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Chur und Zürich gegen gemeinsame Abendmahlsfeier

28. Juni 2013 in Schweiz, 5 Lesermeinungen
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In Dübendorf soll am Samstag eine gemeinsame Eucharistiefeier katholischer, reformierter und griechisch-orthodoxer Geistlicher stattfinden. Das Bistum Chur und das Generalvikariat Zürich im Bistum Chur distanzieren sich.


Dübendorf (kath.net/jg)
Am nächsten Samstag ist in Dübendorf im Schweizer Kanton Zürich eine ökumenische Abendmahlsfeier geplant. Sie soll ein Signal für die Einheit der christlichen Kirchen sein. Zu den Initiatoren gehören neben zwei katholischen Ordenspriestern ein früherer reformierter Pfarrer und ein griechisch-orthodoxer Priester. Mit der Ankündigung der Feier haben sie ein siebenseitiges Manifest veröffentlicht, in dem die Verantwortlichen der katholischen, der orthodoxen und der reformierten Kirchen dazu aufgefordert werden, „mutige Schritte“ in Richtung des gemeinsamen Abendmahles zu machen. Dies berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).

Das Generalvikariat Zürich im Bistum Chur distanziert sich von der Veranstaltung. Eine rein private Initiative sei ein falscher Schritt, wird Generalvikar Josef Annen von der NZZ zitiert. Die gemeinsame Eucharistiefeier werde von den Kirchen nicht getragen. Die Veranstalter würden sich mit der Abendmahlsfeier den gemeinsamen Weg der Ökumene verlassen, sagte er. Damit erweckten sie bei den Gläubigen den Eindruck, sie könnten im Namen ihrer Glaubensgemeinschaften eine Einheit verkünden, die in Wirklichkeit nicht bestehe, sagte Annen.


Klare Worte gegen die geplante Abendmahlsfeier kommen auch aus dem Bistum Chur. Die gemeinsame Feier der Eucharistie sei ein sichtbares Zeichen der vollen Gemeinschaft des Glaubens, des Gottesdienstes und des Lebens in der katholischen Kirche. Deshalb sei es nicht gestattet, die Eucharistie mit Geistlichen anderer Kirchen oder kirchlicher Gemeinschaften zu feiern, heißt es in einem Infomail aus dem bischöflichen Ordinariat.

Es gehe nicht darum, Gemeinschaft zu verhindern, „sondern um die Klarstellung, dass eine volle Gemeinschaft auf diesem Weg gar nicht herstellbar ist“, schreibt Giuseppe Gracia, der Medienbeauftragte des Bistums. Man müsse die betroffenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften ernst nehmen. Das bedeute auch, ihre unterschiedlichen Auffassungen zu respektieren. Dazu gehörten auch und nicht zuletzt Differenzen im Verständnis der Sakramente. Diese Unterschiede ließen sich nicht „ins Korsett einer kirchenpolitisch korrekten Mischform zwängen“. Gemeinsame Abendmahlsfeiern wären daher nicht „Ausdruck authentischer Gemeinschaft, sondern das Demonstrieren einer Pseudo-Harmonie, die mit der realen, weltweiten ökumenischen Situation wenig zu tun hat“, heißt es weiter.

Derartige Veranstaltungen würden die Probleme vereinfachen. „Es wird eine einfache Lösung suggeriert für komplexe, historisch gewachsenen Probleme“, schreibt das Ordinariat. Zumindest indirekt würden auf diese Weise auch die Verantwortlichen der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften kritisiert. Feiern wie die in Dübendorf geplante würden suggerieren, die Einheit sei nur eine Frage des guten Willens, des gemeinsamen Singens und Betens. Das sei mehr, als die kirchlichen Oberen zustande brächten.

Welche Konsequenzen die Teilnahme an der Feier für die katholischen Geistlichen haben wird, will das Bistum Chur noch nicht bekannt geben. Dies könne erst ein Thema sein, wenn feststeht, ob dieser wirklich wie geplant stattfinde, schreibt Bistumssprecher Gracia.


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