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Schwester von Papst Franziskus: Er 'hat einen starken Charakter'

8. April 2013 in Chronik, keine Lesermeinung
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Papstschwester: Ihr Bruder „hat einen unzerbrechlichen Glauben an seine Überzeugungen. Niemand kann ihn zu Kompromissen in seinen Überzeugungen zwingen“. Von Petra Lorleberg


Ituzaingó (kath.net/pl) Papst Franziskus „hat einen starken Charakter und einen unzerbrechlichen Glauben an seine Überzeugungen. Niemand kann ihn zu Kompromissen in seinen Überzeugungen zwingen“. Davon zeigte sich die Schwester von Papst Franziskus, Maria Elena Bergoglio, im Interview mit John Allen vom „National Catholic Reporter“ überzeugt. Dazu falle ihr kein Einzelbeispiel ein, sagte die 64-jährige Hausfrau und Mutter, denn dies sei ein „Grundzug“ seiner Persönlichkeit. „Wenn Sie ein Beispiel wollen, dann denke ich, dazu eignet sich seine Option für die Armen am besten. Diese hat sein Leben hier in Argentinien oft erschwert, sowohl seine Beziehung zur Regierung wie auch zu manchen Geschäftsleuten, die wollten, dass er darüber schweige.“ Doch er habe sich immer für die armen Menschen entschieden, „komme was da wolle, und offen gesprochen“. Dabei könne es „in diesem Land“ seinen Preis haben, „wenn man seine Stimme für die Armen erhebt“, betonte die im Großraum von Buenos Aires lebende Papstschwester.

Nichts von dem, was ihr Bruder bisher gesagt hat, habe sie überrascht, erläuterte Bergoglio weiter. „Ich bin froh, dass er weiterhin wie Georg [Jorge] wirkt und dass er weiterhin die kleinen Gesten benutzt, die er auch als Kardinal benutzte, wie etwa, dass er sich entschied, die Gründonnerstagsmesse bei jungen Menschen zu feiern. Er lehrt und verkündet seine Seelsorgebotschaft so, wie er es gelehrt bekommen hat, nämlich durch das eigene Beispiel.“ Das brachte sie auf die Formel: „Nicht Worte reden, sondern Taten tun.“

In zweihundert Jahren werde man sich an ihren Bruder als an „einen demütigen Papst“ zurückerinnern, „einen Papst der Liebe, besonders der Liebe zu den Armen und zu der Wahrheit“, antwortete die Papstschwester auf eine entsprechende Frage des Interviewers. „Ich glaube auch, man wird sich an ihn als einen entschiedenen Papst erinnern, der getan hat, was getan werden musste.“


Ihr Bruder werde sich wohl ein Team von Leuten zusammenstellen, „die denken, fühlen und handeln wie er“. Von diesen Menschen „gibt es viele. Man ist es zu sehr gewohnt, die schlechten Dinge anzusehen, doch wenn man anfängt, gute Leute zu suchen, dann findet man viele von ihnen.“ Falls er jemanden zu sich ins Team hole, werde er dies nicht zuerst mit anderen durchdiskutieren. Sondern „er wird einfach das Telefon nehmen und sagen ‚Komm gleich herüber!‘. Er wird sich sein Team dementsprechend zusammenstellen, was er braucht und was er glaubt, dass die Kirche es braucht, aber er wird darüber mit niemandem vorher sprechen, er wird es einfach tun“.

Erleichtert sei sie darüber, dass ihr Bruder der Nachfolger von Benedikt XVI. und nicht von Johannes Paul II. sei. Nachfolger von Johannes Paul II. zu werden, „sei eine sehr schwierige Aufgabe“ gewesen, denn dieser sei „so sehr in den Herzen der Menschen“ gewesen. „Ich glaube nicht, dass mein Bruder genau wie Johannes Paul II. oder wie Benedikt XVI. sein wird“.

Eigentlich habe sie gehofft, dass der brasilianische Kardinal Odilo Scherer zum Papst gewählt werde, den „habe ich immer gemocht. Er ist für die Armen.“ Ihr Sohn habe sich jedoch einfach irgendeinen Franziskaner zum Papst gewünscht. Als der Rauch weiß wurde, habe sie ihre Hausarbeit unterbrochen und „wir haben das Fernsehen angemacht, um herauszufinden, wer der arme Bursche ist, der zum Papst gewählt wurde“.

Über ihre erste eigene Reaktion auf die Verkündigung des Namens ihres Bruders berichtete Bergoglio nichts. Doch dann wies sie darauf hin, dass sie wusste, dass „ein neuer Papst nach seiner Wahl in die ‚Kammer der Tränen‘ gebracht werde und ich fand das immer lächerlich. Worüber soll ein Papst weinen? Doch als ich realisierte, dass es mein Bruder ist, erschien es mir einleuchtend, warum er die Kammer der Tränen brauchte. Da ist ein ganzer Platz voller Leute, die ‚Viva il Papa!‘ rufen, bevor sie auch nur wissen, wer es ist. Man müsste ja ein Herz aus Stein haben, wenn man nicht ein bisschen weinen würde“, bevor man hinausgehe, „um sich all diesen begeisterten Menschen zuzuwenden, die einem zurufen.“

Sie habe sich ihren Bruder nicht zum Papst gewünscht, gestand die Papstschwester, „denn ich wollte, dass er zurückkommt. Ich wollte nicht, dass er dort bleibt.“ Im Gegensatz zum letzten Konklave habe sie sich dieses Mal aber überhaupt keine Sorgen gemacht. „Am Tag, bevor er nach Rom flog, hatte er bei mir angerufen und wir hatten dasselbe Gespräch wie immer, bevor er für länger wegging: ‚Gute Reise, und ich sehe dich, wenn du zurückkommst. Wir sprechen uns dann sobald wie möglich wieder‘. Keiner von uns hatte eine Vorahnung, dass er nicht zurückkommen werde.“

Seit seiner Wahl habe sie erst zweimal mit ihm telefoniert, berichtete sie weiter. Der erste Anruf sei gekommen, „sobald es ihm nach der Wahl möglich gewesen war und es war eine sehr emotionale Unterhaltung. Es ist mir unmöglich zu erklären, was ich in jenem Moment gefühlt habe.“ Beim zweiten Anruf „haben wir wie Bruder und Schwester gesprochen. Es war ein normales Gespräch, wie wir das immer hatten. Beispielsweise wollte er wissen, was ich koche!“ Sie spreche ihn nicht mit Franziskus oder mit Heiliger Vater an, sondern er ist für sie „Georg, Georg! Solange ich weiß, dass er noch mein Bruder ist, werde ich ihn Georg nennen. Vielleicht wird er eines Tages Franziskus [für mich] sein, aber bis jetzt ist es einfach Georg.“

Eigentlich habe sie nicht das Gefühl, ihren Bruder verloren zu haben, sondern „ich habe Millionen neue Brüder und Schwestern hinzugewonnen und ich versuche herauszubekommen, wie ich meinen Bruder mit all diesen neuen Familienmitgliedern teilen kann.“

Seit dem Moment der Wahl ihres Bruders stehe ihr Telefon nicht mehr still, „morgens um halb sechs beginnt es zu klingeln und die Leute klopfen ab sechs Uhr an die Tür, das hört nicht auf bis acht oder neun Uhr abends.“

Sie mache sich Sorgen wegen seines ersten Argentinienbesuches, denn sie vermutet, dass jeder Journalist denken wird, dass der Papst in unser Haus komme und dann eine ganze Armee von Journalisten draußen campen werde. „Er wird nicht in unser Haus kommen!“, denn wenn er Argentinien besuche, dann wird das eine Pastoralreise sein, kein Familientreffen und kein Urlaub. Ich bin sicher, dass ich zu ihm gehen muss, aber wo immer er auch ist, er wird mir die zwei Minuten geben müssen, die ich verdiene! Alles was ich möchte, sind zwei Minuten um ihn zu umarmen. Mehr erwarte ich nicht.“

Ihre Eltern hätten ihnen beigebracht, „den Glauben mit der Muttermilch aufzunehmen, denn wir wuchsen in einer Familie auf, die für den Glauben entschieden war“. Sie hätten auch das Stundengebet und den Rosenkranz in der Familie gebetet, so Bergoglio im kolumbianischen „W-Radio“ über ihre Kindheit. Ursprünglich waren es fünf Geschwister gewesen, von denen Jorge der Älteste gewesen war. Die 14 Jahre jüngere Maria Elena ist selbst selbst Mutter zweier Söhne namens José und Jorge.

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