
Indiens Bischöfe fordern Aufhebung religionsfeindlicher Gesetzevor 12 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Bischofskonferenz kritisiert Anti-Konversionsgesetze und Regelungen, die Konvertiten administrative Hürden oder soziale Nachteile auferlegen.
Neu-Delhi (kath.net/ KAP)
Die Bischöfe Indiens haben die Aufhebung von Gesetzen gefordert, die ihrer Ansicht nach der Religionsfreiheit widersprechen. Zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Bengaluru erklärte die Katholische Bischofskonferenz Indiens (CBCI), man verlange die Rücknahme von Bestimmungen, "die mit der Religionsfreiheit und dem Recht auf Privatsphäre unvereinbar sind". Anlass seien Fälle, in denen "unschuldige Personen aufgrund unbegründeter Vorwürfe erzwungener Bekehrungen inhaftiert" worden seien, hieß es in einem Bericht des Nachrichtenportals AsiaNews (Dienstag).
Konkret bezieht sich die Kritik auf Anti-Konversionsgesetze in etlichen Bundesstaaten, sowie auf Regelungen, die Konvertiten administrative Hürden auferlegen oder soziale Nachteile auf sich ziehen. Unter Verweis auf Artikel 25 der indischen Verfassung betonten die Bischöfe: "Alle Menschen haben gleichermaßen Anspruch auf Gewissensfreiheit sowie das Recht, ihre Religion frei zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten." Zugleich äußerten sie Sorge über "wachsende Ungleichheit, ökologische Zerstörung, Desinformation, Polarisierung und eine Verunsicherung hinsichtlich Identität und Zugehörigkeit". 
Die fortgesetzte Verweigerung staatlicher Rechte für Dalit-Christen bezeichneten sie als "indirekte Form der Diskriminierung". Einschränkungen von Minderheitenrechten schwächten "das demokratische Gefüge unserer Gesellschaft". Die Regierung müsse gewährleisten, "dass keinem Bürger grundlegende Rechte auf Gleichheit und Freiheit vorenthalten werden".
Gleichzeitig bekräftigten die Bischöfe ihr Vertrauen in die Verfassung und riefen Christen dazu auf, "ein reifes, hoffnungsvolles und glaubwürdiges öffentliches Zeugnis" abzulegen. Statt sich zurückzuziehen, sollten Gläubige "Hoffnung wecken und die Einheit fördern". Ein christliches Leben bedeute, gesetzestreue Bürger, Friedensstifter und Verteidiger der Menschenrechte zu sein.
Mit Blick auf junge Menschen, die mit Arbeitslosigkeit, Migration und sozialen Spannungen konfrontiert seien, ermutigten die Bischöfe zu stärkerem gesellschaftlichem Engagement sowie auch in der Politik, die "Berufung zum Dienst" sei. In einem Klima der Polarisierung wolle die Kirche weiter auf Dialog, Versöhnung und Solidarität mit Benachteiligten setzen.
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Archivfoto (c) Indische katholische Bischofskonferenz
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