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„Freude – Das gigantische Geheimnis des Christen“

4. Jänner 2026 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Am 4. Jänner, dem zweiten Tag der MEHR Konferenz 2026 in Augsburg sprach der Ingenieur und Gebetshausmissionar Elias Gläser über die Freude und zitiert dabei Chesterton. Von Linda Noé


Augsburg (kath.net/ln)
Der zweite Tag der MEHR Konferenz begann mit dem ausgiebigen Morgenlobpreis und einem Impuls von Elias Gläser, Missionar im Gebetshaus Augsburg. Der gelernte Ingenieur, der durch seine Zeit in der Wirtschaft die Begrenztheit technischer Lösungen erlebte, fand seinen Weg zum Glauben als Antwort auf tiefgehende Fragen.

Zu Beginn stellt Gläser die Frage, ob es ein Leben gibt, in dem die Freude nicht geraubt, sondern in allen Umständen als Lebensgrundlage gelebt wird. Er kritisiert den schnelllebigen Lebensstil, in dem selbst schöne Dinge wie Freundschaftspflege zu stressig werden, und erinnerte an gängige Versprechen der Werbung, wie: „Freude ist BMW“ – eine leere Verheißung, die echtes Glück verspricht, aber nicht liefern kann. Die Werbung mache sich die Sehnsucht der Menschen zunutze. Die häufigste Antwort bei allgemeinen Umfragen auf die Frage was denn das Ziel des Lebens sei, ist „ein glückliches Leben zu leben“ und „das Leben zu genießen“.

Gläser zitierte das „Glücksparadoxon“, wonach die Jagd nach Glück oft das Gegenteil bewirke. „Je mehr du nach Glück strebst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du es findest."  Er stellt Jesus als Mann der Freude vor, erinnert an biblische Szenen wie die Begegnung von Maria und Elisabeth, in deren Leib das Kind vor Freude hüpft, an die Botschaft des Engels: „Ich verkünde euch eune große Freude…“ „Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und eure Freude vollkommen wird“ (Joh. 15,11).


Christliche Freude, so Gläser, ist mehr als ein Gefühl – sie ist ein Zustand des Herzens. Chesterton bezeichnete sie als „gigantisches Geheimnis des Christen“. Anders als die Welt, die Freude in oberflächlichen Dingen sucht und die tiefe Fragen nur in die Verzweiflung und Traurigkeit führen kann , könne ein Christ inmitten von Trauer und Herausforderungen bleibende Freude finden, die auf dem Glauben an Gottes Liebe basiert. 

Gläser stellt drei Ebenen unserer Überzeugung nach dem Religionswissenschaftler Michael Novak vor:

Öffentlicher Glaube: Das, was wir sagen, dass wir glauben, oft beeinflusst von dem, was andere von uns erwarten.

Persönlicher Glaube: Das, was wir tatsächlich glauben und von uns selbst für wahr halten. Ein Beispiel: Petrus‘ Erklärung „Ich werde dich niemals verleugnen.“

Herzensglaube: Dieser tiefste Glaube, den wir wirklich leben, ist der, nach dem wir handeln – der wahre Glaube, den wir niemals verleugnen.

Die tiefste Wahrheit, die Jesus uns gezeigt hat, lautet: „Du bist geliebt und gewollt.“ Glaubst du das wirklich?

Timothy Keller bringt es auf den Punkt: „Wenn Jesus wirklich den Tod überwunden hat, dann wird alles gut.“ Jesus fragte Martha nach dem Tod ihres Bruders Lazarus: „Glaubst du das?“ Diese Frage soll uns nicht nur intellektuell herausfordern, sondern auch tief in unser Herz treffen. Jesus will unseren Herzensglauben erneuern – er fordert eine echte, persönliche Umkehr (Metanoia).

Aber wie kommen wir praktisch dorthin? Jesus möchte nicht nur, dass wir Freude haben, sondern dass wir zu freudvollen Menschen werden. Dieser Prozess ist aktiv – wir müssen bewusst an unserer Freude arbeiten und sie kultivieren. In der Bibel lesen wir immer wieder: „Freut euch!“ Freude sei laut Gläser eine Haltung, die wir als Christen bewusst entwickeln sollen. In seinem praktischen Ansatz empfiehlt er,  Freude aktiv zu kultivieren. Er verwies auf Philipper 4, wo der Apostel Paulus uns quasi eine „Anleitung zum Glücklichsein“ zeige:

1. „Sorgt euch um nichts… sondern bringt alles vor Gott“. Wir leiden oft unter Kontrollillusion.

2. Gebet und Flehen mit Danksagung. Das zu haben was wir wollen macht uns nicht glücklich, sondern das zu wollen was wir haben. 

3. Es ist eine Tatsache, dass Gefühle den Gedanken folgen. Das heißt für uns: Aufmerksamkeit auf das Gute.

Die Praxis der Freude, so Gläser, ist keine Selbstsuggestion, sondern eine Antwort auf Gottes Realität. Eine wichtige Frage lautet: Erlauben wir uns wirklich, glücklich zu sein, oder haben wir uns in der Opferrolle der Umstände verfangen? Schließlich betonte Gläser, dass Freude nicht nur den Stress reduziert, sondern auch körperliche Gesundheit fördert. Der Feind wolle uns die Freude rauben – aber die Freude, die wir in Jesus finden, ist eine Stärke, die uns in allen Lebenslagen trägt.

Abschließend lud Elias Gläser die Teilnehmer ein, die Tage der Konferenz als Beginn eines Lebens zu sehen, das auf der Freude gegründet ist, die Jesus schenkt.


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