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| ![]() Maria, die Mutter des Friedensvor 37 Minuten in Aktuelles, keine Lesermeinung Leo XIV. in Genazzano zum Fest Mariä Geburt. Maria und die Kraft des Kleinen. Die verborgene Gegenwart Mariens, die Kraft der Kontemplation und der Friede als Gabe Gottes. Gottes Wort aufnehmen und im Leben Gestalt werden lassen. Von Armin Schwibach Genazzano (kath.net/as) Am Vorabend des Festes Mariä Geburt feierte Papst Leo XIV. die Heilige Messe im Heiligtum der Mutter des Guten Rates in Genazzano. Er erinnerte zunächst an seinen ersten Wunsch, den Wallfahrtsort zu besuchen. Bereits „in den ersten Tagen des Pontifikats“ habe er, so Leo XIV., die Pflicht und einen tiefen Wunsch verspürt, nach Genazzano zum Heiligtum der Madonna del Buon Consiglio zu kommen, die ihn während seines ganzen Lebens „mit ihrer mütterlichen Gegenwart, mit ihrer Weisheit und dem Beispiel ihrer Liebe zum Sohn, der immer das Zentrum meines Glaubens ist“, begleitet habe. Nun sei er erneut hier gewesen, um mit der Gemeinde die Vigil der Geburt der Gottesmutter zu feiern und Maria das anzuvertrauen, „was in dieser armen und großartigen Menschheit noch geboren wird: zerbrechlich wie ein Keim, aber ein Zeichen der Treue Gottes“. Leo XIV. verband die Geburt Mariens unmittelbar mit der Hoffnung auf eine andere Zukunft. Maria sei „die Morgenröte eines anderen Tages, unserer Welt, die endlich vom Bösen befreit ist“. Deshalb versammle sich die Gemeinde bei ihr um den Altar, von dem das Heil zum Menschen komme und ihn verwandle, „Kinder im Sohn“. Der Papst rief dazu auf, Maria um ihren Guten Rat zu bitten, damit die Menschen das Wort Gottes aufnehmen, es in sich bewahren und es durch „mutige und weise Entscheidungen einer echten Umkehr“ zur Geburt bringen könnten. In dem Heiligtum, das auf eine lange augustinische Tradition zurückblickte, wandte sich Leo XIV. anschließend den biblischen Lesungen zu und legte sie mit Hilfe des heiligen Thomas von Villanova aus, des Augustinerbruders und Bischofs, der sein Leben dem Dienst an den Armen gewidmet hatte. Thomas habe das Paradox erkannt, dass Maria in den Evangelien scheinbar am Rand stehe und zugleich im Heilsplan Gottes eine zentrale Stellung einnehme. Der Papst stellte deshalb die Frage, was die Geburt eines Mädchens zur Zeit Joachims und Annas bedeutet habe. Er griff dazu ausführlich einen Text des heiligen Thomas von Villanova auf. Dieser habe sich gefragt, weshalb die Evangelisten über Johannes den Täufer und die Apostel ausführlich berichtet hätten, während sie die Geschichte der Jungfrau Maria nur knapp darstellten. Thomas habe gefragt: „Warum, frage ich mich, wurde uns nicht die Art ihrer Empfängnis, ihrer Geburt, ihrer Erziehung, ihrer Gewohnheiten, der Tugenden, die sie schmückten, beschrieben, welche menschliche Beziehung sie zu ihrem Sohn unterhielt, wie sie mit ihm umging, wie sie nach seiner Himmelfahrt mit den Aposteln lebte?“. All dies sei wichtig gewesen, und die Gläubigen hätten es mit besonderer Verehrung gelesen. Deshalb habe Thomas die Evangelisten gefragt, warum sie „eine so große Freude“ mit ihrem Schweigen vorenthalten und „so freudige, so erwartete, so angenehme Einzelheiten“ ausgelassen hätten. Leo XIV. sah darin einen Hinweis für den Glauben: Die Heilige Schrift und ihre Zeugen dürften befragt werden. Man könne mit dem Text ringen und mit den Zeugen der Offenbarung „wie mit Freunden“ in einen Dialog treten. Denn die Christen seien „Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“. Von Maria selbst lerne der Mensch eine Erkenntnis, die mit Gott spreche, Fragen stelle und die Ereignisse bewahre, indem sie diese im Herzen verbinde und deute. Gerade das Matthäusevangelium schien jedoch durch sein Schweigen die Frage des Thomas von Villanova zu bestätigen. Über Maria berichte es von ihrer Gegenwart, nicht aber von einem Wort, das sie selbst gesprochen habe. Und dennoch verändere gerade diese Gegenwart die Geschichte. Leo XIV. hob hervor, dass schon das bloße Dasein Mariens und des Sohnes in ihr die ganze Geschichte in Bewegung gesetzt habe, die Geschichte Josefs und seines ganzen Hauses. Die Gegenwart Mariens habe gleichsam einen Sprung in der Genealogie bewirkt, „eine unerwartete Neuheit“, die nicht nur Erwartungen, sondern auch die vorhersehbaren Entscheidungen eines Menschen verändert habe. Leo XIV. erklärte, was Josef höre, entscheide und tue, sei eine Antwort auf Gott und auf die Gegenwart Mariens, auf ihre „absolute Andersheit“, die jede mögliche Rede und Erzählung übersteige. In Maria finde das Heil ein Zuhause: „Gott mit uns!“. Erneut griff der Papst auf Thomas von Villanova zurück. Dieser habe seine Frage nach einem eigenen Buch über die Taten der Jungfrau Maria schließlich dahin beantwortet, dass es dem Heiligen Geist so gefallen habe. Die Evangelisten hätten über Maria geschwiegen, weil „die Herrlichkeit der Jungfrau, wie wir im Psalm lesen, ganz in ihr war und eher vorgestellt als beschrieben werden konnte“. Als Zusammenfassung ihrer Geschichte genüge deshalb der eine Satz: „Von ihr wurde Jesus geboren. Was willst du noch wissen? Was suchst du noch in der Jungfrau? Es genügt dir zu wissen, dass sie die Mutter Gottes ist“. An diesem Punkt führte Leo XIV. das Verständnis der Geburt Mariens in das Zentrum der christlichen Offenbarung. Vor diesem Geheimnis könne man, so der Papst, eine Art Schwindel empfinden, denn „es ist unmöglich, sich daran zu gewöhnen“. Gefeiert werde die Geburt eines Mädchens, das dazu berufen gewesen sei, die Mutter seines Schöpfers, die Mutter des rettenden Gottes, zu werden. Und dennoch sei zunächst einfach ein Mädchen geboren worden, „wie die Töchter und Enkelinnen, die wir auf den Arm nehmen“. Die Kirche gebe Maria hohe Titel als Herrin und Königin. Der Weg Gottes aber sei „einfacher und stiller“ gewesen, ohne deshalb weniger Kraft zur Veränderung zu besitzen. Darin habe sich der Weg Jesu selbst gezeigt, des „Erstgeborenen unter vielen Brüdern“. Wie Maria seien auch die Christen dazu bestimmt, „dem Bild des Sohnes gleichförmig“ zu werden. Leo XIV. verband diese Berufung mit einer Entscheidung des Menschen: Die Gnade bleibe die Grundlage, zugleich müsse der Mensch den Weg Christi wünschen und anderen Wegen vorziehen, was Jesus gewählt und welchen Weg er gegangen sei. Gerade darin sah der Papst die Eigenart des Reiches Gottes. In Jesus Christus habe Gott „die bescheidensten geschichtlichen Bedingungen und das bescheidenste aller Geschöpfe“ gewählt, um die Eigenart seines Reiches sichtbar zu machen. In diesem Reich habe die Anmaßung keinen Platz; die Allmacht erscheine vielmehr als „Schöpfung, Dienst und Sorge für das Leben“. Noch einmal ließ Leo XIV. Thomas von Villanova zu Wort kommen. Dieser habe den Leser eingeladen, die Vorstellungskraft zu öffnen und „im Innersten deiner Seele ein ganz reines, sehr kluges, sehr schönes, sehr frommes, sehr demütiges, sehr sanftmütiges Mädchen“ zu betrachten, erfüllt von Gnade, reich an Heiligkeit und geschmückt mit Tugenden und Charismen. Man solle sie so weit vergrößern, wie man könne, und sich vorstellen, was die eigene Vorstellungskraft vermöge. Thomas von Villanova habe darin eine Aufgabe des Heiligen Geistes erkannt: „Der Heilige Geist hat sie nicht schriftlich beschrieben, sondern darauf gewartet, dass du sie innerlich malst“. Leo XIV. nahm diesen Gedanken auf und erklärte, in der kontemplativen Betrachtung nehme das Gestalt an, „was die Welt uns nicht erzählt, aber schon existiert. Was noch unsichtbar ist, aber in sich eine neue Art von Kraft hat“. Dabei gehe es nicht um Fantasie, sondern um Prophezeiung. Gerade „in Zeiten der Zerstörung und der Unsicherheit“ brauche der Mensch diese Fähigkeit, um das Werk Gottes zu erkennen und ihm zu dienen. Von Maria führte Leo XIV. schließlich zum Frieden. Der Prophet Micha habe im kleinen Bethlehem das Aufgehen eines Königs des Friedens erkannt, durch den die Menschen sicher im Land wohnen könnten. Auch das Tagesgebet habe die Gemeinde zur kleinen Maria geführt und darum gebeten, dass „das Fest ihrer Geburt in uns den Frieden vermehre“. Leo XIV. machte daraus eine konkrete geistliche Aufgabe. Die Menschen sollten sich den Frieden vorstellen, „die Grenzen des Verständnisses erweitern und ihn in die Seele malen“, um zu erkennen, dass er bereits existiere, ihn aufzunehmen und ihm zu dienen. Der Friede sei „die Gabe Gottes, der Atem des Auferstandenen, das Werk des Heiligen Geistes“. Deshalb schloss der Papst mit einem Aufruf, der die Geburt Mariens mit einer Aufgabe der Gegenwart verband: „Lassen wir den Frieden in uns wachsen. Er wird in der Welt keimen.“ Die Mutter des Guten Rates werde die Menschen bei dieser Sendung begleiten.
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