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Antonin Scalia (1936 – 2016): Ein Nachruf

19. Februar 2016 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Der Richter des Obersten Gerichtshofes der USA und praktizierende Katholik scheute keine Kontroverse. Vor wenigen Tagen verstarb er im 80. Lebensjahr.


Washington D.C. (kath.net/LSN/jg)
In der Nacht von 12. auf 13. Februar ist Antonin Scalia, Mitglied des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, im 80. Lebensjahr verstorben. Scalia galt als einer der führenden Vertreter einer wörtlichen Interpretation der Verfassung und lehnte eine Neuinterpretation derselben entsprechend gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen mit deutlichen Worten ab. Als überzeugter Katholik war er stets bereit, sich zu seinem Glauben zu bekennen, auch in der Öffentlichkeit.

Scalia lehnte das Urteil „Roe v. Wade“, mit dem die Abtreibung in den USA legalisiert wurde, ebenso ab wie „Obergefell v. Hodges“, welches die zivilrechtliche „Homo-Ehe“ ermöglichte. Für beide Urteile gebe es keine Grundlage in der Verfassung, argumentierte Scalia.


Der Oberste Gerichtshof habe die Aufgabe, die Verfassung der Vereinigten Staaten zu bewahren, zu schützen und zu verteidigen. Der Gerichtshof sei von der Verfassung eingerichtet worden. Kein Geschöpf könne aber größer sein als der Schöpfer, der Gerichtshof daher nicht die Verfassung ändern. Mit diesen Worten fasste Scalia seine Position gegenüber einem Freund, dem Juristen Andrew Napolitano, zusammen.

Die Verfassung sei von den Juristen in ihrem ursprünglichen Sinn zu verstehen und zu interpretieren. Wer davon abweiche, ermögliche den nicht vom Volk gewählten Richtern des Obersten Gerichtshof die Verfassung neu, kreativ oder destruktiv zu ändern, indem sie den Text mehr oder weniger entsprechend aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen oder ihrer eigenen Überzeugungen neu interpretierten, sagte Scalia.

Das sei nicht ihre Aufgabe. Nur der Kongress und die Bundesstaaten könnten die Verfassung ändern, indem sie mit den nötigen Mehrheiten einen Verfassungszusatz („Amendment“) beschließen würden. Dies sei in den letzten 225 Jahren nur 27 Mal geschehen, betonte er.

Scalia war praktizierender Katholik. Es fiel ihm nie schwer, öffentlich zu seinem Glauben zu stehen und auch kontroverse Themen der modernen Theologie aufzugreifen. In einem Interview bekannte er sich 2013 dazu, an die reale Existenz der Hölle und des Teufels zu glauben. Kath.net hat berichtet.

Antonin Scalia wurde am 11. März 1936 in eine italo-amerikanische Familie in Trenton im Bundesstaat New Jersey geboren. Er studierte Geschichte an der Georgetown University und Rechtswissenschaften an der Harvard Law School. Letztere schloss er magna cum laude ab. 1986 wurde er von Präsident Ronald Reagan für den Obersten Gerichtshof der USA nominiert und bald darauf mit 98 Stimmen vom Senat bestätigt. Es gab keine Gegenstimme.

Scalia war seit 1960 mit seiner Frau Maureen verheiratet. Die beiden hatten neun Kinder. Einer ihrer Söhne wurde zum katholischen Priester geweiht.



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