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Vom Segen Gottes und dem Fake-Segen dieser Welt

8. Mai 2026 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
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Ein Kommentar von Kardinal Müller zu einigen Beratungsergebnisse einiger Studiengruppen zur Weltsynode "Man negiert nicht offen die geoffenbarten Wahrheiten. Man baut sich daneben das eigene Haus eines bequemen und weltkonformen Christentums


Rom (kath.net)

Die von Papst Franziskus während der Synode zur Synodalität im Jahr 2024 eingesetzten Studiengruppen veröffentlichen nun nach und nach ihre – allerdings heftig umstrittenen – Beratungsergebnisse. Sie gleichen sich fatal in zwei Punkten:

Durch ihr Misstrauen gegen die zentralen Inhalte der katholischen Glaubenslehre, die sie mit einem zeitbedingten Gedankensystem verwechseln, statt sie anzuerkennen als unverkürzte und vollständige Weitergabe der Offenbarung Gottes an die gegenwärtigen und kommenden Generationen; in dem Versuch, mit einem sog. „Paradigmenwechsel von der starren Dogmatik zur menschenfreundlichen Pastoral“ den Anschluss zu finden an die herrschenden Ideologien, um sich bei ihren Protagonisten Anerkennung zu erwerben.

Man negiert nicht offen die geoffenbarten Wahrheiten. Aber man lässt sie links liegen und baut sich daneben das eigene Haus eines bequemen und weltkonformen Christentums. Zur Verwirrung der naiven Glaubensgenossen garniert man es mit biblisch und spirituell klingenden Floskeln: „Was der Geist den Gemeinden sagt“, Unterscheidung statt Verurteilung, der barmherzige und alles billigende Jesus gegen die rigoristischen Gesetzeslehrer und die in ihren Systemen gefangenen konservativen Theologieprofessoren, denen es mehr um die Treue zum Buchstaben und die starre Lehre gehe als um die Menschen in ihrer Schwachheit und Vulnerabilität.

Unter Missachtung oder in Unkenntnis der katholischen Tradition kommt es zur sophistisch zugespitzten Aussage, dass die Sünde nicht im bewussten und freigewollten Handeln gegen Gottes Gebote besteht, sondern in der Verweigerung der alles zudeckenden Barmherzigkeit gegenüber denen, die sie nicht erfüllen können oder wollen.

In Wirklichkeit lehrt die Kirche, dass Christus am Kreuz für die Sünden aller Menschen gestorben ist und dass der Heilige Geist keinem die Gnade Gottes vorenthält, der sich zum Evangelium bekehrt, damit er ein neues und heiliges Leben in der Nachfolge Christi führen kann. Nur deshalb kann der Apostel zu den Getauften sagen: „Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken … Legt den alten Menschen ab, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht, ändert euer früheres Leben und erneuert euren Geist und Sinn. Ziehet den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Eph 4, 17. 22–24).


Im Zusammenhang der Bischofssynoden und der national-synodalen Wege in den Ortskirchen taucht immer wieder das Lieblingsthema von bestimmten Bischöfen, Theologen und zeitgeistigen Laien auf. Statt die Menschen zu dem Gottmenschen Jesus Christus zu führen, dem einen und wahren Mittler zwischen Gott und den Menschen, sehen sie monothematisch und geistig beschränkt in der Übernahme der Gender- und Regenbogen-Ideologie die Zukunft der Kirche. Deshalb riskieren sie sogar die sichtbare Einheit der Kirche in der Wahrheit Christi, wie sie der Herr selbst als Haupt der Kirche dem ganzen Bischofskollegium mit und unter dem Papst als dem persönlichen Nachfolger Petri auf der römischen Cathedra anvertraut hat.

Der privaten oder sogar paraliturgischen Segnung von Paaren des gleichen und des anderen Geschlechtes in irregulären Verhältnissen liegt die häretische Leugnung der geoffenbarten Wahrheit zugrunde, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf. Und Jesus, der in seiner Person Weg und Wahrheit und Leben ist, hat gegen die Scheidungskasuistik der Pharisäer den ursprünglichen Willen des Schöpfers bestätigt und endgültig geoffenbart, dass Mann und Frau nur durch das eheliche Ja-Wort zu einem Fleisch werden (vgl. Mt 19, 3–9). So bilden Mann und Frau in der Ehe eine personale und geschlechtliche Zwei-Einheit in der gegenseitigen Liebe, im gemeinsamen Leben und in der Offenheit für die Kinder, die Gott ihnen schenken will. Und nur Mann und Frau in ehelicher Einheit sind von Gott gesegnet, damit sie fruchtbar seien, sich vermehren, die Erde bevölkern und (weise) über alle anderen Geschöpfe der Erde herrschen (vgl. Gen 1, 28).

Von einer Segnung von Menschen in ehebrecherischen Beziehungen ist weder in der Heiligen Schrift noch in der gesamten Tradition der Kirche etwas zu sehen oder zu hören – und schon gar nicht von der Bevollmächtigung der Bischöfe, betrügerische und blasphemische Segen anzuordnen oder zuzulassen. Der liturgische oder private Segen (benedictio = Gutheißung), mit dem wir in Christus gesegnet sind, ist ein Gebet der Kirche im Vertrauen auf Gottes Hilfe und Beistand für Menschen, damit sie in allem Guten gefördert werden, und keineswegs eine Bestätigung eines gottwidrigen Lebens in der Sünde. Die menschliche Schwäche kann keine Entschuldigung sein, weil uns der Heilige Geist mit seiner Gnade hilft, die Gott niemandem verweigert, der ihn ernsthaft darum bittet (vgl. Röm 8, 26).

Von denen aber, die „die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschen“ und Gottes Ordnung durch ihre eigenen Ideologien und selbst gebastelten und mit Soziologie und Psychologie vermischten Pseudo-Theologien ersetzen, sagt der Apostel, dass sie falsch denken und in Sünde leben, die den Tod des Gnadenlebens bedeutet; und dass sie doch, im Wissen um ihr falsches Tun, auch noch jenen zustimmen, die so im Widerspruch zu Gott handeln (vgl. Röm 1, 25.32).

In den Reaktionen der innerkirchlichen Homo-Lobby auf die Veröffentlichung der entsprechenden synodalen Arbeitsgruppe und den sogar von Bischöfen befohlenen Segnungen nichtehelicher Geschlechtsgemeinschaften wird offen die häretische Relativierung der natürlichen und sakramentalen Ehe begrüßt. Man stellt sie dar als ersten Schritt zur Anerkennung der LGBT-Ideologie, die nichts anderes vertritt als ein materialistisches Menschenbild ohne Gott, den Schöpfer, Erlöser und Vollender des Menschen. Wer als von Christus bestellter Lehrer des Glaubens und Hirte der Gläubigen wirklich am inneren Seelenfrieden und am ewigen Heil der ihm anvertrauten Gläubigen interessiert ist, der macht Menschen in schwierigen Situationen nicht zum Spielball einer gottlosen Ideologie oder zum Instrument seiner Profilierungssucht im woken Milieu, sondern weist sie ganz persönlich auf Jesus Christus hin, den Sohn Gottes.

„Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat. Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen finden und Gnade und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.“ (Hebr 4, 15f). Denn nur er ist der wahre Messias und er allein kann den Menschen ohne Ausnahme aus jeder geistigen Not und allen seelischen Spannungen helfen – im Unterschied zu den weltlichen Heilbringern, die mit ihren Selbsterlösungslehren der Menschheit so oft zum Verhängnis wurden.

Die Genderideologie widerspricht direkt der christlichen Anthropologie. Und sie steht auch mit ihren willkürlich ersonnenen 60–80 Geschlechtern im direkten Widerspruch zur biologischen Wissenschaft. Sie verletzt den gesunden Menschenverstand, der weiß, dass jeder individuelle Mensch der Verbindung seines eigenen Vaters mit seiner eigenen Mutter entstammt. Mit der ursprünglich dem atheistisch-materialistischen Gedankengut entstammenden Woke-Ideologie ist in die katholische Kirche eine zerstörerische Häresie und ein schismatischer Spaltpilz eingedrungen, die in der Dimension ihres Widerspruchs gegen die geoffenbarte Wahrheit Gottes dem Manichäismus oder Pelagianismus entsprechen.

Und das Studium der Kirchengeschichte lehrt uns: Erst durch den kontinuierlichen Widerstand des Lehramtes der Päpste und Konzilien, die intellektuelle Kraft der großen Kirchenlehrer von Augustinus bis Thomas von Aquin und John Henry Newman konnten diese und andere existenzbedrohende Gefahren für die Kirche abgewehrt werden. Alle menschengebauten Weltreiche und atheistischen Gedankenfestungen müssen früher oder später fallen. Doch die Pforten der Hölle können die Kirche nicht überwinden, weil Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes, sie auf den Felsen des hl. Petrus gebaut hat.

Nicht der Umbau der Kirche in eine philanthropische Bewegung mit einem religiös-sozialen Touch führt die säkularisierten Menschen des entchristlichten Westens wieder zurück in die offenen Arme des guten Hirten Jesus Christus, der das „Licht der Völker“ ist. Es kann nur mit den Konzilsvätern des II. Vatikanums gesagt werden, es sei der Wunsch, „alle Menschen durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet.“ (Lumen gentium 1)

Die wahren Jünger Jesu suchen nicht Zustimmung von Menschen und den Fake-Segen der „Mächtigen, Prominenten und Tonangebenden dieser Welt“ (vgl. 1 Kor 2, 6). Denn in Liebe und Wahrheit „hat der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“ (Eph 1, 3)


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Lesermeinungen

 modernchrist 10. Mai 2026 
 

Wenn das stimmen würde, dass - was Müller natürlich verneint -

"die Sünde nicht im bewussten und freigewollten Handeln gegen Gottes Gebote besteht, sondern in der Verweigerung der alles zudeckenden Barmherzigkeit gegenüber denen, die sie nicht erfüllen können oder wollen" - dann hieße das, dass die eigentlichen Sünder diejenigen sind, die gegenüber offensichtlichen Sünden, z.B absichtlichen Tötung ihres ungeborenen Kindes, nicht die "alles zudeckende Barmherzigkeit" aufweisen! Obwohl diese Leute offensichtlich das Tötungsverbot übertreten w o l l t e n! Die Sünder seien dann diejenigen, die auf die Sünde unnachgiebig hinweisen! Nicht die Leute, die die Gebote übertreten. Das ist ja die absolute Verdrehung der Fakten. Heute heißt es im Evangelium: Wer mich liebt, der hält meine Gebote! und Jesus hat den Dekalog ausdrücklich zitiert. Es sind die Gebote seines Vaters Jachwe; und er sagte "ich und der Vater sind eins"


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 Pilgrim Pilger 9. Mai 2026 
 

Danke für die klaren Worte

Aber für viele Bischöfe der DBK ist das alles "in den Wind gesprochen" der Gleichschritt" mit der Welt erscheint Ihnen wichtiger, der Breite Weg ist der bequeme Weg. Der schmale Weg ist der schwierige Weg. Die DBK hat ihre Mehrheits-Entscheidung mit den "Ansagern" des den synodalen Weg getroffen.


1
 
 Armandus 9. Mai 2026 
 

wo ist die Kirche?

In Anbetracht der Kommentare hier, frage ich mich, ob es noch in Deutschland eine Kirche gibt, in der die Kirche Christi verwirklicht ist?
Die „normale“ Dizesankirche ist von der Norm (römisch-katholisch) so abgedriftet, dass man sie wie dunkle Ecken meiden müsste.
Die FSSP ist mitgegangen, mitgefangen und mitgehangen – also in ein und demselben Boot trägt sie die Verantwortung mit.
Die FSSPX - ohne Papst (wenn sie ihm nicht gehorcht) auch nicht.

Also, wo ist die Kirche in der die Kirche Christi verwirklicht ist?


1
 
 Veritasvincit 9. Mai 2026 
 

Sünde und Verdammnis

"Die Sünde besteht nicht im bewussten und freigewollten Handeln gegen Gottes Gebote, sondern in der Verweigerung der alles zudeckenden Barmherzigkeit."

Die Verweigerung der Barmherzigkeit, welche die bestehende Sünde vergeben will, bewirkt die Verdammnis.


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 Rolando 9. Mai 2026 
 

damex

Luthers Geist legte den Niedergang an, das Herz der Kirche, H. Meßopfer und komplettes Priestertum wurde abgeschafft, den Geist brauchen wir nicht.


0
 
 golden 9. Mai 2026 
 

Das Gut des wahren Glaubens ist ein grosser Schatz

,das in Zeiten allgemeinen Christentums in Europa und weltweit verkündetwar und auch von vielen Einzelnen weiterverkündet wurde.Hier und da mag es noch missionarische Ausbreitung geben (Afrika).Doch wo Gleichgültigkeit und Apostasie vorliegen ist es an uns als "kleiner Herde" (Lukas 12,32 )vom grossen Schatz des Glaubens auszuteilen,gemäß dem Willen Gottes.


3
 
 dalex 9. Mai 2026 
 

@Rolando

Ach würde nur Luthers Geist wehen! Der Zeitgeist zerstört alle Denominationen. Selbst die Evangelikalen, einst besonders bibeltreu, beklagen „post-evangelikale“ Strömungen, die die Bibel in zentralen Aussagen verwerfen. Große Namen der evangelischen Mission wie Ulrich Parzany (Landeskirche) stehen am Ende ihres Lebens fassungslos vor einem Trümmerhaufen. Die Bibel ist nur noch Dekoration geworden, ein Geschichtsbuch, das vom Glauben der Menschen in alten Zeiten erzählt, mehr aber nicht, und die nun durch ein radikal egalitäres System ersetzt werden muss. Weg mit dem Kreuz, weg mit dem Opfertod und in Konsequenz auch weg mit Gnade. Wir sind wieder bei 1789.


3
 
 girsberg74 9. Mai 2026 
 

Der Kernsatz der der tatsächlichen Aufrichtigkeit / der Unaaufrichtigkeit:

"Man negiert nicht offen die geoffenbarten Wahrheiten. Man baut sich daneben das eigene Haus eines bequemen und weltkonformen Christentums!"


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 Rolando 9. Mai 2026 
 

Fortsetzung

Pastoralmitarbeiterinnen u. Diakone schickt man zur Sterbebegleitung, (selbst erlebt), mein Hinweis auf die Notwendigkeit des Priestes wurde nicht verstanden! Es geht da um Sündenvergebende Sakramente und Ablass, die nur der Priester spenden kann. So wird die kath Kirche in Deutschland nach Luthers Art schleichend entsakramentalisiert, Laien machen das. Doch diese Laien sieht man nicht in Eucharistischen Anbetungen, (ist in Zukunft der Tabernakel noch nötig??)
Rosenkranz, Eucharistische Anbetung sind zielführender als Umbau in protestantische Strukturen. Ist das dann auch Reformation der kath. Kirche?


4
 
 Rolando 9. Mai 2026 
 

Man sollte sich Gedanken machen warum Deutschland da maßgeblich ist?

Weht der lutherische Geist des Protestantismus noch? Wurde dem widersagt? Wäre nicht das notwendig? Luther relativierte den Ehebruch, die Sünde wird zur Normalität, d. h., man muß nicht mehr Umkehren, sondern geht dorthin wo das erlaubt ist und gesegnet wird, ja Gott auch dabei ist und alles gut ist, doch ist es so?
Es geht dann weiter, alles kommt dran, Gutheißen von Verhütung, von Abtreibung, jetzt zur Gleichgeschlechtlichkeit, alles im Protestantismus im Namen der Freiheit ermöglicht, Umkehr? Nicht nötig, Gott hat alles schon vergeben, musst nur glauben, ja was glauben?
Luther schaffte das komplette Priestertum ab, keine Bischöfe und Priester mehr, nur ernannte Laien. Bis auf die Taufe alle Sakramente weg. Wohin führen jetzt die Wortgottesdienste in der kath. Kirche, die ohne Not an Sonn-u. Feiertagen eingeführt werden? Das Priestertum wird verwässert, es wird auf keinen Unterschied zum Hl. Meßopfer hingewiesen, Pastoralarbeiterinnen und Diakone werden zur Sterbebegleitung geschickt


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