Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ein unvermeidliches Schisma?
  2. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  3. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  4. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  5. Piusbruderschaft legt Einspruch gegen Exkommunikatons-Dekret ein
  6. Erzbistum Hamburg: Eltern wehren sich gegen LGBT-Sexualkonzept in katholischen Schulen
  7. „Beten wir, dass den Gläubigen leichterer Zugang zur überlieferten Form der Messe ermöglicht wird"
  8. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  9. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  10. Glaubte Papst Benedikt XVI. an die nahende Endzeit?
  11. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  12. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"
  13. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  14. Amnesty International stuft englische kath. Bischofskonferenz als „gegen [Menschen]-Rechte“ ein!
  15. Bereits vierte Kirchenübergabe an Kopten in Wien

Weniger Zeit zum Nachdenken, höherer Druck – was die Abtreibungszahlen aussagen

2. Mai 2026 in Prolife, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bundesverband Lebensrecht fordert als Sofortmaßnahmen eine Qualitätsüberprüfung der Schein-Beratungsstellen im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben sowie eine vollständige Statistik mit Abtreibungsmotiven.


Berlin (kath.net/BVL) Zur veröffentlichten Abtreibungsstatistik 2025 sagte Alexandra Maria Linder M.A., Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht e.V., in Berlin: Die Abtreibungsstatistik spricht offiziell von sinkenden Zahlen. Die 105.710 gemeldeten Abtreibungen in den Ende 2025 gelisteten 1.120 Einrichtungen bedeuten rein rechnerisch 0,7 % weniger als 2024. Bei genauerem Hinsehen jedoch sieht die Entwicklung ganz anders aus: So sank die Zahl der gebärfähigen Frauen im Alter von 14–19 (4 %) und im Alter von 20–24 (4,9 %). Aussagekräftiger ist daher hier die Abtreibungsquote, die Zahl der abtreibenden Frauen unter 10.000 Frauen derselben Alterskohorte: Hier zeigt sich eine stagnierende bzw. steigende Quote, was nicht weniger, sondern mehr Abtreibung bedeutet. Dasselbe Bild ergibt sich in den höheren Altersklassen (außer 30–35), wo sowohl die Zahlen als auch die Quoten teilweise massiv angestiegen sind. Auch der vom Statistischen Bundesamt angeführte Zehnjahresvergleich zeigt, dass trotz sinkender Frauenzahlen 2015 6.800 Abtreibungen weniger erfasst wurden.


Besonders besorgniserregend ist auch der ungewöhnliche Anstieg der Abtreibungen aufgrund von Vergewaltigung (kriminologische Indikation) von 40 auf 85. Dahinter steht eine hohe Dunkelziffer, denn viele Frauen zeigen die Vergewaltigung nicht an, sondern besorgen sich einen Beratungsschein. Dies weist einerseits darauf hin, dass ein wichtiges Hauptziel der Emanzipation, nämlich Respekt vor Frauen, offenbar immer noch nicht erreicht wird. Andererseits darauf, dass die Schein-Beratungsstellen wohl nicht immer so beraten, wie es nach § 219 StGB und Schwangerschaftskonfliktgesetz vorgeschrieben ist: für ein Leben mit Kind, umfassend, intensiv, mit Einbeziehung aller möglichen Hilfsstellen, Fördermöglichkeiten etc. Dafür sprechen auch die gleichbleibend hohen und seit dem dritten Quartal 2025 stetig steigenden Abtreibungszahlen.

Bedenklich ist weiterhin, dass 49 % der Abtreibungen in den ersten sechs und insgesamt 80 % in den ersten acht Schwangerschaftswochen stattfinden, also dann, wenn viele Frauen die Schwangerschaft gerade erst bemerkt haben. Das bedeutet weniger Zeit zum Nachdenken, weniger Zeit für gute Beratung und das Angebot von Alternativen, weniger Bedenkzeit, höheren Druck und damit möglicherweise mehr schnelle Abtreibungsentscheidungen. Es ist kaum möglich, dass man in so kurzer Zeit und unter Druck problemlos selbstbestimmte, vorausschauende Entscheidungen dieser Tragweite treffen kann. Erhöht wird der Druck dadurch, dass die Abtreibungspille, die inzwischen mehrheitlich angewandt wird, nur bis zur 9. Schwangerschaftswoche erlaubt ist. Es mehren sich Erfahrungsberichte von Frauen, die zur baldigen Einnahme gedrängt werden, um diese Frist nicht zu überschreiten.

Angesichts dieser Entwicklung fordert der Bundesverband Lebensrecht als Sofortmaßnahmen eine Qualitätsüberprüfung der Schein-Beratungsstellen im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben sowie eine vollständige Statistik mit Abtreibungsmotiven, um die Beratung und Hilfe zu verbessern. Eine weitere Förderung und Ausweitung der Abtreibung, wie unter anderem von Bündnis 90 / Die Grünen aktuell gefordert, ist vor diesem Hintergrund mehr als absurd.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  2. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt
  3. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen
  4. Erbprinz Alois von Liechtenstein kündigt Veto gegen mögliche Fristenregelung an
  5. Gallup Umfrage: Mehr Amerikaner sehen Abtreibungen als moralisch nicht akzeptabel
  6. Abtreibung mit Holocaust verglichen? Geistlicher vom Religionsunterricht freigestellt
  7. Pensionierter Pastor in Nordirland nach Predigt in Schutzzone um Abtreibungsklinik verurteilt
  8. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  9. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen
  10. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen






Top-15

meist-gelesen

  1. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  2. Beichten und Eheschließungen ungültig!
  3. Bischof Würtz ist offen für Frauenordination
  4. Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
  5. König Charles III. nicht mehr ‚Verteidiger des Glaubens‘?
  6. Universität Aberdeen prüft intern Hasskommentar eines Angestellten gegen Ann Widdecombe
  7. Heute ist es eine finnische Abgeordnete und Großmutter; morgen könnten es leicht Sie sein!
  8. Ein unvermeidliches Schisma?
  9. Glaubte Papst Benedikt XVI. an die nahende Endzeit?
  10. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  11. Ann Widdecombe, britische konservative Ex-Ministerin (78), wurde zu Hause ermordet
  12. „Priesterberufungen in Europa: Wachstum in Frankreich, Krise in Deutschland“
  13. „Abgeordnete, die das Gesetz zur Sterbehilfe unterstützen, können nicht mehr zur Kommunion gehen“
  14. Kardinal Rouco/Madrid: Der Synodale Weg in Deutschland umgeht das Kirchenrecht
  15. "Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen!"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz