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| ![]() Ein neuer Beginn in der DBK ist möglichvor 2 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen Wenn der Begriff Synodalität überhaupt einen Sinn ergibt, dann für eine Versammlung von Bischöfen. Es ist kein Machtinstrument, sondern ein Werkzeug wahrer geistlicher Leitung. Der Montagskick von Peter Winnemöller Linz (kath.net) Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war für seine Bonmots bekannt. Eines davon lautete, man müsse mit den Menschen arbeiten, die da seien, andere habe man eben nicht. Die Deutsche Bischofskonferenz steht vor der herausfordernden Aufgabe, in ihrer kommenden Vollversammlung einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Es muss einer der derzeit amtierenden deutschen Diözesanbischöfe werden. Wir haben keine anderen. Es ist hinreichend viel Analyse erfolgt und nur sehr ignorante Menschen vermögen sich der Tatsache zu entziehen, dass die Konferenz der deutschen Bischöfe nicht nur tief zerstritten, sondern auch in der praktischen Ausübung der Lehre gespalten ist. In einigen Bistümern gelten in aller Selbstverständlichkeit Handreichungen zu universalkirchlich verbotenen Segnungen oder Papiere zu einer Sexualpädagogik, die nicht nur dem Glauben der Kirche widerspricht, sondern auch Kinder und Jugendliche gefährdet. In anderen Bistümern gelten diese Papiere nicht. Nun geht es hier nicht um irgendwelche Quisquilien, die man innerhalb des Lehrkorpus der Kirche so oder so regeln könnte, nein, es geht an die Wurzeln der christlichen Moral und Anthropologie. Um es klar zu sagen, deutsche Bistümer sind sich, weil es ihre Bischöfe sind, in wesentlichen Lehrfragen uneins. Einige Bischöfe vertreten mehr oder weniger offen Positionen, die vom Lehramt der Kirche final entschieden sind. (Ordinatio sacerdotalis ist das beste Beispiel.) An einem illegitim ins Werk gesetzte Gremium nahmen 23 von 27 Diözesanbischöfen teil, wenn sie nicht gerade andere Termine hatten. Auf dem Synodalen Weg ließen sich Bischöfe unter Druck setzen, wider die Lehre der Kirche hochumstrittenen Papieren zuzustimmen. Ferner stimmten sie satzungswidrig Handlungspapieren zu, die mangels Grundlagenpapier gar nicht hätten abgestimmt werden dürfen. Warum sollte man sich an Regeln halten, die man sich selbst gegeben hat, wenn man sich schon nicht an die Regeln der universalen Kirche hält. Das und vieles anderes führte in eine Situation, in der deutsche Bischöfe untereinander, aber auch mit kritischen Laien eigentlich nicht mehr sprechen. Wenn wir von einer Kirchenkrise in Deutschland reden, dann können wir dem nicht ausweichen, dass wir in einer fundamentalen Krise des Episkopats stecken. Das betrifft nicht nur die Konferenz, das betrifft auch die Ordinarien. In einigen Bistümern sieht man es deutlicher, in anderen weniger: Die Bischöfe, die das geistliche Leitungsamt innehaben, werden von übergriffigen Ordinariaten dominiert und ferngesteuert. Bischöfe, die versuchen sich zu widersetzen, empfinden sich als Fremdkörper im System. Sie erleben Mobbing und Psychoterror aus dem Apparat. Einem kranken Geflecht, das krank macht. Bischöfe brennen aus, müssen zeitweise – teils für Jahre – aus dem Dienst, weil sie psychisch oder körperlich krank werden. Es ist interessant, sich die Reisetätigkeit von deutschen Bischöfen anzusehen. Wer fliegt wohin? Und wie oft? Bloß weg hier? In den vergangenen Jahren wurde es fast zum Normalfall, dass Bischöfe vor ihrer Zeit in den Ruhestand gingen, weil sie nicht mehr arbeiten konnten. Doch auch diese Konstruktion hat zwei Seiten. Die eine Seite, die es macht. Die Apparatschiks, die die Bischöfe beherrschen sind hier nur die eine Seite. Die Bischöfe, die es geschehen lassen, sind die andere Seite. Kurze Frage: Welchen Bischof könnten Sie sich als CEO eines multinationalen Konzerns vorstellen? Wie werden eigentlich Bischöfe auf ihr Amt vorbereitet? Die Antwort ist grausam: Gar nicht! Da geht ein junger Mann aus dem Elternhaus ins Theologenkonvikt, studiert, wird Diakon, wird Priester, wird zum Weiterstudium geschickt und hat irgendwann die Mitra auf dem Kopf. Ein Ordinariat in Deutschland hat oft locker 400 bis 600 Mitarbeiter, kommen einige Hundert Priester, Diakone und angestellte Laien in der Pastoral dazu. Ein Bischof in unserem Land kann ohne weiteres Vorgesetzter von 1000 bis 1500 Mitarbeitern sein. Der Mann mit der Mitra ist nicht selten der kleine Seminarist von vor 20 Jahren. Dieser Vorwurf klingt brutal, ist jedoch leider nicht von der Hand zu weisen. Priester wurden und werden zum Teil bis heute nicht für das ausgebildet, wofür sie später eingesetzt werden. Und um das Ganze noch schlimmer zu machen, sie werden nicht einmal für das ausgebildet, was sie sich gewünscht haben zu werden: Geistliche. In vielen Seminaren, Konvikten oder Kollegs ist der Spiritual die Witzfigur des Hauses. Nicht in allen, aber in vielen. Leider. Die Folge ist eine schlechte bis mangelhafte geistliche Ausbildung der Priester. Mit einer Einführung ins Brevier ist es nicht getan. Der Priester ist nicht nur gehalten eine reife persönliche Spiritualität zu entwickeln, sondern auch eine Spiritualität seines Amtes zu leben. Das Breviergebet ist nicht das persönliche Gebet des Pfarrers, es ist das Stundengebet der Kirche. Auch wenn die Privatzelebration ganz sicher ihren Wert hat, die Heilige Messe ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens. Wie kann ein Priester seine Berufung leben, wenn er nicht täglich zelebriert? Wie aber will man die Spiritualität des Amtes leben, wenn man keine reife persönliche Spiritualität entwickelt hat? Persönliches Gebet, Betrachtung der Schrift, Beichte – nicht nur hören, sondern selbst beichten, Gemeinschaft. Ja, auch Gemeinschaft ist ein Aspekt von Spiritualität. Die allerwenigsten Priester haben eine Berufung zum Eremiten. Was für Priester gilt, gilt für Bischöfe in weitaus höherem Maße, weil sie eine nochmal größere Verantwortung qua Amt haben. Die Berufung zum Hirten verlangt die Spiritualität eines Hirten. Und da kommt ein Ausmaß an Einsamkeit ins Spiel, die exakt die Einsamkeit des Herrn am Kreuz ist. Wie will man das leben, wenn man von einem Apparat dominiert wird, einsam in seinem Bischofshaus sitzt, wenn der Terminkalender eine peinliche Lücke aufweist? An dieser Stelle eine Theologie und eine Spiritualität des Amtes zu entwickeln und auszufalten, würde den Rahmen einer Kolumne mehr als nur sprengen, und darum sollen die Brosamen als zu verfolgende Spur hier ausreichen. Neben einer guten Ausbildung zum geistlichen Leben gehört auch eine gute Leiterschulung und die Fähigkeit Teams zu führen. Es geht darum, wie kann der einzelne Bischof und noch einmal mehr, wie kann die Versammlung der Bischöfe wieder Frucht bringen? Wir reden heute sehr viel von Synodalität. Der Begriff ist so überdehnt, dass man ihn meiden möchte, wo immer es geht. Doch ausgerechnet hier, bei einer Zusammenkunft von Bischöfen ist es der einzig richtige Begriff. Sowenig Laien etwas auf einer Synode zu suchen haben, außer als sachkundige Berater, so sehr ist die Synode die Form der Begegnung der Hirten der Kirche. Man schaue in den Kirchen des Ostens oder des Orients. Etwas moderner könnte man es gerne auch ein Team nennen. Ein Team, das kann man so übersetzen: Toll Ein Anderer Machts. Das ist aber dann nicht synodal. Ein Team, das auch synodal ist, ist ein Werkzeug der Einheit. Denn ein Wesensmerkmal der Synode ist die Einmütigkeit am Ende. Während die Einstimmigkeit geradezu diabolisch ist, ist die Einmütigkeit ein Geschenk des Heiligen Geistes. Der Weg zur Einmütigkeit ist der Weg des Betens und des Hörens, es ist ein Weg, der Zeit braucht, denn wir sind auf dem Ohr, auf dem der Heilige Geist zu uns spricht, leider erbsündlich hörbehindert. Hören, was der andere sagt, beten, warten, denken, selbst reden, hören, beten, denken, das ist ein Prozess, der auch nicht geplant werden kann. Und vor Erlangen der Einmütigkeit übt man die Tugend der Zurückhaltung. Ein Papier, das keine Einmütigkeit zu erlangen vermag, setzt man gewiss nicht als Papier eine Kommission in die Welt. Eine solche – auch geistliche – Unreife und Aufmüpfigkeit, wie sie die Schulkommission mit dem umstrittenen Papier zur Sexualpädagogik an den Tag gelegt hat, ist einfach nur peinlich. Man schämt sich für Hirten, die so etwas zu verantworten haben. Reife Synodalität, die ein Mindestmaß an geistlicher Reife bei den teilnehmenden Bischöfen voraussetzt, hätte den Mut und die Geduld gehabt, das Papier zurückzuhalten oder einzustampfen. Und hier kommt ein Moment ins Spiel, der – egal ob Synode oder Team – immer dazu gehört. Es bedarf der Funktion der Leitung. Der beste Leiter eines Teams ist der, der am wenigsten spricht. Wenn er dann einmal spricht, dann spreche er so, dass es keinen Widerspruch mehr gibt. Und damit hat man den Grund, warum er so schweigsam sein sollte. Redete er öfter, wäre er ein Tyrann. Man nennt so etwas eine natürliche Autorität. Darüber sollte jeder Bischof verfügen. Denn in jedem Bistum ist Leitung erforderlich. Letztendlich sollte jeder Bischof in der Lage sein, die Konferenz zu moderieren. Darum ist es die Frage, ob man nicht wirklich die Anregung des Bischofs von Regensburg, Rudolf Voderholzer, zur Entpolitisierung der Konferenz und ihres Vorsitzenden durch einen festgelegten turnusmäßigen Wechsel erreichen könnte. Das wäre eine Reform, die ihren Namen verdiente. Das wäre eine Reform, die endlich den „deutschen Oberbischof“ abräumen würde. Letztendlich würde es auch dem Sekretariat eine große Portion manipulativer Macht nehmen, denn einen Bischof, den man nur ein oder zwei Jahre hat, macht man weitaus weniger leicht handzahm. Eine Reform der deutschen Bischofskonferenz würde dann vielleicht auch zu einer Reform der Laienvertretung führen. Weg vom Funktionärswesen hin zu einer Laienvertretung, die mehr geistliche als politische Interessen hat. Denn eines ist klar, eine politisierte Bischofskonferenz hat ebenso wenig Interesse an Neuevangelisierung, wie eine politisierte Laienvertretung. Wenn es also ein Gebot der Stunde gibt, um die Kirche in Deutschland wieder fruchtbar werden zu lassen, dann ist es Entpolitisierung. Und wer im Laufe der Lektüre ein Déjà-vu hatte, der liegt völlig richtig. Benedikt XVI. nannte es in Freiburg „Entweltlichung“. Diese Kolumne zu schreiben, war keine originäre Leistung, sondern nur die Übersetzung von Vorhandenem auf die konkrete Situation. Hinweis: Die Konzerthausrede von Papst Benedikt XVI. findet sich hier: https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110925_catholics-freiburg.html Bild oben: Unter dem strengen Blick des Heiligen Bischof Kilian – hier die Statue auf der Alten Mainbrücke – werden die deutschen Bischöfe einen neuen Vorsitzenden wählen. Foto: Pixabay Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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