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Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben

16. Mai 2026 in Weltkirche, 75 Lesermeinungen
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Mit Rom nicht in voller Gemeinschaft stehende traditionalistische Priesterbruderschaft veröffentlicht "katholische Glaubenserklärung" an Leo XIV. samt Absagen an jüngere Äußerungen der Päpste zu Ökumene, Judentum und Dialog der Religionen


Menzingen/Vatikanstadt (kath.net/KAP) Mit einer "katholischen Glaubenserklärung" an die Adresse von Papst Leo XIV. hat die traditionalistische Piusbruderschaft auf die Exkommunikations-Androhung des Vatikans reagiert. Sie wurde am Donnerstag publiziert; einen Tag, nachdem der Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Fernández, mitgeteilt hatte, dass eine unerlaubte Bischofsweihe der Piusbrüder zur Exkommunikation führen werde.

Diese Weihe hat der Obere der mit Rom nicht in voller Gemeinschaft stehenden Bruderschaft, Davide Pagliarani, für 1. Juli angekündigt. Im Vorwort zu seiner "Glaubenserklärung" schreibt er nun: "Seit über 50 Jahren bemüht sich die Priesterbruderschaft St. Pius X., dem Heiligen Stuhl ihren Gewissenskonflikt angesichts der Irrtümer darzulegen, die den katholischen Glauben und die katholische Moral zerstören. Leider blieben alle geführten Gespräche ergebnislos."


Die Glaubenserklärung enthalte nach Ansicht der Piusbruderschaft "das unverzichtbare Minimum, das erforderlich ist, um in Gemeinschaft mit der Kirche zu stehen". Das Dokument enthält Absagen an jüngere Äußerungen der Päpste zur Ökumene, zum Judentum und zum Dialog der Religionen.

Piusbruderschaft fordert: "Kirche nicht der Welt anpassen"

So heißt es in dem Text der Piusbrüder: "Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden. Folglich muss jeder Mensch Glied der katholischen Kirche sein, um seine Seele zu retten (...)." Diese Notwendigkeit betreffe "die gesamte Menschheit ohne Ausnahme" und schließe unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein. Auf den Auftrag zu verzichten, allen Menschen das Evangelium zu verkünden und alle Menschen zum katholischen Glauben zu bekehren, sei "das schwerste Verbrechen gegen die Menschheit".

Zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare schreibt die Piusbruderschaft: "Die widernatürliche Sünde der Unkeuschheit ist von solcher Schwere, dass sie stets und unter allen Umständen vor Gott nach Strafe schreit." Sie könne "unter keinen Umständen als eine Gabe Gottes anerkannt werden". Und weiter: "Einem Paar, das dieses Laster praktiziert, muss geholfen werden, sich davon zu befreien, und es darf in keiner Weise - weder formell noch informell - von den Amtsträgern der Kirche gesegnet werden."

Schließlich verurteilt die Erklärung die Trennung von Kirche und Staat mit den Worten: "Das Christentum ist kein bloßes historisches Phänomen, sondern die einzige von Gott gewollte Ordnung unter den Menschen. Nicht die Kirche soll sich der Welt anpassen, sondern die Welt soll durch die Kirche umgestaltet werden."

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