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Franziskus will Vatikan-Archive zu NS-Zeit öffnen lassen

30. November 2014 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Papst Pius XII. habe viele Juden gerettet – unter schwierigen Umständen, sagte der Heilige Vater.


Jerusalem (kath.net/ KNA)
Papst Franziskus hält an der von Benedikt XVI. angekündigten Öffnung der Vatikan-Archive für die Zeit des Nationalsozialismus fest. In einem Interview der israelischen Tageszeitung „Jediot Ahronot“ (Freitag) sagte Franziskus, sobald die bestehenden rechtlichen und administrativen Hindernisse beseitigt seien, sollten die Bestände für Forscher freigegeben werden.

Das Kirchenoberhaupt zeigte sich besorgt über das schlechte Bild, das die Welt von Papst Pius XII. (1939-1958) habe. Seit dem Theaterstück „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth 1963 habe man Pius XII. vielfach angeklagt und dabei übersehen, dass dieser während des Zweiten Weltkriegs viele Juden gerettet habe, indem er sie in italienischen Klöstern untergebracht habe.


„Ich sage nicht, dass er keine Fehler gemacht hat“, so Franziskus in dem Interview. „Er hat ein paar gemacht. Auch ich mache viele Dinge falsch.“ Geschichte müsse immer im Licht der jeweiligen Zeit interpretiert werden, um sie richtig beurteilen zu können. Bezogen auf Pius XII. bedeute dies, die Umstände zu würdigen, unter denen er gehandelt habe.

Historiker und Kirchenhistoriker hatten in den vergangenen Monaten Befürchtungen geäußert, der Papst aus Argentinien werde in seinem Pontifikat andere Schwerpunkte setzen als sein aus Deutschland stammender und wissenschaftlich geprägter Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013). Darunter könnte auch die in Aussicht gestellte Öffnung der Vatikan-Archive fallen.

Den Seligsprechungsprozess für Pius XII. legte der Vatikan zuletzt aus „politischen“ Überlegungen auf Eis. Überdies fehle noch der Nachweis eines Wunders auf Fürsprache des Pacelli-Papstes, so Franziskus.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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Lesermeinungen

 mhesemann 1. Dezember 2014 
 

Nicht "auf Eis gelegt"!

Danke für dei gute Meldung, aber ... es ist nicht richtig, dass "der Vatikan" (wen meint ihr? Papst Franziskus?) die Seligsprechung Pius XII. "auf Eis" gelegt hätte. Den "heroischen Tugendgrad" Pius XII. hat Papst Benedikt XVI. bereits 2009 approbiert. Seitdem steht ausschließlich die Anerkennung des Wunders seiner Seligsprechung im Wege. Da es sich um eine Krebs-Heilung handelt müssen die Ärzte diesen Fall ein wenig länger beobachten, um sicher zu sein, dass die Heilung endgültig ist und damit die Kriterien für ein Wunder erfüllt. Darauf hat "der Vatikan" keinerlei Einfluß und es gab auch keine Anweisung, dies hinauszuzögern. Es wurde lediglich von dritter Seite empfohlen, zuvor die Archive zu öffnen, um eine größere Kontroverse zu verhindern. Das soll ja nun nächstes Jahr geschehen...


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