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Kardinal Erdö meldet sich nach längerer Krankheit zurück

3. Juni 2026 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Rückkehr von Ungarns Primas nach monatelanger Erkrankung inmitten politisch bewegter Phase - Dank für Anteilnahme, Gebet für alle "unabhängig von politischer Zugehörigkeit"


Budapest (kath.net/KAP) Der ungarische Kardinal Péter Erdö hat sich nach mehr als dreimonatiger krankheitsbedingter Abwesenheit erstmals wieder öffentlich geäußert. In einem Interview mit dem katholischen Nachrichtenportal Magyar Kurír dankte der Erzbischof von Esztergom-Budapest für die Unterstützung während seiner schweren Erkrankung und signalisierte seine schrittweise Rückkehr in den Dienst.

"Ich möchte mit Gottes Gnade weiterhin die Aufgaben eines Oberhirten erfüllen", sagte der 73-jährige Primas-Kardinal. Erdö war über Monate hinweg aus dem öffentlichen Leben weitgehend verschwunden und hatte zuletzt zu Pfingsten erstmals wieder an zwei Gottesdiensten teilgenommen. Laut Erzdiözese verläuft seine Rehabilitation "gut", nähere Angaben zur Erkrankung werden weiterhin nicht gemacht.


Besonders hob Erdö die breite Anteilnahme in der Bevölkerung hervor. Die zahlreichen Gebete und Zeichen der Verbundenheit hätten ihn tief bewegt. "Ich wurde von den Menschen auf angenehme Weise überrascht. Die Zuneigung und Verbundenheit hat mich mehr berührt, als ich erwartet hätte", sagte der Kardinal. Die erfahrene Solidarität habe ihn in seiner Überzeugung bestärkt, dass zwischenmenschliche Beziehungen zu den wichtigsten Gütern gehören.

Rückblickend beschreibt Erdö die Zeit der Krankheit als intensive persönliche Erfahrung. Im Krankenhaus habe er viele Begegnungen erlebt, die seinen Blick auf andere Menschen geschärft hätten. "Wir sind alle gleich und besitzen einen unveräußerlichen Wert in uns selbst", so der Kardinal. Unterschiede nach Herkunft oder Konfession hätten in dieser Zeit keine Rolle gespielt. 

Der Kardinal betonte im Interview erneut seine Verantwortung für die Einheit der Kirche in Ungarn, die ihm ein besonderes Anliegen sei, sowie auch die ungarisch-slowakische Versöhnung. Während seiner Krankheit habe er für alle Menschen des Landes gebetet, unabhängig von politischer Zugehörigkeit. Zugleich habe er Phasen durchlebt, in denen sein Gebet auf wenige Worte reduziert gewesen sei. Intensiv habe er dabei die eigene Verletzlichkeit verspürt. In solchen Momenten habe er für alles gedankt, "und auf alles war ich vorbereitet".

Erdö gilt seit Jahren als prägende Figur der katholischen Kirche in Mittel- und Osteuropa. Von 2005 bis 2015 stand er der Ungarischen Bischofskonferenz vor, später auch dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Beobachter schreiben ihm eine wichtige Rolle bei der kirchlichen Neuordnung nach 1990 zu, insbesondere im Bereich der kirchlichen Autonomie und der Zusammenarbeit mit dem Staat.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Erdö (c) Ungarische Bischofskonferenz


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