Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  4. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  8. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  9. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  10. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  11. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  12. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  15. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel

Ich bin Staatsanwältin – und ich bete

vor 35 Stunden in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Cybercrime, Glaube und Gerechtigkeit: Staatsanwältin Jana Ringwald auf der MEHR-Konferenz - Von Linda Noé


Augsburg (kath.net)
Sie ermittelt dort, wo andere nur spekulieren. Am dritten Tag der MEHR-Konferenz 2026 in Augsburg sprach die Cyberstaatsanwältin Jana Ringwald über Datenspuren, Kryptowährungen und das Darknet – und darüber, dass hinter digitalen Verbrechen immer reale Menschen stehen. Es war ihr erster Besuch der gesamten Konferenz, gemeinsam mit ihrer Familie.

Was Ringwald aus den verborgensten Räumen des Internets berichtet, verändert den Blick auf Cyberkriminalität. Statistisch gesehen, so ihre Einschätzung, sei jeder dritte der rund 12.000 Menschen im Saal bereits einmal Opfer digitaler Straftaten gewesen.

Eine Staatsanwältin auf einer Glaubenskonferenz? Für Ringwald kein Widerspruch. Die Suche des Menschen nach Macht, Mammon, Gerechtigkeit und Vergeltung begegne ihr täglich – nicht nur in Gerichtssälen, sondern auch im Darknet. „Es gibt keinen rechtsfreien Raum“, betonte sie. „Das ist unser tägliches Brot.“


Eindrücklich schilderte sie einen großen Drogenring, dessen Online-Strukturen einem Einkauf bei Amazon glichen. Innerhalb von zwei Jahren setzte das Netzwerk rund 36 Millionen Euro um. Die Täter selbst erhielten lediglich Provisionen. Einer der Verurteilten gab später an, ihm sei das Ausmaß seines Handelns erst bewusst geworden, als Polizisten ihn festnahmen. Die drei Hauptbeteiligten kannten sich nicht einmal mit Vor- und Nachnamen. „Man sieht nicht, was man anrichtet“, sagte Ringwald. Die Hemmschwelle sinke durch die Distanz des Digitalen dramatisch.

Besonders bewegend wurde es, als Ringwald von einer späteren Gerichtsverhandlung berichtete – vier Jahre nach der Hauptverhandlung, am 8. Mai 2025. Einer der Männer erklärte: „Für mich war das nur ein Projekt im digitalen Raum.“ Trotz einer hohen Freiheitsstrafe bezeichnete er das Urteil als vergleichsweise milde und wandte sich direkt an die Staatsanwältin: Er dankte ihr dafür, dass sie ihn gestoppt habe – und ihm damit die Möglichkeit eines neuen Lebens gegeben habe.

„In der Robe bin ich nicht privat, ich vertrete den Staat“, sagte Ringwald. Den Dank habe sie nur nickend annehmen können. Dennoch habe dieser Moment sie tief berührt. „Es war, als würde etwas von dem Blick Jesu sichtbar – ohne dass er benannt werden musste.“ Sie habe sich gefragt, warum sie sich über diese Worte freute, obwohl sie einem Menschen die Freiheit genommen hatte. Im Saal sei spürbar „Rechtsfrieden“ eingekehrt.

Ringwald stellte auch grundsätzliche Fragen: Wie kann es sein, dass Menschen im Gefängnis Frieden und Freiheit erfahren? Woher stammen unsere Vorstellungen von Gleichbehandlung, Religionsfreiheit, Resozialisierung und Unschuldsvermutung? Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ sei keine Forderung, sondern eine Feststellung, betonte sie.

Zum Ende sprach die Staatsanwältin offen über ihren Glauben. Ihren Amtseid hatte sie mit den Worten „So wahr mir Gott helfe“ geschlossen, erinnerte sie. „Ich bin Staatsanwältin – und ich bete“, sagte sie. Ihr Tag beginne und ende mit Gebet.

Gleichzeitig warnte Ringwald eindringlich vor den Gefahren des digitalen Raums für Kinder und Jugendliche. Es brauche keine weiteren Studien, um zu wissen, dass junge Menschen zu früh und zu ungeschützt mit diesen Welten konfrontiert würden. Sie setze sich deshalb für mehr Schutz im Cyberspace ein. Für ihre eigenen Kinder sei sie dankbar, so sagte sie, auf der Konferenz positive Vorbilder zu erleben – etwa durch Künstler wie die O’Bros.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 34 Stunden 

Meine Frage ist

ob es nicht sinnvoll wäre wieder mehr zu verkünden, dass Christus, der Herr, nicht Mensch geworden ist um unseres irdischen Heiles willen, sondern um unser ewigen. Ich glaube, eine gesunde Furcht des Herrn könnte uns in mancherlei Versuchung helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Dass damit auch eine bessere Welt entstehen würde, wäre dann «nur» die logische Folge. «Vater unser im Himmel» zu beten, lehrte uns Christus der Herr. Wieder mehr an diesen Vater zu denken, der nur das Beste für uns will, und deshalb nicht einfach zu allem Ja und Amen sagt, wäre so gesehen sowohl für das ewige wie für das irdische sehr nützlich.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gebetshaus Augsburg

  1. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  2. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  3. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“
  4. "Finde heraus wie Gott ist und sag ihm das. Bleib nicht nur stehen beim Denken"
  5. „Freude – Das gigantische Geheimnis des Christen“

Glaube

  1. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  2. US-Studie zeigt: Republikaner sind religiöser als Demokraten
  3. „Satt, aber nicht erfüllt – Kirche im Land der religiösen Indifferenz“
  4. "Wenn ihr dies lest, bin ich endlich in die Arme Jesu geschlüpft"
  5. Glaube ohne Feuer: Wie die Kirche Angst vor der eigenen Botschaft bekommt

Justiz

  1. US-Wähler sollen bei Wahlentscheidung Bestellung der Bundesrichter bedenken
  2. Lebensschutzorganisation klagt US-Justizministerium
  3. US-Justiz verfolgt Angriff auf Abtreibungsklinik, kein Erfolg bei Lebensschutzzentren
  4. Tiroler FPÖ zeigt Grünenpolitiker nach 'Jesus-Sager' an
  5. Kanada: Vater darf 14jähriger Geschlechtsumwandlung nicht verbieten






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  8. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  9. Ein Frühstück für den Verleugner
  10. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  11. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  12. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  13. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden
  14. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“
  15. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz