt, dass sie verfolgt werden, wenn sie „aufrührerische“ Predigten halten. Der Lehrplan für religiöse Schulen wurde in Zusammenarbeit mit der Diözese Hongkong geändert, um das Ziel der Sinisierung der Religion zu erreichen. Dabei wurde durch die Einführung sozialistischer Werte von der Lehre der Kirche abgewichen. Weiters wurde die Rolle des Papstes reduziert dargestellt.

Kardinal Zen sei zwar nicht in Haft, de facto aber von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zum Schweigen gebracht worden. Er sei nicht in der Lage, die Regierung zu kritisieren. Außerdem sei sein Reisepass immer noch von den Behörden konfisziert, berichtet Pentin.

Steven Mosher, Präsident des Population Research Council, hält Kardinal Chows Einschätzung, China wolle die Religionsfreiheit in Hongkong intakt halten, für lächerlich. In Hongkong geschehe es langsamer als in China, aber trotzdem werde die Freiheit der Kirche zunehmend eingeschränkt, sagt Mosher, der selbst Sinologe ist und viel persönliche Erfahrung im kommunistischen China sammeln konnte. 

Nina Shea, Direktorin des Zentrums für Religionsfreiheit am Hudson Institute, meint, dass Kardinal Chow ebenso wie Kardinal Zen nicht die Freiheit habe, die KPCh zu kritisieren. Daher müsse man alles, was er über die Maßnahmen und Aktionen der Partei sage, mit Vorsicht betrachten. 

Weder Kardinal Zen noch jemand anderer in China könne öffentlich gegen die Verfolgung von Bischöfen und Priestern in der Volksrepublik protestieren. Pekings Medien in Hongkong drohten mit einer Schließung der katholischen Schulen in Hongkong, wenn Kardinal Zen und die anderen Kirchenführer sich nicht dem Diktat der KPCh unterwerfen, stellt Shea fest und fügt wörtlich hinzu: „Sie sind Geiseln dieser Drohungen.“

Da es für prominente Katholiken in China unmöglich sei, öffentlich für die Opfer der Verfolgung und Unterdrückung einzutreten, liege diese Aufgabe nun bei Papst Leo, sagt Shea.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  2. So nicht, Mr. Präsident!
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. "Derselbe Polarstern"
  11. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  12. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  13. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  14. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz