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Georgien: Kirchen- und Staatsoberhaupt bekräftigen christliche Wurzeln

vor 41 Minuten in Chronik, keine Lesermeinung
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Georgien begeht 1.700-Jahr-Jubiläum der Einführung des Christentums als Staatsreligion.


Tiflis (kath.net/ KAP) 
Der georgisch-orthodoxe Patriarch Shio III. und der georgische Präsident Micheil Kawelaschwili haben die christlichen Wurzeln Georgiens betont, die entscheidend für die nationale Identität des Landes seien. Sie äußerten sich bei einer Konferenz in der georgischen Hauptstadt Tiflis, die dem Jubiläum 1.700 "Jahre Christentum in Georgien" gewidmet war. Patriarch Shio konnte bei der Konferenz zahlreiche hochrangige politische Vertreter - neben dem Präsidenten auch Premierminister Irakli Kobakhidze - sowie hochrangige Kirchenvertreter begrüßen, berichtet das Portal "Orthodox Times".
Georgien gehört nach Armenien zu den ältesten christlichen Staaten der Welt. Die genaue Datierung ist unter Historikern in Diskussion, die Kirche nimmt das Jahr 326 an, als König Mirian III. das Christentum zur Staatsreligion erklärte.

Patriarch Shio hob in seiner Eröffnungsrede die historische Position Georgiens an der Kreuzung verschiedener Kulturen und Zivilisationen hervor. Sein Land und seine Kirche hätten einen eigenen Beitrag zum spirituellen Erbe des globalen Christentums geleistet. Der Patriarch unterstrich die christlichen Prinzipien der "Liebe zu Gott und zum Nächsten, Barmherzigkeit, Verantwortung, Gerechtigkeit, Toleranz und das Streben nach Frieden unter den Menschen". An diesen christlichen Werten habe sich seit 1.700 Jahren in Georgien nichts geändert.
Shio strich zudem die Bedeutung der Familie für die Gesellschaft hervor: "Die Familie ist die Umgebung, in der eine Person Liebe, Loyalität, Verantwortung, Respekt und Fürsorge für andere lernt."


Auch Präsident Kawelaschwili betonte in seiner Eröffnungsansprache den Beitrag des Christentums für die nationale Identität Georgiens und sein kulturelles Erbe. Georgien sei eine geografische Brücke zwischen Ost und West und ein Treffpunkt verschiedener Kulturen. Georgien habe trotz jahrhundertelanger ausländischer Invasionen und imperialer Ambitionen seine kulturelle und religiöse Vielfalt beibehalten und gleichzeitig seine nationale und spirituelle Identität bewahren können.
Besonders hob der Präsident in seiner Ansprache auch die Rolle der Georgisch-orthodoxen Kirche bei der Wahrung der nationalen Identität des Landes hervor: "In unseren dunkelsten historischen Stunden und Zeiten der nationalen Gefahr war es die Mutterkirche, die die Nation vereinte und die georgische Sprache und das historische Gedächtnis schützte."

Kawelaschwili unterstrich wie der Patriarch die christlichen Prinzipien des Mitgefühls, der Gerechtigkeit, des Respektes vor der Menschenwürde und die Liebe zum Nächsten. Und wie Shio III. betonte auch der Präsident die Bedeutung der Familie und beschrieb sie als Eckpfeiler der nationalen Einheit und Widerstandsfähigkeit Georgiens.

Georgien ist in den letzten Jahren von seinem Annäherungskurs an die EU wieder abgerückt. Der EU-Kandidatenstatus war dem 3,7-Millionen-Einwohner-Land erst Ende 2023 zuerkannt worden, nachdem es kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 die Aufnahme in die EU beantragt hatte. Die derzeitige Regierungspartei "Georgischer Traum" unter Irakli Kobakhidze fährt seit 2024 aber einen russlandfreundlichen Kurs. Der EU-Beitrittsprozess von Georgien ist auch schon wieder ausgesetzt.
Die Georgisch-orthodoxe Kirche hat zuletzt etwa immer wieder Kritik an Entwicklungen im Westen geübt. So etwa an Gesetzesinitiativen, die die Familie oder LGBT-Bewegung betreffen. Demgegenüber wird die aktuelle georgische Gesetzeslage gewürdigt, die traditionelle Familienwerte schütze bzw. den Schutz junger Menschen vor der Propaganda nicht-traditioneller Lebensweisen garantiere. Damit werde ein "gesunder gesellschaftlicher Lebensstil" gefördert.

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Foto: Archiv


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