Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Was auch immer Synodalität sein soll
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  13. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  14. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Studie: Religion fördert die psychische Gesundheit

2. April 2013 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Neurowissenschafter Raphael Bonelli: "Als Medikament wäre Religion zugelassen" - "Depression, Suchtkrankheiten und auch Suizid treten bei religiösen Menschen eindeutig seltener auf als bei Atheisten"


Wien (kath.net/KAP) Religion schützt die seelische Gesundheit und kann auch von der Medizin als wichtige Ressource des Menschen angesehen werden. Das hat der Wiener Gehirnforscher Raphael M. Bonelli (Foto) mit Kollegen der Duke University in einem groß angelegten Studienvergleich dargelegt, der demnächst im "Journal of Religion and Health" publiziert wird. "Depression, Suchtkrankheiten und auch Suizid treten bei religiösen Menschen eindeutig seltener auf als bei Atheisten", so der Psychiater im Gespräch mit "Kathpress".

Untersucht wurden alle Forschungsarbeiten zu Religiosität und psychische Gesundheit, die seit 1990 weltweit in den meistzitierten psychiatrischen und neurologischen Fachzeitschriften erschienen sind. 72 Prozent der relevanten Studien zeigten, dass die psychische Gesundheit mit dem Ausmaß, in dem sich ein Mensch religiös-spirituell engagiert, steigt, während der Zusammenhang bei 18 Prozent unklar und bloß bei fünf Prozent negativ ausfiel. Bereits 1992 war eine ähnliche Vorgängerstudie zum selben Ergebnis gekommen, das sich nun in umfangreicherer und detaillierterer Form bestätigte.

Bonelli zeigte sich "überwältigt" von dem für wissenschaftliche Verhältnisse "sehr eindeutigen Ergebnis": Je nach Krankheitsgruppen - hier wurde genau aufgeschlüsselt - seien die Hinweise auf eine Schutzfunktion durch Religiosität teils äußerst stark, allen voran bei Sucht, Depression und Suizid, doch auch bei Demenz waren die Resultate vielversprechend. Religion sei somit durchaus ein mit Alter oder Geschlecht vergleichbarer psychiatrischer Parameter, so der Wiener Forscher: "Wäre Religion ein Medikament, kann man sagen, es wäre mit Sicherheit zugelassen."


Bruch mit Freud

Das Ergebnis besitzt Sprengpotenzial, wurde doch Religion lange Zeit besonders von Psychotherapeuten als Blockade angesehen. Bonelli bezeichnete dies als "heute überholtes Erbe Sigmund Freuds": "Freud hat viel Tolles entdeckt, scheint jedoch bei Religion von seinen klar antireligiösen Vorurteilen gesteuert gewesen zu sein. Patientenbeobachtungen dürften kaum den Ausschluss gegeben haben für seine Aussage, Religion sei 'kollektive Zwangsneurose'."

Bedeutend ist in diesem Zusammenhang, dass Bonelli selbst Dozent an der Wiener Sigmund-Freud-Universität ist. Er leitet zugleich das "Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie" (RPP) und ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin mit eigener Praxis in Wien.

Was nun genau das psychisch Gesunde von Religion - die jeweiligen Einzelstudien befragten Angehörige der Weltreligionen, Atheisten bildeten die Kontrollgruppe - ist, gehe aus der Studie nicht hervor, betonte Bonelli. Zu vermuten sei, dass Transzendenz dem Menschen dabei helfe, "sich in die Welt einzuordnen und sich nicht immer nur um sich selbst zu drehen, sondern auf andere hingewiesen zu sein". Auch Anleitungen bezüglich des gesunden Verhaltens mit der Umwelt wie etwa die Zehn Gebote rechne er dazu, sowie die "Beziehung zu einem höherem Wesen, das dem Menschen eine Stabilität gibt, die ihm guttut."

Ressource zum Gesundwerden

100-prozentig sei dieser Schutz freilich nie, "natürlich werden immer wieder auch religiöse Menschen psychisch krank oder nehmen sich das Leben", so der Psychiater. Entscheidend sei jedoch, dass Therapeuten vorhandene Religiosität von Patienten als nutzbare Ressource ansehen könnten, nach der man durchaus "ebenso wie nach der Familie" fragen solle. Religiosität "verordnen" dürfe ein Psychotherapeut dabei allerdings nicht, da dies eine inhaltliche Intervention darstelle - "das verbietet schon der Ethikkodex".

Doch auch neue Fragen würden sich durch die aktuellen Resultate ergeben, berichtete Bonelli: So basiere die Aussage, Religion habe vorbeugende Wirkung für Demenz oder Neurosen, erst auf wenigen Studien, noch weitgehend ungeklärt sei zudem der Zusammenhang zu bipolaren-, Ess-, und Persönlichkeitsstörungen. "Spannend ist auch, in welchen seltenen Fällen Religiosität der Gesundheit nicht gut tut - was also ihre pathologische Ausprägung ist." Außer Zweifel stehe nun allerdings, dass die großen Weltreligionen einen eindeutig stabilisierenden Effekt hätten, so Bonelli.

Raphael Bonelli: Gebet, Gottesbeziehung, Neurose und Esoterik - weitere kathTube-Videos über Stichwortsuche "Bonelli"


Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.
Foto: (c) Raphael Bonelli


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Raphael Bonelli

  1. Bonelli warnt vor zunehmendem Narzissmus in der Gesellschaft
  2. Psychiater: Glaube hat positive Wirkung bei psychischen Störungen
  3. Psychiater: Kontemplation ist 'Psychohygiene in Reinkultur'
  4. Wenn PERFEKT nicht gut genug ist
  5. Sigmund Freud: Psychiater Bonelli für 'Entmythologisierung'
  6. Das Schuldbekenntnis
  7. Seine Frau hält ihn für sexsüchtig
  8. Faust baut Mist
  9. Die Unschuld auf der Couch
  10. 'Das Fehlen von Schuldgefühlen macht uns zum Monster'







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Überraschung im Vatikan - Kardinal Tagle ist neuer Dekan des Kardinalskollegiums
  3. Erzbischof Randazzo: Synodalität kein Grund, Elemente der kirchlichen Tradition zu verwerfen
  4. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  5. 'Tatsächlich Gott'
  6. Wir können NICHT schweigen!
  7. Marco Rubio in Athen: Ein Aufruf zur Rückbesinnung auf die christlich-abendländischen Wurzeln
  8. „Ceresanis reale Eschatologie zum Jubiläum 2033 spricht in dieser Form des Romans…“
  9. Studium zwischen Verstand, Erinnerung und Glauben. Das Herz der Wahrheit
  10. Das 'Schwert des Heiligen Michael': Eine mysteriöse Linie, die sieben Heiligtümer verbindet
  11. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  12. Papst Leo XIV. entgeht knapp einer Geldstrafe in Peru
  13. Kardinal Müller ruft zum Marsch fürs Leben 2026 in Wien auf: Über 3.000 Teilnehmer erwartet
  14. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  15. Genesung des Papstes verläuft laut Ärzteteam nach Plan

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz