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| ![]() Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“vor 25 Minuten in Weltkirche, keine Lesermeinung Erzbischof Galbas zu Religionslehrern über Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und Leihmutterschaft – „Bist du als Religionslehrer bereit, die Konsequenzen dafür zu tragen, dass du für die Wahrheit des Evangeliums eintrittst?“ Warschau (kath.net) „Bist du als Religionslehrer bereit, die Konsequenzen dafür zu tragen, dass du für die Wahrheit des Evangeliums eintrittst? Wenn du etwas Unannehmbares erlebst – etwas, das deinen Prinzipien, deinem Bekenntnis und deinem Gewissen widerspricht –, weißt du dann, wie man laut sagt: ‚Das darfst du nicht tun! Das ist nicht richtig! Das ist falsch!‘? Oder schweigst du aus Angst, etwas zu verlieren: deine Stellung, Freunde, Geld oder den Zugang zu elitären gesellschaftlichen Kreisen?“, fragte Erzbischof Galbas am Samstag bei einer Informationsveranstaltung für Religionslehrer der Erzdiözese Warschau. Dem Treffen ging eine Heilige Messe voraus, der der Metropolit von Warschau, Erzbischof Adrian Galbas, vorstand. Darüber berichtete die Website des Erzbistums, polnische katholische Medien griffen diese Berichterstattung auf. In seiner Predigt wies der Erzbischof darauf hin, dass dieses jährliche Treffen – kurz vor Beginn des neuen Schul- und Katechesenjahres – mit dem Gedenktag des Martyriums des heiligen Johannes des Täufers zusammenfällt, der „zum Tode verurteilt wurde, weil er die Wahrheit aussprach“. Dem Erzbischof zufolge gehört auch das Aussprechen eines „Du darfst nicht“ zum Auftrag der Kirche. Er betonte, dass der Schutz des menschlichen Lebens zu den Aufgaben gehöre, zu denen die Kirche berufen sei. „Das menschliche Leben darf nicht vernichtet werden; vielmehr muss es geachtet und behütet werden. (...) Jeder Mensch ist wichtig und besitzt eine Würde, die von niemandem mit Füßen getreten werden darf“, sagte er. Nach Ansicht von Erzbischof Galbas darf man zudem nicht „jede Verbindung zwischen Menschen – selbst eine dauerhafte – als Ehe bezeichnen, auch wenn die Beteiligten behaupten, einander zu lieben.“ Der Metropolit von Warschau äußerte sich zu Medienberichten, wonach BioTexCom, eine ukrainische Kinderwunschklinik, in Warschau eine Konferenz zur Bewerbung ihrer Dienstleistungen – darunter Leihmutterschaft – veranstaltet. Seiner Meinung nach ist „die eheliche Gemeinschaft der angemessene Rahmen, um neues Leben zu empfangen, nicht der Rückgriff auf Leihmutterschaft; letztere zerschneidet elterliche Bindungen und ist entmenschlichend, da sie das Kind wie eine Ware behandelt.“ Erzbischof Galbas erklärte, wenn ein Ehepaar keine Kinder bekommen könne, „seien sie dazu eingeladen, die noble Entscheidung für eine Adoption anstelle einer Leihmutterschaft in Betracht zu ziehen.“ „Es gibt heute viele solcher Fragen – Fragen, zu denen die Kirche mutig sagen muss: ‚Das darf nicht geschehen.‘ Aufgrund ihrer Treue zum Evangelium wurde und wird die Kirche oft als abnormal angesehen und angegriffen. Würde sie in den Chor derer einstimmen, die sagen ‚alles ist erlaubt‘, würde sich ihr öffentliches Bild über Nacht wandeln“, merkte er an. Er fügte hinzu, dass sich junge Menschen von der Kirche abwenden, unter anderem weil ihre Lehren bisweilen „vage – wie Seifenwasser oder wässrige Fruchtgötterspeise – präsentiert werden, sodass sie sich kaum von dem unterscheiden, was an anderen weltlichen Marktständen angeboten wird.“ Er räumte ein, dass die Autorität der Kirche auch durch das Fehlverhalten von Menschen innerhalb der Kirche untergraben werde. „Schnell wird der gesamten Gemeinschaft der Vorwurf gemacht: ‚Ihr habt kein Recht, uns vorzuschreiben, was wir nicht tun dürfen, wenn ihr selbst oft Dinge tut, die schlimmer sind als das, was wir tun...‘ Doch paradoxerweise ist dies zugleich ein Aufruf an uns, Christus treuer zu sein“, erklärte er. Laut Erzbischof Galbas ist das wirksamste Mittel zur Evangelisierung heute das Zeugnis – und dieses sei „dann am wirkungsvollsten, wenn man gar nicht merkt, dass man es ablegt.“ „Es kommt im eigenen Leben, im Alltag und im gewöhnlichen Dasein zum Ausdruck. Nicht in irgendeinem Leben, sondern in einem Leben, das in Christus verwurzelt und von seiner Gegenwart durchdrungen ist. Die mündliche Verkündigung ist Teil dieses Zeugnisses, macht es aber nicht vollständig aus. Verkündigung allein führt zu Müdigkeit und Erschöpfung; Zeugnisgeben hingegen nicht“, stellte er fest. In seiner Ansprache an die Katecheten betonte der Prälat, dass Schüler ein Recht darauf hätten, ein fundiertes Verständnis des Christentums zu erlangen – auch dann, wenn sie mit Zweifeln ringen. „Wir sollten das Wissen, die Fähigkeiten und die Leistungen der Schüler auf der Grundlage etablierter Bewertungskriterien beurteilen, nicht anhand der Tiefe ihres persönlichen Glaubens oder der Intensität ihrer religiösen Praxis. Wir verfügen über kein Instrument, um die Gottesbeziehung eines Menschen zu benoten“, mahnte er. Nach Ansicht des Metropoliten von Warschau besteht eine der heutigen Herausforderungen für Katecheten darin, dass eine gemeinsame Glaubenssprache nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann. Er fügte hinzu, dass im selben Klassenzimmer Schüler säßen, die religiös engagiert, gleichgültig, suchend oder aufbegehrend seien – und bisweilen durch Erfahrungen im Zusammenhang mit der Kirche verletzt. „Allein die Tatsache der Taufe bedeutet nicht, dass jeder von ihnen heute die grundlegende Botschaft des Christentums versteht. Daher reicht es für einen Katecheten heute nicht aus, bei dem zu beginnen, was ein Mensch beachten soll. Man muss geduldig die Identität dessen offenbaren, auf den der Christ sein Vertrauen setzt. Erst in diesem Licht werden die Gebote zu einem Weg der Antwort, und die Sakramente erscheinen nicht mehr als unverständliche Rituale“, merkte er an. Foto: Erzbischof Galbas bei dieser Predigt © Erzbistum Warschau Ihnen hat der Artikel gefallen? 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